Mit dem symbolischen Durchtrennen des Bandes auf der Hauptbühne eröffneten Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef, Iris Reimold, Abteilungsleiterin Straßenverkehr im Bundesverkehrsministerium, und Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt am Mittwoch die Messe. Den Eröffnungsrundgang begleiteten Hessens Staatsminister Kaweh Mansoori sowie Stephan Kurzawksi, Geschäftsleitung Messe Frankfurt und Vorsitzender des Messebeirats der Eurobike.
Iris Reimold betonte die Rolle des Fahrrads in der Alltagsmobilität: Sicherer Radverkehr mache Verkehrssysteme klimafreundlicher und Orte lebenswerter. Rhein betonte, wie wichtig die Eurobike als Branchentreffpunkt ist: »Als begeisterter Radfahrer weiß ich, dass sich die Fahrradbranche im Wandel befindet. Gerade deshalb brauchen wir den engen Austausch mit der Branche. Dafür ist die Leitmesse Eurobike ideal. Sie ist Marktplatz, Schaufenster und Gesprächsort zugleich.«
Ferger freute sich über die »starke politische Präsenz zur Eröffnung«. Das zeige, dass Fahrrad, E-Bike und neue Mobilitätslösungen längst Teil zentraler Zukunftsfragen geworden seien. »Mit der Weiterentwicklung der Eurobike schaffen wir eine Plattform, die internationale Märkte vernetzt und neue Mobilitätslösungen sichtbar macht«, so Ferger.
Zeitgleich mit der Eröffnung tritt Matthias Pietsch als Show Director der Eurobike an. Er berichtet direkt an Philipp Ferger und verantwortet die strategische und operative Ausrichtung der Messe mit Schwerpunkt auf internationaler Positionierung. Pietsch leitete zuletzt als Geschäftsführer der A.S.O. Germany die strategische und operative Entwicklung der Deutschland Tour, des Rennens Eschborn-Frankfurt und der Hamburg Cyclassics. Er bringt mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Positionierung von Veranstaltungsplattformen im Bike- und Mobilitätsumfeld mit.
Zur künftigen Ausrichtung kündigte Ferger am vorgelagerten Media Day an, dass die Eurobike ab 2027 ihr Profil als europäische B2B-Plattform für Fahrrad, E-Mobilität und Innovation stärker zuspitzen werde. Der Termin verschiebt sich auf Anfang September.
Ralf Deckers vom Institut für Handelsforschung (IFH) Köln untermauerte die Relevanz der Messe mit Ergebnissen einer internationalen Branchenbefragung. 70 Prozent der Befragten erwarten steigende Einkaufspreise, 61 Prozent sehen wachsende Unsicherheit, 55 Prozent rechnen mit weiterem Margendruck. Zugleich zeigten sich erste Anzeichen einer Verbesserung im Geschäftsklima. In diesem Umfeld gewinnt der persönliche Kontakt an Gewicht: 73 Prozent halten persönliche Netzwerke für besonders relevant, 68 Prozent nennen direkte Lieferantenbesuche.
Wachstumspotenzial durch bessere Ansprache von Frauen
Ungenutzte Wachstumspotenziale für die Branche sollen in der weiblichen Zielgruppe liegen, wie eine von Velokonzept-Geschäftsführerin Isabell Eberlein vorgestellte Studie von Women in Cycling Germany und IFH Köln zeigt: Die Ansprache von Frauen könne zusätzliche Umsätze von 950 Millionen Euro generieren. Während der deutsche Gesamtmarkt bis 2030 voraussichtlich stagniere, könne man dieses Potenzial durch den Abbau von Zugangsbarrieren heben: »Die Fahrradbranche hat kein Nachfrageproblem, sie hat ein Zugangsproblem«, sagte Isabell Eberlein, Gründerin von Women in Cycling Germany. Wer stärker über Sicherheit, Komfort und Alltagstauglichkeit kommuniziere, erschließe erhebliches Wachstumspotenzial.
Mikromobilitätsexperte Hannes Neupert richtete den Blick auf den technologischen Wandel. Software werde künftig sämtliche Bereiche der Mobilität durchdringen, von der Fahrzeugsteuerung über Vernetzung bis hin zu Service und Wartung. Die Grenzen zwischen Hardware- und Softwareunternehmen verschwämmen zunehmend, gleichzeitig entstünden neue Fahrzeugkategorien und neue Anforderungen an Regulierung und Produktsicherheit. Gerade deshalb gewännen physische Messen an Bedeutung, allerdings brauche es neue Ansätze, um Software als Messeinhalt erlebbar zu machen.





