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Codi will Lugano-Insolvenzverfahren mit Vergleich beschleunigen
Im Zusammenhang mit dem im November letzten Jahres beantragten Chapter-11-Verfahren ihrer Schmucktochter Lugano Inc. hat die US-Beteiligungsgesellschaft Compass Diversified Holdings (Codi) eine Vergleichsvereinbarung und gegenseitige Freistellung sowie eine damit verbundene Planunterstützungs-Vereinbarung geschlossen.

Der Vergleich soll nicht nur die Abwicklung der Lugano-Insolvenz beschleunigen, sondern auch eine geordnete Liquidation der Lugano-Vermögenswerte ermöglichen. Im Gegensatz zu einem Rechtsstreit wird somit eine zeitnahe Ausschüttung der Erlöse gewährleistet und eine größere Sicherheit hinsichtlich der Rückflüsse geboten, heißt es aus der Unternehmenszentrale in Westport/Connecticut.
Allerdings wird der Vergleich erst wirksam, wenn die in den Vereinbarungen festgelegten Bedingungen erfüllt sind. Gegenwärtig kann keine Gewähr dafür gegeben werden, dass der Liquidationsplan bestätigt wird oder in Kraft tritt. Der Zeitpunkt dessen Inkrafttretens ist ebenfalls unklar. Auf jeden Fall wird der Vergleich in den von Lugano vorgeschlagenen Liquidationsplan aufgenommen. Darin sind auch die Codi-Forderungen aus der Lugano-Insolvenzmasse enthalten.
»Dieser Vergleich ist ein wichtiger Schritt nach vorne«, erklärt der Codi- Vorstandsvorsitzender Larry Enterline, »er beschleunigt die Abwicklung der Lugano-Insolvenz und ermöglicht es der Insolvenzmasse, effizient auf die Bestätigung eines Liquidationsplans hinzuarbeiten. Zudem ermöglicht er eine zeitnahe Rückforderung von Barmitteln für Codi und reduziert die laufenden Kosten sowie die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren. Da die Codi-Forderungen im Rahmen der Lugano-Insolvenz nun geklärt sind, kann sich das Unternehmen jetzt wieder voll und ganz auf seine strategischen Prioritäten konzentrieren, um langfristigen Wert für die Aktionäre zu schaffen: den Abbau der Verschuldung, die Optimierung der Geschäftsabläufe und die Schließung der Lücke zwischen dem Handelspreis von Codi und dem inneren Wert seiner Geschäftsbereiche.«
Hintergrund: Nachdem Codi Mitte letzten Jahres aufgrund von Unregelmäßigkeiten in den Finanzierungs-, Buchhaltungs- und Bestandspraktiken« ihrer Schmucktochter Lugano selbst in finanzielle Schieflage geraten war (der Aktienkurs sauste damals um 59 Prozent in den Keller), reagierte deiebörsennotierte Beteiligungsgesellschaft (der Fahrradbranche auch als Mutter der Anbieter Boa Technology und Primaloft bekannt) mit sofortigen Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Finanzlage. An der anschließenden Lugano-Insolvenz nach Chapter 11 hat das Unternehmen heute noch zu knabbern. Auch wenn der Aktienkurs wieder allmählich auf Erholungskurs ist – die Tatsache, dass Codi aufgrund der Lugano-Probleme unter anderen ihre Finanzberichte 2022 bis 2024 neu verfassten musste, hat Vertrauen gekostet.

Text: Jo Beckendorff

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