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Eurobike 2026 einen Tag kürzer: „kompakter, fokussierter, wirtschaftlicher“
Die Messeveranstalter der Fairnamic GmbH reagieren auf die veränderten Rahmenbedingungen der globalen Fahrradbranche und gestalten die Eurobike 2026 kürzer. Der Sonntag entfällt, die Messe läuft Mittwoch bis Samstag (24. bis 27. Juni 2026). Dadurch soll die Messe kompakter und kostengünstiger werden. Das soll die internationale Leitmessefunktion festigen.
Neue Formen der Mobilität sollen künftig in der parallel zur Eurobike stattfindenden Mobifuture abgebildet werden.Foto: Fairnamic

Der Veranstaltungszeitraum für die Eurobike und die Neuveranstaltung Mobifuture wird um einen Tag gekürzt und findet nach wie vor auf dem Gelände der Messe Frankfurt statt. Der Wegfall des oftmals mit zusätzlichen Kosten einhergehenden Messesonntags – mit dem Eurobike-Umzug 2022 mit Blick auf Endverbraucher eingeführt – „ist eine bewusste Entscheidung zugunsten einer stärkeren fachlichen Ausrichtung mit klarer Re-Fokussierung auf das B2B-Segment und den Fachhandel an den Messetagen Mittwoch bis Freitag (24.-26. Juni 2026).“ Dem folgt dann nur ein Endverbrauchertag, der Samstag, 27. Juni 2026. Am Sonntag, den 28. Juni 2026, findet in Frankfurt zudem der Ironman statt.

Reaktion vor allem auf Kosten-Thematik

„Wir wissen um die aktuellen Herausforderungen in der Branche und nehmen diese sehr ernst. Der Kostendruck ist überall hoch und mit der verkürzten Laufzeit, angepassten Beteiligungskonditionen und fair kalkulierten All-Inklusive Teilnahme-Formaten bieten wir der Branche die Chance, die Eurobike zusammen als starke Innovations- und Highlight-Plattform nachhaltig zu positionieren. Der Wunsch nach einem internationalen Branchengipfel in Europa ist allgegenwärtig und die Eurobike ist der zentrale Impulsgeber zur Marktstimulierung“, sagt Fairnamic-Geschäftsführer Stefan Reisinger. „Wir stehen bereit für das gemeinsame Projekt die Branche standesgemäß, selbstbewusst und mit einem starken Fokus auf den europäischen Markt abzubilden. Dabei ist es unser Anspruch, mit der Eurobike der global wichtigste Treffpunkt und Netzwerk-Event zu sein, bei dem alle internationalen Player eingeladen und willkommen sind.“

Zugleich sollen für die Eurobike neue Beteiligungsformate entwickelt werden, die es insbesondere Komplettrad-Marken ermöglichen sollen, mit überschaubarem Aufwand Präsenz auf der Leitmesse zu zeigen. Damit zielt man auf die Rückgewinnung jener Marktakteure, die zuletzt auf eine eigene Teilnahme als Aussteller verzichtet hatten.

Auch auf die Kritik an den Eintrittspreisen an den Fachbesuchertagen wurde reagiert: Es gibt wieder das aus Friedrichshafener Zeiten bekannte Einladungssystem für Händler aus Deutschland und Europa – vormals bekannt als „Retail First“. Hersteller erhalten damit zukünftig die Möglichkeit, ihre wichtigsten Fachhändler gezielt und kostenfrei zur Messe einzuladen.

Die Eurobike ist eine Fahrradmesse – Mobifuture bildet neues Segment Ecomobility ab

Die Messegesellschaft präzisiert auch nochmal die Abgrenzung zwischen der Eurobike und der neuen Mobifuture: Fahrrad, Pedelec, zugehörige Teile, Komponenten und Zubehör bleiben die zentralen Inhalte der Eurobike und sollen in den Messehallen 11 und 12 (jeweils zwei Etagen) konzentriert werden. Nationale und internationale Zulieferer, die sowohl in der Fahrrad- als auch der Ecomobility-Branche agieren, finden 2026 in der Halle 8 ihren Platz.

