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Deutsche hGears AG-Tochter stellt Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung
Die deutsche Tochtergesellschaft des börsennotierten auch im E-Bike-Geschäft aktiven Hochpräzisions-Getriebe- und -Komponenten-Hersteller hGears AG - die Schwarzwälder hGears Schramberg GmbH - hat gestern (7. September) beim zuständigen Amtsgericht Rottweil einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt.
Foto: hGears AG

Zu dieser Entwicklung hat vor allem die anhaltend schwache Entwicklung des für den Standort Schramberg besonders wichtigen Geschäftsbereichs E-Bike beigetragen. Dort hat die Marktflaute zu einer erheblichen Unterauslastung der bestehenden Produktionsstrukturen geführt.
»Die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung lässt uns keine andere Wahl, als für die hGears Schramberg GmbH ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu beantragen. Das Verfahren eröffnet jedoch die Möglichkeit, die notwendigen strukturellen Veränderungen vorzunehmen und eine tragfähige Perspektive für den Standort zu entwickeln«, erklärt hGears AG-CEO Sven Arend, »Zugleich wollen wir die operative Kontinuität für unsere Kunden und Geschäftspartner bestmöglich sicherstellen und die Voraussetzungen für eine langfristig wettbewerbsfähige Aufstellung schaffen.«
Nach Einreichung des Insolvenzantrags in Eigenverwaltung soll der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden. Außerdem wird die Geschäftsführung im Rahmen der Eigenverwaltung im Amt bleiben und den Restrukturierungsprozess steuern. Ziel ist es laut Unternehmensangaben, »die erforderliche Restrukturierung des Standorts Schramberg in einem geordneten rechtlichen Rahmen voranzutreiben und die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Aufstellung zu schaffen«.
Wichtig zu wissen: das Insolvenzverfahren ist ausschließlich auf die deutsche Tochter hGears Schramberg GmbH begrenzt. Auf die entfielen im ersten Halbjahr 2026 rund 26 Prozent des Konzernumsatzes. Sowohl die börsennotierte hGears AG sowie die weiteren operativen Tochtergesellschaften mit Produktionsstandorten in Padua (Italien) und Suzhou (China) sind derzeit nicht von der Insolvenz in Eigenverwaltung betroffen. Sie führen ihren Geschäftsbetrieb unverändert fort.
Hintergrund der Antragstellung der Schwarzwälder ist laut deren Angaben »die eingetretene Zahlungsunfähigkeit infolge dauerhaft zu geringer Produktionsvolumina und einer für das aktuelle Geschäftsvolumen zu hohen Kostenbasis«.
Heißt auch, dass die in den letzten Geschäftsberichten erwähnten umfangreichen Struktur-, Effizienz- und Kostensenkungs-Maßnahmen nicht gereicht haben, um den Standort unter den veränderten Marktbedingungen aus eigener Kraft wirtschaftlich tragfähig aufzustellen. So konnte die erhebliche Unterauslastung der bestehenden Produktionsstrukturen im Sektor E-Bike nicht aufgefangen werden.

Text: Jo Beckendorff

 

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