Das Reindustrialisierungs-Projekt FIPA (»Fabbricia Italiana Produzione Autoveicoli» = italienische Automobil-Fabrik) sieht die Umwandlung des sanierungsbedürftigen Werks von US-Automobil-Zulieferer Lear Corporation mit Sitz in Grugliasco (Großraum Turin) in ein Montage-Zentrum vierrädriger E-Fahrzeuge der Fahrzeug-Klassen L6 (leichte bis zu 45 km/h schnelle Modelle) und L7 (bis zu 90 km/h schnelle Modelle) vor. Wie schon berichtet wurde dafür eine Investition zwischen 80 und 100 Millionen Euro in die Hand genommen. Ziel ist eine Produktionskapazität von jährlich rund 20.000 Fahrzeugen.
Hier kommt Desner ins Spiel: laut Desner-Gründer und FIPA-Partner Angelo Sun habe man dank enger Zusammenarbeit mit internationalen Partnern in den letzten Jahren seinen eigenen Weg auf dem Markt leichter E-Mobilität eingeschlagen – und dabei zur Entwicklung von Fahrzeugen beigetragen, die für den realen, effizienten und nachhaltigen Einsatz in Städten konzipiert sind.
Mit der Gründung von FIPA S.p.A. würde man 2026 in eine neue Phase eintreten. Deren Ziel ist es, »die im Ausland erworbenen Fähigkeiten, Prozesse und das Know-how nach Italien zurückzubringen« – und somit eine nationale Produktion marktnah für Europa aufzunehmen.
Made in Italy und marktnah für Europa
»Die Idee für FIPA entstand schon vor einigen Jahren«, erklärt Sun rückblickend, »bereits 2021 wurde in enger Zusammenarbeit mit dem asiatischen Markt klar, dass für eine nachhaltige Elektromobilität in Europa kleinere, leichter zugängliche Fahrzeuge benötigt werden, die mit den europäischen Städten und den nun in Kraft tretenden Vorschriften vereinbar sind. ITB Auto stellte als Importeur und Pionier eine erste Phase dar. FIPA ist die natürliche Weiterentwicklung dieser Reise: eine industrielle Struktur, die darauf abzielt, direkt in Italien für den europäischen Markt zu produzieren, eine Zwischenlösung zwischen den Kategorien L6 und L7 zu entwickeln und dem Konzept des urbanen A-Segments wieder Bedeutung zu verleihen.«
Deglobalisierungs-Paradigmenwechsel
In diesem Zusammenhang verweist Sun auch auf die derzeit laufende Deglobalisierung: »Die Logistikkosten sind strukturell gestiegen und haben nicht wieder das Niveau vor Covid erreicht. Eine europäische Produktionsbasis reduziert die Transportkosten drastisch und ermöglicht uns vor allem einen direkteren und transparenteren Kontakt zum Endkunden, vom Verkauf bis zum Kundendienst, von Ersatzteilen bis zur Wartung. Es handelt sich um einen notwendigen Paradigmenwechsel.«
Mehr Info zu Desner unter www.desnerauto.com sowie zu FIPA unter www.fipaspa.it.
Text: Jo Beckendorff



