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Donkey Republic im ersten Halbjahr 2026 erstmals mit einem positiven EBIT
Die 2026er-Halbjahres-Ergebnisse des börsennotierten Mietrad- und -E-Bike-Systemanbieters Donkey Republic Holding A/S zeigen, dass die »Ride and Do Well«-Strategie der Dänen greift - und das nicht nur in deren Heimat, sondern vor allem in Deutschland.
Foto: Donkey Republic

Die Geschäftsentwicklung des Bike-Sharers war im ersten Halbjahr von anhaltendem Wachstum und einer deutlichen Verbesserung der Rentabilität geprägt. Nach einem von schlechtem Wetter eingebremsten ersten Verkaufsquartal 2026 erholte sich das Geschäft im zweiten Quartal so, dass das Gesamtergebnis den Planvorgaben entsprach.
Heißt, dass der Gesamtumsatz 01-06/2026 im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um zweistellige 15,8 Prozent auf 86,8 Millionen DKK (11,6 Millionen Euro) hochschaltete. Darin enthalten: Fahrgast-Umsätze in Höhe von 54,4 Millionen DKK (7,3 Millionen Euro, plus 13,6 Prozent) und Umsätze aus B2G (= »Business to Government«) und B2B (= »Business to Business«)-Verträgen in Höhe von 28,5 Millionen DKK (3,8 Millionen Euro, plus 15,5 Prozent).
Erstmaliger EBIT-Gewinn im ersten Halbjahr
Das EBITDA hat sich mit seinen 20,3 Millionen DKK (2,7 Millionen Euro) im Vergleich zu 01-06/2025 mehr als vervierfacht. So konnte auch die EBITDA-Marge von 7 Prozent im ersten Halbjahr 2025 auf nunmehr 23 Prozent wachsen. Und das EBIT war mit seinen 4,7 Millionen DKK (0,6 Millionen Euro) erstmals in einem ersten Halbjahr positiv. Zum Vergleich: im vorherigen ersten Halbjahr lag das EBIT noch bei minus 8,1 Millionen DKK = 1,1 Millionen Euro).
Dazu Donkey Republic-CEO Thor Möger Pedersen: »Am wichtigsten ist vielleicht, dass wir im ersten Halbjahr 2026 zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte ein positives EBIT im ersten Halbjahr erzielt haben, verbunden mit einem leichten Gewinn auf Ebene des Nettoergebnisses, was die Stärke unseres zugrunde liegenden Geschäftsmodells widerspiegelt. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung und der positiven Geschäftsaussichten korrigieren wir die Prognose für das Gesamtjahr nach oben auf einen Umsatz von 184 bis 194 Millionen DKK (24,6 bis 25,9 Millionen Euro), ein EBITDA von 38 bis 45 Millionen DKK (5,1 bis 6,0 Millionen Euro) und ein EBIT von 4 bis 9 Millionen DKK (0,5 bis 1,2 Millionen Euro).«
Große Deutschland-Ambitionen
Das deutlichste Beispiel für die Donkey Republic-Strategie in der Praxis findet sich laut Anbieter in Deutschland. Im April führten die Dänen ihr vertragsbasiertes System im Ruhrgebiet mit ihrer Fahrradplattform der vierten Generation (Gen4) ein. Kurz darauf folgte der Start in Düsseldorf.
Zusammen werden diese beiden Systeme bis Oktober mehr als 8.000 Fahrräder zur bestehenden operativen Flotte von Donkey Republic hinzufügen, die im Laufe der zweiten Jahreshälfte Schritt für Schritt folgen sollen. Die Dänen weisen darauf hin, dass dies nur die Anfangsphase des deutschen Rollouts widerspiegelt – wobei die Auslieferungen hinter dem ursprünglichen monatlichen Zeitplan zurückliegen. Da sich dadurch der Zeitplan verkürzt, in dem beide Systeme mit voller Kapazität betrieben werden können, könnte das auch die Gesamtrentabilität des Donkey Republic-Geschäftsjahres 2026 belasten.
Anders ausgedrückt: der volle Umsatz- und Gewinnbeitrag des deutschen Geschäfts wird wohl erst im kommenden Jahr 2027 voll zum Zuge kommen.
Markt Nordische Länder
Trotz neuer Konkurrenz hat sich das Donkey Republic-Geschäft in den nordischen Ländern (alias Dänemark und Finnland) stabil entwickelt. Während es in der Heimat Dänemark größtenteils lizenzbasiert läuft, ist Finnland eher ein vertragsbasierter (B2G) Markt.
Donkey Republic-Markt Benelux stabilisiert sich
Bis dato größte Donkey-Republic-Region: Benelux. Der Umsatz des dortigen B2G-orientierten Geschäfts ging allerdings aufgrund der verkleinerten Flotte in den Niederlanden, die auf eine Genehmigungssituation im letzten Jahr zurückzuführen ist, leicht zurück. Nach Lizenzproblemen und Flottenumschichtungen in den Niederlanden, die das dortige Geschäft belasteten, wurde die betroffene Flotte vor Beginn der Saison 2026 umgeschichtet. Der regionale Deckungsbeitrag stabilisierte sich im ersten Halbjahr. Gleichzeitig wird weiterhin daran gearbeitet, die dortige Expansion voranzutreiben. »Die Benelux-Region bleibt ein Eckpfeiler unserer Geschäftstätigkeit. Wir konzentrieren uns darauf, die Region wieder auf einen Margenwachstums-Kurs zu bringen, sobald diese Maßnahmen ihre volle Wirkung entfalten«, heißt es dazu im Geschäftsbericht.
Ausblick
Der börsennotierte Bike-Sharer strebt weiterhin einen Wechsel vom Börsenplatz Nasdaq First North zum Hauptmarkt Nasdaq Kopenhagen an. Wenn dieser Wechsel zustande kommt, wird das voraussichtlich zu einem Einmal-Aufwand in Höhe von rund 0,67 Millionen DKK (0,08 Millionen Euro) führen.
Ansonsten lautet die Zielsetzung des Unternehmens wie folgt: bis Ende 2027 will man eine Flotte von 30.000 bis 35.000 Fahrräder und E-Bikes im Markt haben (Flottenstand 30.6.2026: 23.594 Einheiten) und einen Jahresumsatz von 220 bis 270 Millionen DKK (29,4 bis 36,1 Millionen Euro) erwirtschaften.
Bis 2023 sollen es dann 60.000 bis 70.000 Flotten-Einheiten und ein Umsatz zwischen 400 und 480 Millionen DKK (53,5 und 64,2 Millionen Euro) sein.

Text:  Jo Beckendorff

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