Da das Ergebnis aber über der Vorabprognose liegt, konnte das jeweilige Tageshoch der Fox Factory-Aktie in der letzten Woche um 11,7 Prozent auf 21,46 USD (18,56 Euro) klettern. Im Geschäftsbericht verweist das Fox-Management auf breite Fortschritte im gesamten Portfolio. Auch dabei: neue Produktaufträge der unter dem Dach der Specialty Sports Division (SSG) zusammengefassten Fahrrad- und Baseball-/Softball-Marken (Easton Cycling, Fox, Marucci inklusive Lizard Skins, Marzocchi, Race Face, Ride Concepts).
Der im oben genannten zweiten Quartals-Gesamtumsatz enthaltene SSG-Umsatz in Höhe von 124,34 Millionen USD (107,57 Millionen Euro) lag aber immer noch 9,4 Prozent unter dem des vergleichbaren Vorjahres-Zeitraumes.
Es ist aber nicht nur das SSG-Geschäft, das derzeit noch nicht in die Puschen gekommen ist: die Fox Factory-Division-Schwester Aftermarket Applications Group (AAG) lag mit ihrem zweiten Quartalsumsatz in Höhe von 109,55 Millionen USD (94,77 Millionen Euro) ebenfalls einstellige 4,0 Prozent unter dem des vergleichbaren Vorjahres-Zeitruames.
Lediglich die dritte und größte Division – die Powered Vehicles Group (PVG) – konnte ihren Umsatz mit erzielten 124,23 Millionen USD (107,47 Millionen Euro) quasi auf Vorjahres-Niveau halten (genau genommen plus 0,6 Prozent).
Signifikante Kosteneinsparungen
Dazu Fox Factory-CEO Mike Dennison: »Unsere Ergebnisse des zweiten Quartals entsprachen unserer Prognose oder übertrafen diese sogar, wobei die bereinigte EBITDA-Marge im Vergleich zum Vorquartal ohne Berücksichtigung von Zollrückerstattungen um etwa 250 Basispunkte stieg. Unsere Maßnahmen zur Gewinnoptimierung liegen weiterhin im Plan, um in diesem Jahr – angetrieben durch die konsequente Umsetzung in den Bereichen Portfolio-Rationalisierung, Lieferkette und Kostendisziplin – Bruttokosten-Einsparungen in Höhe von rund 50 Millionen USD (43,25 Millionen Euro) zu erzielen.«
Ein Teil der im ersten Halbjahr erzielten Einsparungen wurde durch höhere Inputkosten ausgeglichen, die durch geopolitische Störungen und Rohstoffinflation verursacht wurden – darunter Frachtaufschläge und Kraftstoffkosten, die über den ursprünglichen Erwartungen lagen: »Wir sehen ermutigende Anzeichen einer Stabilisierung in den Bereichen Powersport, Fahrräder und Aftermarket im Allgemeinen, während unsere Ausrüstungsgeschäfte weiterhin durch die begrenzte Verfügbarkeit von Ford F-150-Fahrgestellen eingeschränkt sind. Unser Team konzentriert sich weiterhin darauf, das Portfolio zu straffen und eine effizientere Organisation zu werden, die für Wachstum und Rentabilität positioniert ist.«
So griffen im zweiten Verkaufsquartal zumindest schon einmal die zitierten Maßnahmen zur Gewinnoptimierung: im Vergleich zu 04-06/2025 lag der ausgewiesene diesjährige Nettogewinn in Höhe von 4,03 Millionen USD (3,48 Millionen Euro) gute zweistellige 40,1 Prozent im Plus.
Gewinnoptimierungs-Maßnahmen greifen
Die Initiative zur Gewinnoptimierung führte im ersten Halbjahr zu Bruttoeinsparungen von über 25 Millionen USD (21,62 Millionen Euro). Zudem konnten diese Marke mit Hilfe operativer Verbesserungen »trotz der Herausforderungen durch Zölle, Rohstoffpreise und Frachtkosten« gesteigert werden.
Und das, obwohl der Nettoumsatz des ersten Halbjahres 2026 mit seinen 726,78 Millionen USD (628,76 Millionen Euro) im Vergleich zu 01-06/2025 nur um 0,4 Prozent zulegen konnte. Darin enthalten: ein SSG-Umsatz in Höhe von 234,84 Millionen USD (203,16 Millionen Euro, minus 9,1 Prozent). Dank oben genannter Maßnahmen konnte der Nettoverlust von vorherigen 257,03 Millionen USD (222,36 Millionen Euro in 01-06/2025) auf einen Nettoverlust von nunmehr 10,98 Millionen USD (9,49 Millionen Euro) reduziert werden.
Ausblick
Für das laufende dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 erwarten die US-Amerikaner einen Nettoumsatz in einer Spanne von 355 Millionen bis 380 Millionen USD (307,11 Millionen bis 328,84 Millionen Euro) sowie ein bereinigtes EBITDA in einer Spanne von 46 Millionen bis 54 Millionen US-Dollar (39,79 Millionen bis 47,71 Millionen Euro).
Für das Geschäftsjahr 2026 erhöht Fox Factory seine Umsatzprognose und geht nun von einem Wert zwischen 1,42 Milliarden und 1,47 Milliarden USD (1,22 Milliarden und 1,27 Milliarden Euro) aus. Gleichzeitig wird die bereinigte EBITDA-Prognose auf einen Wert zwischen 176 Millionen und 196 Millionen USD (152,26 Millionen und 169,56 Millionen Euro) verengt.
Dazu heißt es im vorliegenden Fox Factory-Bericht: »Die Prognosen für das dritte Quartal und das gesamte Geschäftsjahr gehen davon aus, dass die Rohstoff-, Fracht- und Kraftstoff-Kosten für den Rest des Jahres auf oder nahe dem derzeitigen hohen Niveau bleiben. Darüber hinaus berücksichtigen die Prognosen zusätzliche Inflationskosten bei den Vorleistungen in Höhe von fast 20 Millionen US-Dollar (17,30 Millionen Euro) über den ursprünglichen Plan des Unternehmens für das Geschäftsjahr 2026 hinaus.«
Ungewisse Zollerstattungs-Terminierung
Außerdem hat das Unternehmen mögliche Zollkosten-Erstattungen in Höhe von 8 Millionen USD (6,92 Millionen Euro), die im Zuge des IEEPA (= »International Emergency Economic Powers Act«) noch nicht verbucht.
Hintergrund: der zur Ausrufung eines nationalen Notstands zu Wirtschaftssanktionen ermächtigte US-Präsident Donald Trump hatte diese Karte gezogen und Importzölle eingeführt. Diese wurden allerdings im Februar 2026 vom US Supreme Court für rechtswidrig erklärt.
Seitdem läuft mit dem »Claims and Appeals Processing Environment« (CAPE) ein digitales Zollrückerstattungs-Verfahren.
Fox Factory scheint dieser Sache allerdings nicht ganz zu trauen: »Hinsichtlich des Zeitpunkts und der Höhe unterliegen derartige Erstattungen erheblichen Unsicherheiten.« Ein Teil der erstatteten Beträge könnte an die kommerziellen Geschäftspartner des Unternehmens weitergegeben werden.
Auf jeden Fall hat Fox Factory diese möglichen Erstattungen nicht in seinen Ausblick einfließen lassen. Dieser Betrag würde (wann immer das auch sein mag) bei Erhalt verbucht.
Text: Jo Beckendorff


