Die Fachbesucherzahl hat sich gegenüber 2025 nahezu halbiert. Zum für Endverbraucher geöffneten Festival-Samstag kamen 8 970 Besucherinnen und Besucher. Im Vorjahr fand die Eurobike mit zwei Festivaltagen statt, die insgesamt von 30 420 Menschen besucht wurden. Rund 800 Aussteller aus 44 Ländern zeigten ihre Neuheiten. Wichtige Themen waren Softwarelösungen für die Vernetzung zwischen Fahrrad und Mensch, neue Antriebstechnologien sowie Sicherheit und Alltagstauglichkeit.
Wirtschaftlich, verbandspolitisch und vom Wetter her sei das Umfeld für die Messe schwierig gewesen, resumiert Veranstalter Fairnamic. Fairnamic-Geschäftsführer Philipp Ferger bezeichnete die Eurobike 2026 als »Messe der Transformation«. Er hob hervor, dass der Anteil der Führungskräfte unter den Fachbesuchern von 58 Prozent im Vorjahr auf 71 Prozent gestiegen sei. Knapp 60 Prozent der Fachgäste reisten aus dem Ausland an, davon etwa zwei Drittel aus Europa und ein Drittel von außerhalb.
Matthias Pietsch, soeben neu als Show Director für die Eurobike eingestellt, räumte ein, dass führende Marken zurückgeholt werden müssten: »Die vielen Gespräche während der Eurobike haben gezeigt, wie groß die Bereitschaft ist, die Zukunft der Leitmesse gemeinsam weiterzuentwickeln.«
Für 2027 kündigt Fairnamic weitreichende Änderungen an: Die Messe soll einen klareren internationalen B2B-Fokus erhalten, kürzer dauern und auf einen anderen Teil des Frankfurter Messegeländes umziehen. Der Termin verschiebt sich auf den 1. bis 3. September 2027. Die Treiberthemen der diesjährigen Ausgabe, Softwarelösungen für die Vernetzung zwischen Fahrrad und Mensch, neue Antriebstechnologien sowie Sicherheit und Alltagstauglichkeit, dürften dabei die inhaltliche Richtung vorgeben.
Stimmen aus der Branche
Die Bilanz aus Industrie und Handel fällt nach vier Messetagen positiv aus. Besonders hervorgehoben werden die hohe Qualität der Fachgespräche, internationale Geschäftskontakte, die mediale Aufmerksamkeit sowie der persönliche Austausch mit Vertretern entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Roman Arnold, Executive Chairman and founder Canyon Bicycles:
»Wir sind zur Eurobike gekommen, um mit unseren Kunden, der Fahrradbranche und der Außenwelt in Kontakt zu treten, unsere Innovationen zu präsentieren und unsere Geschichte mit der Welt zu teilen. Die Eurobike 2026 hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen. Wir haben einen wesentlichen Teil der Identität von Canyon gestärkt und sind sehr zufrieden mit allem, was wir erreichen konnten.»
