Eurobike 2025 behauptet sich in schwiegen Branchenzeiten
Auch wenn die gestern (29. Juni) nach fünf Tagen zu Ende gehende 33. Fahrrad- und Ecomobility-Weltleitmesse Eurobike im Vergleich zum Vorjahr »nur« 1.500 Aussteller (minus 16,7 Prozent), 31.270 Fachbesucher (minus 10,9 Prozent) und 30.420 Endverbraucher (minus 8,1 Prozent) anzog, zeigt sich Eurobike-Macher Fairnamic GmbH mit Blick auf die derzeit angespannte Marktumfeld mit diesem Ergebnis durchaus zufrieden.
Lockte am Eurobike Festival-Wochenende 30.420 Fahrrad-Fans nach Frankfurt - klingt viel, ist aber im Vergleich zum Vorjahr leider wie bei den Aussteller- und Fachbesucher-Zahlen auch ein wenn auch nur einstelliger Rückgang.Foto: Eurobike

Gesunkene Aussteller- und Besucherzahlen hin oder her – dafür gibt es in der aktuellen problemumtosten Branche Erklärungen. Was allerdings erfreulich ist: die internationale Strahlkraft der Eurobike besteht weiterhin. Das belegt die zwar gesunkene, aber mit einer höheren internationalen Beteiligung ausfallende Fachbesucher-Zahl. Laut Fairnamic stieg sie im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozentpunkte auf einen Mehrheitsanteil von 53,7 Prozent.
Was natürlich auch mit dem diesjährigen Fernbleiben von Fachbesuchern sowie Aussteller aus dem Heimatland Deutschland zu tun hat. Große Einkaufsverbände wie ZEG und Bike&Co. haben die Branchenplattform verlassen. Sie setzen lieber auf eigene Verbands- und Ordermessen.
In diesem Zusammenhang ist die Aussage von VSF-Geschäftsführer Uwe Wöll interessant, der anders als die beiden oben genannten Verbände mit seinem Verbund Service und Fahrrad e. V. (alias VSF) als Aussteller vor Ort war: »Die Fahrradbranche braucht eine Leistungsshow und Öffentlichkeit. Weder Haus- noch interne Ordermessen können diesen Part übernehmen. Starke Brands haben auch dieses Jahr auf der Eurobike gezeigt, wie das geht – durch Präsenz, durch Innovation und durch coole, moderne Auftritte.«
»Ob als Aussteller oder Besucher, die gesamte Fahrrad- und Ecomobility-Welt war auf der Eurobike präsent und nutzte die Plattform für die Netzwerk-Pflege, Neugeschäfts-Anbahnung und den inhaltlichen Austausch. Dies unterstreicht auch in herausfordernden Zeiten den Stellenwert der Eurobike als wichtigsten internationalen Treffpunkt der Branche«, freut sich Fairnamic-Geschäftsführer Stefan Reisinger. So belegte die diesjährige Eurobike mit ihren 1.500 internationalen Ausstellern auch weiterhin mehr als 130.000 Quadratmetern in sechs Hallen und dem riesigen Außengelände.
Endverbraucher – quo vadis?
Was den Eurobike-Machern allerdings zu denken geben sollte: wie kann es sein, dass es zu einer Zeit, in der sich laut Brancheninsidern die Stimmung wieder aufhellt und sich Endverbraucher wieder vermehrt für das Thema Fahrrad interessieren, weniger von denen als im Vorjahr auf die eigens für sie ausgerufenen Fahrrad-Festivaltage am Wochenende mit Test-Track etc.pp locken lassen – und das in einer Stadt wie Frankfurt, die selbst mit urbaner Fahrrad-Mobilität punkten will?
Und wie kann es sein, dass es sich trotz großem Medienrummel vor und während der Eurobike noch nicht unter allen Frankfurtern herumgesprochen hat, dass die größte Fahrrad-Messe der Welt in ihrer Metropole stattfindet? Am Wetter kann es nicht gelegen haben. Sicherlich war es warm. Auf dem Außengelände und den Test-Tracks (Stichwort Fahrtwind) war es aber teilweise besser auszuhalten als in den Messe-Hallen.
Überwiegende Zufriedenheit
Nichtsdestotrotz zeigte sich der überwiegende Teil der Aussteller laut Fairnamic hoch zufrieden von der Qualität des Besucherspektrums und der Gespräche. Der Geschäftsführer des deutschen Shimano-Importeurs Paul Lange GmbH & Co. KG fasste es letztendlich wie folgt zusammen: »Die Eurobike 2025 war für uns eine sehr erfolgreiche Messe. Obwohl viele namhafte Player nicht mehr hier ausstellen, waren dennoch alle als Besucher da. Die Qualität der Gespräche war durchweg positiv und zeigt, dass die Branche insgesamt auf einem sehr guten Weg ist.«
Nun gilt es eben, die in diesem Jahr auf den Eurobike-Auftritt verzichtenden namhaften Player vielleicht wieder im kommenden Jahr für sich gewinnen zu können.
Apropos Eurobike 2026: dass die mit einer Schwestermarke namens Mobifuture antreten wird und an welchen Tagen, erfahren Sie in einer weiteren heute veröffentlichten RadMarkt-Meldung.

Text: Jo Beckendorff

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