Messe für Mobilität, Stadtplanung und Infrastruktur – in der anderen Hälfte des Messegeländes

Das zeitgleich stattfindende neue Format Mobifuture wird in Halle 6 platziert, die erstmals zum Einsatz kommt. Sie ist Teil des Ostgeländes der Messe Frankfurt, befindet sich also auf der anderen Seite des S-Bahnhofs. Hier sollen elektrische Fahrzeuge jenseits des klassischen Fahrrads und Pedelecs ihre Bühne finden: vom E-Scooter über E-Kleinstmotorräder bis hin zu Microcars und elektrischen Lastenfahrzeugen für gewerbliche Anwendungen sowie Dienstleistungen und Services. Eine Halle in der Westhälfte des Geländes kam dafür offenbar nicht in Frage; vielleicht ist eine größere räumliche Trennung auch gewollt.

Zielgruppe auf Aussteller- und Besucherseite sind neben Herstellern auch Anbieter aus den Bereichen Stadtplanung, Politik, Logistik und Infrastruktur sowie kommunale Entscheider und Betreiber urbaner Mobilitätssysteme, die nach praxisnahen Lösungen für die Verkehrswende suchen.

Mit Mobifuture neue Teilbranchen im Blick

„Die Relevanz leichter, kompakter und effizienter Ecomobile steigt rund um den Globus. Neue Hersteller und Fahrzeuge drängen auf den Markt, Innovationen, neue Zielgruppen und Anwendungsfälle entstehen. Wir sehen darin wachsendes Potenzial und den richtigen Zeitpunkt für eine eigenständigere Positionierung ergänzend zum Fahrrad- und Pedelec-Universums“, erklärt Martina Rumschick, Head of Brand and Content, die Neukonzeption.

Beide Veranstaltungen sollen von der Gleichzeitigkeit profitieren – in Logistik, Besucherführung und Infrastruktur. Sie können mit einem einzigen Ticket besucht werden. Der Ausstellershop zur Messeteilnahme 2026 ist ab sofort geöffnet – das Projektteam der Fairnamic steht für Beratung und Rückfragen bereit.

Eurobike bleibt eine klassische Fahrradmesse, Mobifuture ist plausibel abgegrenzt

Mit dieser Klarstellung wirkt Fairnamic einem Missverständnis entgegen, das in den ersten Tagen seit Bekanntwerden der Doppelmesse teilweise unterwegs war, nämlich einer vermeintlichen Aufspaltung der Fahrradausstellung in einen sportiven und einen Mobilitätsteil. Vielmehr bleibt das Fahrrad in seiner gesamten Bandbreite von Sport bis Alltag das überwölbende Thema der Eurobike. Mobifuture hat dagegen seinen Schwerpunkt bei neuen Mobilitätsformen zwischen Fahrrad und Auto und bei der gewerblichen Mobilität in Ballungsräumen.

Im Juni geht es um die Branche, nicht so sehr um Endverbraucher

Mit der Verkürzung der Messe lässt der Veranstalter außerdem ab von dem Spagat zwischen Fachbesucher und Endverbraucher. Letztere wurden, gemessen am quantitativen wie qualitativen Potential des Rhein-Main-Gebiets, ohnehin nicht so umfassend erreicht, wie man hätte meinen sollen. Der Termin im Juni – an dem nicht gerüttelt wurde – eignet sich ohnehin nicht recht, Endverbraucher schon auf die nächste Modellgeneration einzustimmen.

Einkäufern und Fachhändlern zu diesem Zeitpunkt einen Einblick in die nächste Saison zu geben, kann durchaus sinnvoll sein, auch wenn gerade Inhaber kleinerer Betriebe einen Termin nach der Hochsaison vermutlich noch besser gefunden hätten. Andererseits sahen einige Branchenexperten schon immer eine gewisse Logik darin, sich zunächst auf einer Leitmesse einen umfassenden Überblick zu verschaffen, bevor man auf nachfolgenden Order- und Hausmessen in die Feinplanung der Sortimente geht. Nur dürfte dieser Überblick gerne umfassender ausfallen.

Der Markenkern der Eurobike ist das Business

Das jetzt vorgestellte Maßnahmenpaket stellt den klassischen Markenkern der Eurobike als internationale Leitmesse für das Fahrradbusiness in den Mittelpunkt. Das ist eine konsequente Entscheidung. Allein schon indem man sich dabei insbesondere Kostenaspekten gewidmet hat, ist man auf der richtigen Spur. Außerdem ist sich der Veranstalter bewusst, welche Bedeutung die Bandbreite der ausgestellten Fahrradmarken für die Attraktivität der Messe hat. Das hört sich nach einem Plan an.

Die 34. Eurobike und die erste Ausgabe der Mobifuture finden vom 24. bis 27. Juni 2026 an der Messe Frankfurt statt.

Michael Bollschweiler

 

 

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