Susanne und Felix Puello, Geschäftsführer und Inhaber Raymon Bicycles:
»Die Eurobike 2026 war für uns ein voller Erfolg. Genau dieses Umfeld hatten wir uns erhofft: Durch die Abwesenheit einiger großer Marktteilnehmer konnten wir die Bühne optimal nutzen und unsere Neuheiten sowie unsere Strategie einem breiten Fachpublikum präsentieren. Die Frequenz an unserem Stand war durchgehend sehr gut und wir haben zahlreiche hochwertige Gespräche mit Händlern, Partnern und Medien geführt. Besonders gefreut hat uns die offene und partnerschaftliche Atmosphäre auf der Messe. Gerade in einer Zeit des Wandels zeigt sich, wie wichtig der persönliche Austausch ist. Deshalb wäre es auch unserer Sicht wünschenswert, die Herausforderungen der Branche gemeinsam anzugehen und miteinander die Zukunft des Fahrrads gestalten.«
Eric Zhang, CEO E-Bike Division Gobao:
»Mit unserem Aussteller-Engagement zur Eurobike hatten wir ein klares Ziel vor Augen: Wir wollten Kontakte zu weiteren Akteuren der Branche knüpfen, insbesondere zu OEMs, potenziellen Partnern und Medienvertretern. Wir freuen uns sehr, dass wir die Gelegenheit hatten, unser System Hunderten von Besuchern an unserem Stand vorzustellen, und können mit Freude sagen, dass wir unsere Ziele voll und ganz erreicht haben.«
Alex Thusbass, Managing Director des Fahrradherstellers Hepha:
»Wir haben die Eurobike 2026 gezielt als Plattform genutzt, um die mediale Sichtbarkeit von Hepha zu steigern und das Unternehmen inhaltlich als Innovationsmarke zu positionieren. Dazu haben wir das gesamte Standkonzept angepasst und das Urban X-Konzept als sichtbares und medial relevantes Vorzeigeprojekt in den Vordergrund gerückt. Wir können bereits jetzt sagen, dass diese Strategie aufgegangen ist. Die Resonanz von Medien, Handel und Branchenexperten hat unsere Erwartungen tatsächlich übertroffen, da sie zu einer umfangreichen nationalen und internationalen Berichterstattung bis hin zu mehreren TV-Beiträgen in den Mainstream-Sendern geführt hat. Auch ohne den endgültigen Media Value bereits zu kennen, hat sich unsere Investition bereits ausgezahlt. Unser Dank gilt dem Team von Fairnamic und der Messe Frankfurt, die uns hervorragend unterstützt haben. Für Hepha war die Eurobike 2026 wie im vergangenen Jahr in jeder Hinsicht wieder ein voller Erfolg.«
Remi Rennesson, Commercial Manager Cyclee by Valeo:
»Die Messe war für uns äußerst wertvoll, insbesondere an den ersten beiden Tagen. Zahlreiche Medienvertreter besuchten unseren Stand, und die Messeveranstalter gingen aufmerksam auf unsere Bedürfnisse in Bezug auf unsere neue Markenpositionierung ein. Die Qualität der geknüpften Kontakte war hervorragend, und wir waren sehr zufrieden. Es war die perfekte Plattform für uns, um unsere Marke weiter auszubauen.«
Dr. Robert Peschke, CEO Little John Bikes:
»Ich verlasse die Eurobike 2026 mit einem positiven Gefühl. Viele gute Gespräche, neue Impulse und vor allem die Erkenntnis: Die Herausforderungen unserer Branche lassen sich nicht allein lösen. Die Fahrradbranche ist global, und genauso global müssen wir auch denken und handeln. Einmal mehr hat die Eurobike gezeigt, wie viel Potenzial in einem offenen, partnerschaftlichen Austausch steckt. Hersteller, Händler, Zulieferer und Dienstleister verbindet letztlich ein gemeinsames Ziel: Menschen fürs Radfahren zu begeistern.
Weniger Gegeneinander. Mehr Miteinander. Mehr Lösungen statt Lagerdenken. Vielen Dank an alle Gesprächspartner für den inspirierenden Austausch. Gemeinsam können wir unsere Branche nachhaltig weiterentwickeln.«
Ernst Brust, Vorstandsvorsitzender Radlogistikverband Deutschland e. V. (RLVD):
»Die Eurobike 2026 hat erneut gezeigt, dass sich die Fahrrad- und Mikromobilitätsbranche in einem tiefgreifenden Wandel befindet. Die Messe entwickelt sich zunehmend zu einer Plattform für hochwertige Geschäftsgespräche und strategische Partnerschaften. Gleichzeitig wurden deutliche Veränderungen im internationalen Wettbewerb sichtbar. Aus Sicht des Radlogistikverbandes Deutschland (RLVD) sollte der Fokus deshalb wieder stärker auf Innovation, technischer Entwicklung und internationaler Wettbewerbsfähigkeit liegen.«

