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Fahrrad-Akademie von BICO und VSF startet Qualifizierungsprogramm gegen Werkstattengpässe
Der Fachkräftemangel in den Fahrradwerkstätten bleibt eine zentrale Herausforderung der Branche. Mit einem neuen Qualifizierungsprogramm für Quereinsteiger will die „Fahrrad-Akademie“ nun zusätzliche Kapazitäten schaffen und Betriebe kurzfristig entlasten.

Hinter dem Angebot steht der gemeinsame Bildungsträger von VSF (Verbund Service und Fahrrad) und Bike & Co. Ziel ist es, Personen ohne klassische Ausbildung schneller für grundlegende Werkstattaufgaben zu qualifizieren und so Fachkräfte zu entlasten.

Der Bedarf ist erheblich: Laut Shimano Report 2026 fahren europaweit rund 121 Millionen Menschen weniger Fahrrad, weil Werkstattleistungen nicht ausreichend verfügbar sind (wir berichteten: https://radmarkt.de/shimano-studie-lange-werkstatt-wartezeiten-bremsen-radverkehr-in-deutschland/). In Deutschland nennt zudem etwa jeder dritte Befragte lange Wartezeiten als Hauptgrund, auf Werkstattbesuche zu verzichten.

Auch die Ausbildungssituation trägt zum Engpass bei. Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung kamen 2024 lediglich 711 neue Zweiradmechatroniker und Monteure in die Branche. Gleichzeitig gibt es im stationären Fachhandel rund 5.200 Betriebe. VSF und BICO gehen aktuell von etwa 7.500 unbesetzten Werkstattstellen aus.

Modulares Konzept für schnellen Einstieg

Das neue Programm richtet sich gezielt an Quereinsteiger und ist modular aufgebaut. Es umfasst drei aufeinander aufbauende Stufen: Werkstattgrundlagen, technische Vertiefung sowie weiterführende Fachpraxis und -theorie. Die Module können einzeln und berufsbegleitend absolviert werden.

Ziel ist es, Teilnehmende schnell in die Lage zu versetzen, vorbereitende Arbeiten, einfache Reparaturen sowie Montage- und Serviceaufgaben zu übernehmen. Dadurch sollen qualifizierte Fachkräfte mehr Zeit für komplexe Tätigkeiten erhalten.

„Wir sehen das Problem unserer Mitgliedsbetriebe und arbeiten daher an einer wirkungsvollen Lösung“, sagt Stephan Fuchs vom VSF. Die Qualifizierung müsse praxisnah sein und unmittelbar im Werkstattalltag greifen.

Projektleiter David Lauzi ergänzt: „Wir holen die Teilnehmenden dort ab, wo sie stehen und bringen sie zügig dahin, wo die Werkstatt sie braucht: handlungssicher, qualitätsbewusst und vom ersten Tag an als eine echte Unterstützung.“

Praxisorientierung und Förderung

Das Programm kombiniert Online-Lernphasen mit Präsenzunterricht in der „All Ride“-Musterwerkstatt des VSF in Marburg sowie betrieblicher Praxis. Jedes Modul schließt mit einer Prüfung ab.

Ein wesentlicher Bestandteil ist die Förderfähigkeit: Die Kurse sind nach AZAV zertifiziert und können für Einzelpersonen vollständig über Bildungsgutscheine finanziert werden. Unternehmen können ebenfalls Förderungen erhalten – sowohl für die Kurskosten als auch anteilig für das Arbeitsentgelt während der Weiterbildung.

Die Initiatoren betonen, dass das Angebot die duale Ausbildung nicht ersetzen soll, sondern eine bestehende Lücke schließen und kurzfristig für Entlastung in den Werkstätten sorgen soll.

Weitere Informationen sowie Anmelde-Möglichkeiten sind unter diesem Link abrufbar:

https://www.vsf.de/academy/schulungen/quereinsteiger-kurs

 

 

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