Laut Baker Tilly hat die SL International GmbH mit der Insolvenzeröffnung am 30. Dezember 2025 das immaterielle Vermögen sowie das bewegliche Anlagevermögen von Syntace mit Sitz im bayerischen Tacherting erworben. Damit ist die Zukunft der Marken Syntace und Liteville gesichert. Der Unternehmens-Gründer und Head of Technology, Jochen »Jo« Klieber wird weiterhin technischen Support leisten. Zudem bleibt ein Großteil der Arbeitsplätze erhalten. Während des gesamten Verfahrens wurde der Geschäftsbetrieb vollumfänglich fortgesetzt.
»Mit der SL International GmbH haben wir einen finanzstarken Investor gewonnen. Ich freue mich, dass wir durch diese Transaktion die über Jahrzehnte gewachsene Einheit sowie einen überwiegenden Teil der Arbeitsplätze erhalten«, erklärt Marković. Über den Kaufpreis wurden allerdings keine Angaben veröffentlicht.
Ein kurzer Blick zurück: im Februar 2025 hatte sich die Syntace GmbH im Zuge der Neuausrichtung der angeschlagenen Mutter Pierer Mobility AG wieder auf eigene Beine gestellt und einen umfassenden Restrukturierungsprozess eingeleitet. Der fiel in eine schwierige Zeit. Die führte dazu, dass dem Unternehmen die Puste ausging und man letzten Ende am 14. Oktober 2025 einen Insolvenzantrag stellen musste.
Wer steckt nun aber hinter dem Retter SL International GmbH? Darüber wird in vorliegender Baker Tilly-Meldung nichts gesagt. Mit einer eigenen Webseite ist das Unternehmen nicht im Markt. Laut RadMarkt-Recherche hat dieser erst Ende 2025 gegründete Großhandel mit Sitz in Reutlingen »mit Fahrrädern, Fahrradteilen und -zubehör, Sport- und Campingartikeln (ohne Campingmöbel) zu tun. Noch genauerer gesagt handelt es sich um ein Unternehmen, das sich mit »Entwicklung, Vertrieb und Herstellung von Zweirad-Technik, Produktions- und Prüfvorrichtungen für Sportartikel, Zweirad-Zubehör und -bekleidung sowie Mikroelektronik für Anwendung im Sport- und Medizinbereich« auseinandersetzt.
Während der Unternehmensname SL International Branchenmitgliedern nichts sagt, sieht das bei der Nennung des eingetragenen Geschäftsführers ganz anders aus. Dort ist laut Internet-Recherche Ralf Kindermann im Einsatz. Nachgefragt bei dem Branchenkenner hat er SL International GmbH (»SL« steht für Syntace Liteville) im Namen von zwei nicht namentlich genannt werden wollenden südasiatischen Investoren (genauer gesagt mit Wurzeln in Bangla Desh) aus der Fahrradindustrie als Startup-Helfer gegründet. Seine dortige Geschäftsführer-Rolle sei nur übergangsweise bzw. interimistisch. Nach wie vor wird Kindermann sich selbst auf die Geschäfte seines eigenen Unternehmens Kindermann Value Creation GmbH konzentrieren.
Text: Jo Beckendorff

