Neben dem bereits vollzogenem Aus des deutschen Online-Shops fanden auch schon die letzten Verkaufstage der vier letztverbliebenen auch Fahrrad-Produkte verkaufenden deutschen Hervis-Sportfilialen statt.
Genauer gesagt werden auf oben genannter Webseite der 20. Juni als letzter Verkaufstag der Hervis-Filiale in Garmisch-Partenkirchen, der 27. Juni als die letzten Verkaufstage der Hervis-Filialen in Amberg und Neumarkt sowie der 4. Juli als letzter Verkaufstag der Hervis Filiale Donauwörth genannt. Darunter heißt es: »Nach Ablauf der jeweiligen Verkaufstage erfolgt keine weitere Verkaufstätigkeit in den genannten Filialen.«
Rückblick
Ende 2012 eröffnete die damalige Sporttochter Hervis GesmbH der SPAR Österreichische Warenhandels-AG in Garmisch-Partenkirchen ihre allererste Deutschland-Filiale. Dieses Geschäft lenkte in der Blütezeit neun Standorte, von denen letztendlich vier übrigblieben (und die nun geschlossen wurden).
Nachdem Hervis GesmbH in die Krise rutschte, verkauften die Österreicher im Zuge einer »Restrukturierungsoffensive« ihre Unternehmensableger Hervis Sport és Divatkereskedelmi Kft. (alias Hervis Ungarn) und Hervis Sport and Fashion srl. (alias Hervis Rumänien) an den international tätigen britischen Einzelhändler Frasers Group (European Holdings) Limited.
Der ist im Fahrrad-Sektor nicht nur mit dem heimischen Fahrrad-Fachhandel Evans Cycles im Markt, sondern seit 2024 auch mit dem weltweit führenden virtuellen Fahrrad-Händler Wiggle CRC (Chain Reaction Cycles). Den hatte er von der insolventen Signa Sports United (SSU) und deren Mutter Signa Holding GmbH übernommen (deren MTB-Marke dann Anfang 2025 an die Belgian Cycling Factory – kurz BCF – weiterverkauft wurde). Außerdem schluckten die Briten in diesem Jahr auch noch ihren insolventen Kinderrad-Landsmann Frog Bikes Ltd.
Hervis-Verkauf an deutsches Unternehmer-Duo
Zurück zu Hervis: zu Jahresbeginn 2026 verkaufte die SPAR Österreichische Warenhandels-AG ihre Sporttochter »mit allen bestehenden 134 Hervis-Filial-Standorten und Mitarbeitenden in Österreich, Slowenien, Kroatien und Bayern« an das aus dem Snipes-Gründer Sven Voth und dem Factory Berlin-Gründer Udo Schloemer bestehendes Duo.
Laut damaligen Angaben wollten sie die Marke Hervis erhalten und als Sporthändler neu positionieren. »Wir werden Hervis im ersten Schritt ins Jahr 2026 führen und das Geschäftsmodell im Sporthandel neu positionieren. Nur so können wir die Chancen von heute und morgen erfolgreich nutzen. Ziel ist es, das Angebot an die geänderten Kundenbedürfnisse der heutigen Zeit anzupassen und Hervis damit wieder erfolgreich zu machen«, erklärte damals Sven Voth.
Fokus Österreich
Neben der diesjährig vollzogenen Schließung des Hervis-Geschäfts in Deutschland ist auch das bereits im Frühjahr 2026 vorgenommene Aus aller 18 Hervis-Filialen in Kroatien und aller 21 bestehenden Hervis-Filialen in Slowenien das Ergebnis einer vorgenommenen Bestandsaufnahme des zukünftigen Hervis-Geschäfts, die seitens des neuen Hervis-Eigentümerduos vorgenommen wurde. Nach Aufgabe des gesamten Auslands-Geschäfts wird Filialist Hervis seinen Fokus auf seine Heimat lenken. Dort gilt er nach wie vor im Sport- und Fahrrad-Markt als einer der großen führenden Player. Diese Marktposition will man halten bzw. ausbauen.
Text: Jo Beckendorff


