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Chinas OEM-Produzent Tianjin Fuji-Ta alias Fujita feierte tolles Börsendebüt
Letzte Woche Donnerstag (6. August) knallten an der Börse Shanghai die Sektkorken. Der Börsengang von Tianjin Fuji-Ta Bicycle Manufacturer Co., Ltd. - in der Heimat als »Foxconn der Zweirad-Branche« bezeichnet - hatte es tatsächlich in sich: der Ausgabekurs in Höhe von 17,46 CNY (2,28 Euro) schnellte am IPO-Tag auf einen Höchststand von 45,45 CNY (5,94 Euro), beruhigte sich dann aber im Laufe der Woche wieder.

Zwar lag der Kurs des im Westen eher unter dem Namen Fujita bekannten Produzenten am Montag der nächsten Woche (10. August) wieder bei 29,10 CNY (3,80 Euro) – damit aber immer noch sehr gute 66,7 Prozent über dem Ausgabekurs. Insgesamt wurde 41,23 Millionen Aktien ausgegeben.
Vom heimischen Bikesharing- zum internationalen OEM-Produzenten
Tianjin Fuji-Ta hat sich als OEM-Produzent einen internationalen Namen erarbeitet. Bevor das Geschäft Richtung Welt durchstartete, wurde der Verläufer des Anbieters mit Aufkommen der heimischen Mietrad-Systeme groß.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Namen Ofo. Bevor der Bikesharing-Pionier den internationalen Markt betrat, war er in der Heimat schon zum Marktführer gereift. 2017 wurde mit der Ofo DE GmbH ein Standbein in Europa aufgebaut. Schnell waren die gelben vom Tianjin Fuji-Ta-Vorläufer gebauten Ofo-Bikes überall in Berlin & Co. zu sehen. Allerdings verhob sich der Mietrad-Riese bei seiner Expansion gewaltig. 2019 musste er Insolvenz anmelden und wurde aufgelöst.
Mit der Pleite von Ofo war der dafür produzierende Fahrrad-Hersteller aber noch lange nicht am Ende. Vorsorglich hatte er 1998 eine erste OEM-Kooperation mit dem südkoreanischen Bikehersteller Samchuly Bicycle Co. Ltd. eingetütet. Das war der erste Schritt des mittlerweile weltweiten OEM-Geschäfts der offiziell 1992 gegründeten Tianjin Fuji-Ta Group Co. Ltd.. Besyagtes OEM-Geschäft nimmt derzeit einen Anteil von über 92 Prozent an der Gesamtproduktion ein. Mit der Globalisierung stieg auch der Qualitätsanspruch. Zur Diversifikation des Geschäfts ist die China-Größe auch schon mit Produktions-Standorten in Kambodscha und Vietnam im Weltmarkt. RadMarkt-Anmerkung: so lässt sich auch der bestehende hohe EU-Strafzoll (Stichwort Anti-Dumping) auf Fahrrad-Ware aus China elegant umgehen.
Laut dem Chinesischen Fahrradverband CCA gehörte Fuji-Ta mit sein Fahrrad-Umsätzen 2022 bis 2024 zu den Top-Drei der heimischen Fahrrad-Produzenten. Im letzten Jahr sprengte der Umsatz die 5 Milliarden CNY-Marke (rund 653 Millionen Euro) und baut für diverse weltweit bekannte internationale Marken.
Der Börsengang soll dem Unternehmen circa 719,9 Millionen CNY (rund 94 Millionen Euro) in die Kasse gespült haben. Tianjin Fuji-Ta will diese eingenommenen Finanzmittel gezielt in drei Kernbereiche stecken.
Die betreffen zum einen (Stichwort Automatisierung) ein Smart-Manufacturing-Projekt für hochwertige Fahrräder und E-Bikes, zum anderen ein Forschungszentrum »für den Aufbau und die Verbesserung des unternehmenseigenen F&E-Zentrums« sowie in die Erweiterung des Vertriebsnetzes und der Steigerung der Markenbekanntheit.
Heißt wohl auch, dass sich das Unternehmen als eines der führenden OEM-Produzenten Chinas künftig auch verstärkt auf den eigenen Markenaufbau seiner Eigenmarke Fujita bzw. Battle konzentrieren will. Hauptgrund sind wahrscheinlich die im Vergleich geringeren Margen des OEM- inklusive Mietrad-Geschäfts.

Text: Jo Beckendorff

Foto: Fujita
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