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Essbare Scheinwerfer? Wie Busch & Müller Nachhaltigkeit umfassend denkt
Einen Scheinwerfer mit einem Gehäuse aus biologisch abbaubarem Kunststoff hat Fahrradbeleuchtungs-Hersteller Busch & Müller entwickelt. Die Bio-Kunststoff, der den 80 Lux starken IQ-XS friendly umhüllt, besteht aus Bio-Kunststoff auf Basis von Maisstärke oder Zuckerrohr - essbaren Rohstoffen. Und das ist nur ein Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Sauerländischen Unternehmens, das jetzt 100 Jahre alt ist.
Das Gehäuse des IQ XS friendly besteht aus Biokunststoff basierend auf einer Stärke, die aus Mais oder Zuckerrohr gewonnen werden kann.Foto: Busch & Müller

»Friendly«, freundlich, heißt bei Busch & Müller in Meinerzhagen das Zauberwort für Produkte, die unter einem besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit entwickelt und vertrieben werden.
»Wo möchten wir mit dem nachhaltigen Produkt eigentlich hin?«, fragte sich Projektleiter Jan Minke als er vor drei Jahren in das Projekt »friendly-Scheinwerfer« einstieg . »Klar war: Wir wollen nicht nur auf Kunststoffe aus Öl verzichten. Wir wollen alles.« Das bedeutete: Kunststoff, der nach seiner Lebenszeit biologisch abbaubar ist.

Jan MinkeFoto: Busch & Müller

Der Entwicklungsprozess war komplex: Das Material muss spritzgussfähig sein, verschiedene Härtegrade erfüllen, farbecht und temperaturbeständig bleiben. »Man braucht Know-how und steckt viel Zeit hinein«, erklärt Minke.

Letztendlich basieren die entwickelten Materialien auf einer bestimmten Art Stärke, die aus Mais oder Zuckerrohr gewonnen werden kann.

Erster Schritt trotz Kompromissen

Noch ist das Bio-Kunststoff-Gehäuse nur ein Bestandteil des Produkts. »Viele Bausteine sind heute nicht durch nachhaltigere ersetzbar«, verweist Minke auf die Elektronikbauteile. »Aber man muss den ersten Schritt gehen, auch wenn das zunächst nur die halbe Wahrheit ist«, ergänzt Geschäftsführer Guido Müller.

Wichtig ist Busch & Müller, Nachhaltigkeit umfassend umzusetzen: in Verantwortung für die Zukunft. Das Konzept umspannt eine breite Range von Energie- und Ressourcen-Effizienz über Design und Herstellung der Produkte bis hin zur Arbeitskultur und Logistik.
Ökostrom aus Wasserkraft spart 850 Tonnen CO₂ ein, Photovoltaik-Anlagen decken zusätzlich bis zu sieben Prozent des Strombedarfs ab. Die Abwärme der Spritzgussmaschinen beheizt Verwaltung und Produktionshallen. In der Produktion werden Regranulate verwendet: Spritzguss-Abfälle werden wieder zu Granulat gemahlen und verwertet. Die Verpackung ist seit Jahren blister- und kunststofffrei.
Trotz der Fahrradbranchenkrise nach der Pandemie hielt das Unternehmen alle 250 Mitarbeiter. »Ich möchte keinen einzelnen von euch verlieren«, sagte Müller vor der Belegschaft.

Qualität statt Billigpreise

Obwohl asiatische Ausstatter oft günstiger anbieten, kann Busch & Müller bei Radherstellern mit Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Produkte überzeugen. Ein ebenfalls nachhaltiges Prinzip: Je länger ein Produkt funktioniert, desto seltener muss es ersetzt werden.
»Wir können nicht billig, aber wir können gut«, fasst der Geschäftsführer die Unternehmensphilosophie zusammen.

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