Mit diesem Schritt (und seit Übernahme unter neuer Führung) legt die in Karlstein a.M. bei Frankfurt ansässige BMZ Group-Zentrale quasi eine Rolle rückwärts hin: im September 2023 startete der weltweit agierende Batterieexperte mit einer Produktionsstätte in Nordmazedonien durch. Schon ein Jahr später erfolgte der Spatenstich für einen unter dem Namen »Skopje 2« benannten neuen erweiterten Produktionsstandort. Der sollte »Skopje 1« ablösen und langfristig einmal 700 Arbeitsplätze schaffen. Dazu ist es aber nicht gekommen. Wie auch immer: bis zum Jahresende verlieren alle bis dato 89 Beschäftigten von BMZ Nordmazedonien ihren Job. Die Geschäftsführung informierte die Belegschaft noch vor der nun veröffentlichen Bekanntgabe. Über die jeweiligen Folgen für die Betroffenen laufen laut BMZ persönliche Gespräche.
Nach Angaben der Karlsteiner arbeitet der polnische Standort Gliwice nach denselben Produktspezifikationen und Qualitätsstandards. So bleiben auch die bestehenden Zertifizierungen erhalten. Betroffene Kunden wurden über den Wechsel informiert.
BMZ Polen hat sich vor allem mit der Entwicklung einer speziell für den globalen Markt für E-Busse und Spezialfahrzeuge konzipierten neuen Generation von Batteriesystemen einen Namen gemacht. Wesentliches Merkmal dieser von polnischen Ingenieuren entwickelten »Versora«-Batterie ist ihre skalierbare Architektur. laut Unternehmensangaben ermöglicht sie es »den Fahrzeug-Herstellern, das System hinsichtlich Energie, Leistung, Betriebsspannung und Abmessungen wie ein Baukastensystem zu konfigurieren«. Der neue Batterietyp wird auch am Standort Gliwice produziert.
Außerdem in Gliwice zu Hause: das Thema E-Bike-Akku. BMZ Polen hat sowohl den Prototypen-Bau als auch die eigentliche Akkusystem-Produktion unter seinen Fittichen.
Nach der letztjährigen Komplettübernahme seitens des vorherigen Minderheitsgesellschafters SKion beschäftigt die BMZ Battery Solutions Group nach wie vor weltweit mehr als 1.450 Mitarbeitende. Produziert wird auf alles allem über 194.000 Quadratmetern Fläche in Brasilien, China, Deutschland, Polen und den USA. Dazu gesellen sich Vertriebs- und Servicestandorte in Hongkong, Japan und im Vereinigten Königreich.
Text: Jo Beckendorff


