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ANWR Group: Sport 2000 wächst über Markt und Wettbewerb hinaus
Auf ihrer letzte Woche Donnerstag (25. Juni) in Mainhausen stattgefundenen Generalversammlung 2026 blickte die genossenschaftlich organisierte Unternehmensgruppe ANWR Group eG auf ein zurückliegendes wirtschaftlich anspruchsvolles Geschäftsjahr 2025. Allerdings sehen sich die Einkaufsgenossen aufgrund ihrer stabilen Finanzlage, ihrer genossenschaftlichen Stärke und gezielter Zukunftsinvestitionen weiterhin gut aufgestellt.
Fand letzte Woche Donnerstag (25. Juni) in Mainhausen statt: die Generalversammlung der Sport 2000-Mutter ANWR Group.Foto: ANWR Group

»Die Rahmenbedingungen haben sich nicht nur vorübergehend verändert – sie verändern sich strukturell, grundlegend und nachhaltig«, sprach ANWR Group-CEO Frank Schuffelen Tacheles. Geopolitische Unsicherheiten, eine zurückhaltende Konsumstimmung, sinkende Kundenfrequenzen und steigende Kosten prägten derzeit den Handelsalltag vieler Unternehmen.
Die Herausforderung liege dabei weniger in einzelnen Krisen als vielmehr in der Geschwindigkeit des Wandels. Kunden agierten digitaler, preissensibler und anspruchsvoller, Märkte würden volatiler und Entscheidungen kurzfristiger. Umso wichtiger sei die genossenschaftliche Gemeinschaft als Stabilitätsanker und Zukunftsmotor zugleich. Denn, so Schuffelen: »Veränderung ist kein Einzelkampf, sondern eine gemeinschaftliche Aufgabe.«
Um auch in der Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, unterstützt die ANWR Group daher ihrer 4.500 angeschlossenen Handelsunternehmen aus den Bereichen Schuh, Sport und Lederwaren »mit Daten, digitalen Plattformen, Finanzierung, und persönlicher Beratung«. Ziel sei es, »sich vom klassischen Wissensnetzwerk zu einem lernenden Netzwerk weiterzuentwickeln«.
Angeschlossener Sportfachhandel top
Was die jeweilige Branchenentwicklungen betrifft, ergibt sich laut ANWR Group-CCO Tobias Eichmeier ein differenziertes Bild. Während der Schuhhandel in einer schwierigen Marktphase weiterhin unter Druck steht, entwickelte sich der Sporthandel weitaus dynamischer.
In Zahlen: nach einem flächenbereinigten Umsatzrückgang von 4,6 Prozent im Jahr 2025 lagen die Umsätze des angeschlossenen Schuhhandels im ersten Halbjahr 2026 nochmals um 5,8 Prozent unter Vorjahr. Besonders die Monate März und April waren von einer ausgeprägten Kaufzurückhaltung geprägt. Gleichzeitig zeigten sich auch positive Entwicklungen. So verzeichneten zum Beispiel Outdoor- und Wanderschuhe deutliche Zuwächse.
Durchaus dynamischer entwickelte sich das Geschäft der angeschlossenen und auch hier und da Fahrradprodukte verkaufenden Sportfachhandels-Unternehmen unter der Konzerntochter Sport 2000. Die wuchsen laut den Mainhausenern im letzten Jahr deutlich über Markt und Wettbewerb hinaus. In Zahlen: Das Zentralregulierungs-Volumen stieg in Deutschland um 15 Prozent und international um 9,1 Prozent. Nach Einschätzung Eichmeiers zählten »höhere Margen, effizientere Prozesse, eine vor allem klare Profilierung« zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren.
Alles in allem konnte die wichtigste Ertragsquelle der ANWR Group – das Zentralregulierungs-Geschäft – im letzten Jahr um 2 Prozent auf 226 Millionen Euro wachsen. Das gesamte Abrechnungsvolumen erreichte 19,6 Milliarden Euro (plus 1,5 Prozent). Das Ergebnis vor Steuern lag bei 7,1 Millionen Euro. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bezeichnete Schuffelen als »solide und robust«. Gleichzeitig investierte die Unternehmensgruppe mehr als 13 Millionen Euro in Digitalisierung, Immobilien und Infrastruktur. So wurde auch auf der Generalversammlung dem Vorschlag des Vorstands und des Aufsichtsrats zugestimmt, den Mitgliedern eine Dividende von 15 Prozent auf ihr Geschäftsguthaben auszuschütten.
Ausblick 2026
Aufgrund weiterhin herausfordernder Rahmenbedingungen herrscht bei ANWR Group für das laufenden Geschäftsjahr 2026 »verhaltener Optimismus«. Die ersten Monate des Jahres zeigen eine uneinheitliche Entwicklung. Genauer gesagt blieb der Schuhmarkt – während die Geschäftsbereiche Sport und Lederwaren wachsen – deutlich unter Vorjahres-Niveau. Dennoch blickt die Unternehmensgruppe mit Zuversicht nach vorn. »Die Kombination aus wirtschaftlicher Stabilität, genossenschaftlicher Gemeinschaft, datenbasierten Lösungen, künstlicher Intelligenz und konsequenter Unterstützung des mittelständischen Handels soll die Grundlage dafür schaffen, auch in einem herausfordernden Umfeld erfolgreich zu bleiben«, heißt es dazu aus Mainhausen. Letztendlich erklärt ANWR Group-CEO Frank Schuffelen: »Stillstand ist heute das größte Risiko. Deshalb investieren wir konsequent in die Zukunftsfähigkeit unserer Mitglieder und unserer Genossenschaft.«

Text: Jo Beckendorff/ANWR Group

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