Laut dem RadMarkt vorliegendem Bajaj Mobility-Zwischenbericht hat das börsennotierte Unternehmen in den ersten drei Monaten 2026 letzte verbleibende E-Bike-Restbestände (Marken Husqvarna E-Bicycles und Gas Gas E-Bicycles) verkauft – und damit das Thema operativ abgeschlossen.
Restbestands-Verkauf
Genau genommen haben »die indischen Österreicher« im ersten Verkaufsquartal 469 Einheiten verkauft und damit 568.000 Euro erzielt. Dazu gesellten sich dann noch 426.000 Euro, die auf Fahrrad-Ersatzteile, -Bekleidung, -Zubehör und -Sonstiges entfielen. Somit hat Bajaj Mobility alles in allem noch einmal 994.000 Euro mit dem vom Vorgänger Pierer Mobility aufgegebenen Thema Fahrrad/E-Bike eingenommen.
Kerngeschäft Motorräder
Einschließlich des letztmals einbezogenen Themas Fahrrad/E-Bike hat Bajaj Mobility im ersten Jahresquartal einen Konzernumsatz von 331,25 Millionen Euro eingefahren. Verglichen mit 01-03/2025 ist das ein Plus von 70,2 Prozent.
Alleine mit Motorrädern unter den Markennamen KTM, Husqvarna und GasGas erzielte der Anbieter 272,44 Millionen Euro. Mit diesem Wert lag er 151,6 Prozent über dem des vergleichbaren Vorjahres-Zeitraums. »Dieser deutliche Anstieg ist neben der positiven Absatzentwicklung insbesondere auch auf die Sanierungsphase im Vorjahresquartal zurückzuführen, in deren Verlauf die Produktion sowie sämtliche Verkaufsaktivitäten erheblich eingeschränkt waren beziehungsweise zeitweise vollständig zum Stillstand kamen«, heißt es dazu im Geschäftsbericht.
Weiterer Personalabbau läuft
Um eine nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zu erlagen, hat Bajaj Mobility weitere Maßnahmen ergriffen. Dem fielen im ersten Jahresquartal weitere rund 500 Beschäftigte »überwiegend im Angestelltenbereich sowie im mittleren Management« zum Opfer. Für diese betriebsbedingten Kündigungen wurden Pläne in Zu-Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat erarbeitet, um diese möglichst sozial verträglich zu gestalten. Die Gruppe erwartet, dass dieser Personalabbau im dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein wird.
Darüber hinaus hat der Bajaj Mobility-Vorstand entschieden, die Entwicklungs- und Geschäftsaktivitäten des Tochterunternehmens Cero Design Studio S.L. im Einvernehmen mit dem Minderheiteneigner zu beenden. Die zugehörigen Vertragsverhandlungen werden voraussichtlich in zwei Jahresquartal abgeschlossen.
Ertragslage
Die erzielten Fortschritte bei der Kostenreduktion wirkten sich signifikant auf das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit aus. So konnte das EBIT von minus 91,60 Millionen Euro im ersten Quartal des Vorjahres auf nunmehr minus 26,07 Millionen Euro verbessert werden. Das entspricht einem Plus von 71,5 Prozent.
Das EBITDA konnte sich ebenfalls von minus 55,80 Millionen Euro im ersten Quartal 2025 auf plus 5,54 Millionen Euro in 01-03/2026 deutlich verbessern (plus 109,9 Prozent).
Das letztendliche Periodenergebnis lag mit einem Verlust von 35,15 Millionen zwar weiter im Minus, verbesserte sich aber im Vergleich um 67,5 Prozent (erste Quartal 2025: Verlust von 108,12 Millionen Euro).
Ausblick
Für Bajaj Mobility liegt der Fokus im Geschäftsjahr 2026 ganz klar auf weiterer konsequenter Restrukturierung. Im Zuge der klaren Ausrichtung auf das Kerngeschäft Motorrad soll eine gezielte Portfolio-Bereinigung fortgeführt werden.
Auf der Finanzierungsseite ist der Anbieter zuerst einmal mit der im ersten Quartal 2026 erfolgreich abgeschlossenen Refinanzierung der KTM AG in Höhe von 550 Millionen Euro einen wesentlichen Schritt vorangekommen. Die bereits erzielten Fortschritte beim Turnaround stimmen das Management positiv, die intern aufgestellten Ziele für das Jahr 2026 zu erreichen. Alleroberstes Ziel sei es jetzt, die Profitabilität deutlich zu steigern.
Text: Jo Beckendorff


