Betroffen sind nun im einzelnen:
- Accell Group B.V.
- Accell Group Europe B.V
- Accell Group Holding B.V.
- Accell Nederland B.V,, zu der alle Tochterunternehmen und Marken gehören von Koga über Batavus bis Juncker
- Accell Germany B.V., die nicht mit der Accell Germany GmbH identisch ist, für die ein eigenes Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Schweinfurt eingeleitet wurde.
Für alle fünf Firmen ist als Geschäftsadresse ausgewiesen: De entrée 99, 1101HE Amsterdam; zu Administratoren wurden bei allen Firmen erklärt: T. Hekman, Amsterdam und E.J. Schuurs, beide Amsterdam. Untersuchungsrichter sind in allen Fällen V.G.T. van Emstede und A.E. de Vos.
Am 05. August 2026 war noch für all diese Firmen eine vorläufige Zahlungsaussetzung gewährt und eine Gläubigerversammlung für den 14. Oktober 2026 um 10:00 Uhr angesetzt worden.
Der Investor Dutech respektive dessen Tochter Tri-Star, bereits Eigentümer von Unternehmen der Fahrradbranche wie New Cycle und Sprick, hatte bereits die Genehmigung mehrerer nationaler Kartellbehörden zur Accell-Übernahme, die jedoch nicht mehr zustande kam. Das heißt nicht, dass Tri-Star komplett raus ist: Auch ein insolventes Unternehmen kann man im Rahmen des Insolvenzverfahrens übernehmen, dann sogar ohne viele Altlasten.
Es liegt aber nun in den Händen der Administratoren, in Gesprächen herauszufinden, was jetzt noch geht. Am wahrscheinlichsten sind Teil-Übernahmen. Beispielweise ließen sich das Holland-Geschäft und das Deutschland-Geschäft relativ plausibel trennen; für bestimmte Marken und Unternehmen wie Batavus und Juncker sind die Niederlande der Hauptabsatzmarkt und für bestimmte Marken wie Winora, Haibike, Ghost und E. Wiener Bike Parts ist Deutschland der Hauptmarkt. Auch der französische Hersteller Lapierre könnte einen alleinigen Neustart versuchen, und theoretisch eignet sich die im Premium-Bereich angesiedelte Marke Koga für einen Neustart unter komplett eigener Flagge oder im Verbund mit einem anderen Hersteller.
Gemäß der Webseite kpd-inso.de bemüht sich Accell Deutschland unter Geschäftsführer Joost van Schaik um eine eigenständige Lösung für alle Aktivitäten in Deutschland, also an den Standorten Schweinfurt-Sennfeld und Waldsassen. Dr. Hans Konrad Schenk, Rechtsanwalt und Partner bei der Kanzlei Grub Brugger am Standort Frankfurt, begleitet das Verfahren. Rechtsanwalt Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger, Stuttgart, ist für die Dauer der Eigenverwaltungsverfahren als Generalbevollmächtigter in die Unternehmen eingetreten und arbeitet gemeinsam mit seinen Partnerkollegen Dr. Hans Konrad Schenk und Markus Berger an der Restrukturierung. Als vorläufiger Sachwalter wurde in allen Verfahren in Schweinfurt Rechtsanwalt Dr. Stefan Debus bestellt, Partner der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen. An den Standorten Sennfeld und Waldsassen beschäftigt die deutsche Gruppe rund 370 Mitarbeitende. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Accell Germany gemäß kpd-inso.de einen Umsatz von über 340 Millionen Euro.


