Während die Fahrradbranche im DACH-Raum vielerorts unter Absatzproblemen leidet, meldet die Fitstore24 GmbH ihr bislang stärkstes Quartal seit Gründung. Mit einem Umsatzplus von über 20 Prozent und einer überdurchschnittlichen Marge hebt sich das Unternehmen positiv ab, hat sogar noch unbesetzte Planstellen.
„Viele reden derzeit den Markt schlecht – wir sehen das differenzierter“, sagt Unternehmensgründer Werner Zanier. „Nach zwei wirtschaftlich herausfordernden Jahren, wo das Wachstum nur auf Inflationsniveau lag, sind wir wieder voll auf Wachstumskurs. Unser sauberes Lager, der Fokus auf attraktive Produkte und ein starker Onlinevertrieb sind die Basis dafür.“
Branchenproblem: überschätzte Nachfrage und zu viel Ware
Laut Zanier liegen die Ursachen der aktuellen Marktlage nicht in einem echten Rückgang der Nachfrage, sondern in einer massiven Fehleinschätzung während und nach der Pandemie: „Vor Corona hat die Mehrfachnachfrage der KonsumentInnen beim Handel ein verzerrtes Bild erzeugt. Viele Händler haben daraufhin teilweise das doppelte der üblichen Jahresmengen vorbestellt – und saßen dann auf der Ware, sofern sie diese überhaupt abnehmen konnten.“ Die Folge: Hersteller mussten ihre Produkte zu Schleuderpreisen auf den Markt bringen, was zu wirtschaftlichem Druck bei Herstellern und Händlern führte.
Bei Fitstore24 sei man anders vorgegangen. Anstatt unreflektiert zu bestellen, habe man das Lager und das Sortiment gezielt bereinigt. Ab dem zweiten Quartal 2025 habe es kaum mehr Altware gegeben, dafür gefragte Abverkaufsartikel oder aktuelle Neuheiten. „Die wirklich interessanten Modelle sind längst weg, und schon jetzt spüren wir bei unseren Herstellern einen echten Mangel an Topware für das Jahr 2026“, so Zanier.
Online als Wachstumstreiber – Jobs als Zukunftsinvestition
Besonders deutlich zeige sich der Aufschwung im Onlinehandel, der laut Zanier der klare Wachstumstreiber des Unternehmens ist. Der stationäre Bereich entwickle sich stabil, aber langsamer. Daraus ergibt sich auch der aktuelle Bedarf an neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: „Nach 1,5 Jahren Stillstand sind wir wieder aktiv auf der Suche. Wir wachsen – und Wachstum braucht ein gutes Team.“
Aktuell beschäftigt Fitstore24 56 Personen in der Zentrale. Weitere Stellen in den Bereichen Service, Qualitätsmanagement und E-Commerce sind in Planung. Die Herausforderungen: Neue Berufsbilder entstehen schneller, als der Arbeitsmarkt in der Alpenregion entsprechende Fachkräfte liefern kann. Deshalb investiert Fitstore24 gezielt in Aus- und Weiterbildung – oder vergrößert den Suchradius.
Unter den aktuellen Neuzugängen sind beispielsweise ein Softwareentwickler aus dem Iran und eine Marketplace-Managerin aus Indien. „Wir spüren ganz deutlich: Es gibt wieder viele qualifizierte Fachkräfte, die sich beruflich neu orientieren wollen. Gleichzeitig haben wir im Unternehmen wieder spannende Jobprofile für Menschen, die sich weiterentwickeln möchten“, erklärt Zanier.
Fitstore 24 wurde 1996 von CEO Werner Zanier gegründet und ist aktuell Österreichs größter Onlinehändler für Fahrräder und Fitnessgeräte. Neben dem Direktvertrieb im Onlinehandel und in drei stationären Geschäften am Firmenstandort Nußdorf-Debant sowie in Krems und Wien zählt Fitstore24 zu den bekanntesten Großhändlern von Sportgeräten in Österreich. Von Tirol aus beliefert das Unternehmen Fachhändler und sämtliche große Handelsmarken mit Fahrrädern, Fitnessgeräten und Infrarotkabinen, darunter auch Eigenmarken.
Die Fitstore24 Zanier GmbH erwirtschaftet aktuell jährlich an den drei Standorten einen Umsatz von rund 42 Millionen Euro mit 100 Mitarbeitern. Das Unternehmen wird geführt von Werner Zanier und seinem Sohn, dem Onlinespezialisten Mario Zanier (CTO), der für die technologische Infrastruktur und Prozesse zuständig ist.


