Tatsache ist, dass R&M das Birdy zum neuen Modelljahr nicht weiterführen wird. »Es kann aktuell noch bestellt werden und natürlich halten wir auch in der Zukunft Ersatzteile bereit, wie bei allen R&M Modellen üblich«, versichert das Unternehmen auf Anfrage.
Hintergrund der R&M-Entscheidung: die Nachfrage hat sich bei den Mühltalern, die im Vergleich schon sehr früh auf E-Bikes gesetzt haben, sehr in diese Richtung entwickelt.
Auch wenn man sich bewusst sei, dass das traditionsreiche Birdy ein wichtiger Bestandteil der R&M-Unternehmensgeschichte ist und auch den Grundstein für die heutigen Innovationen gelegt hat, will der Anbieter sein Angebot anpassen und sich auf sein Kernprodukt E-Bike konzentrieren. »Das Auslaufen ist vor allem eine Chance, die Entwicklung innovativer Konzepte weiter voranzutreiben und so den Kundinnen und Kunden von Morgen gerecht zu werden«, heißt es dazu abschließend aus Mühltal.
Birdy-Produzent Pacific Cycles baut weiter
Etwas anders sieht es beim Birdy-Bauer Pacific Cycles aus. Der hält als Produzent dieses Modell, dass er von der Idee von Markus Riese und Heiko Müller zur Serienreife und -produktion führte, die Birdy-Vertriebsrechte für Asien in seinen Händen. Selbst in schwierigen Zeiten ist die anhaltende Birdy Nachfrage laut Pacific Cycles vorhanden und die Verkäufe zumindest konstant – was auch damit zusammenhängt, dass dieser kompakte Falter vor allem auf den dortigen Ländermärkten eine große Fan-Gemeinde hinter sich weiß.
Gegenüber dem RadMarkt bestätigt Pacific Cycles Marketing-Manager Max Yeh, dass »sowohl die `Gen3´- als auch die `New Classic´-Modelle weiterhin produziert werden«. Das in limitierter Auflage und zum stolzen VK-Preis von 4.000 USD (3.560 Euro) kreierte Pacific 45th Anniversary-Birdy-Modell »P45« war sogar ausverkauft!
Außerdem legen die Taiwaner Wert darauf, auch zukünftig eng mit »the Birdy-Brain« Markus Riese zusammenzuarbeiten. Schließlich hege der nach wie vor eine große Leidenschaft für das von ihm entwickelte Fahrrad.
Birdy-Vertriebsrechte in EU, UK etc. bald bei Pacific Cycles?
Da die Birdy-Vertriebsrechte für die EU, Großbritannien und die umliegenden Regionen noch bei R&M liegen, wird Pacific Cycles auch kein Birdy-Modell an seinem diesjährigen Eurobike-Stand (Halle 8/D58) präsentieren. Interessierte können sich dort allerdings gerne über aktuelle Entwicklungen informieren, heißt es aus der Pacific Cycles-Zentrale in Hsin Wu/Taoyuan.
Birdy-Markt Japan trennt sich von BD-1
Was Pacific Cycles auch noch entgegen kommt: in der Vergangenheit musste der einstige Nippon-Vertriebspartner Mizutani das »Birdy« aufgrund von lokalen Markenrechten seitens Suzuki Motors im Land der aufgehenden Sonne unter dem etwas sperrigeren Alternativ-Namen »BD-1« anbieten. Trotzdem entwickelten sich dort wie dann später auch in weiteren asiatischen Ländern die von Pacific Cycles gelenkten »Birdy«- (alias in Japan BD-1«)-Verkäufe bestens. Nach jahrelangen Verhandlungen mit dem Markeninhaber und dank des wachsenden Ansehens dieses Faltklassikers kann Pacific Cycles nun auch den Namen »Birdy« in Japan verwenden.
Text: Jo Beckendorff


