Im Zentrum steht ein neu entwickelter Akustikprüfstand am Standort Dresden. In einem reflexionsarmen Raum lassen sich komplette Fahrräder ebenso wie einzelne Baugruppen unter realitätsnahen Bedingungen testen. Anders als klassische Prüfstände, die vor allem Haltbarkeit und Belastbarkeit prüfen, simuliert das System gezielt Fahrsituationen wie Anregungen aus dem Untergrund, Lastwechsel im Antrieb oder Schwingungseinträge. Selbst Tests mit realen Fahrerinnen und Fahrern sind möglich.
Validiert wurde der Prüfstand gemeinsam mit der EMEC Prototyping GmbH. Hochauflösende Mess- und Sensortechnik erfasst dabei sowohl Luft- als auch Körperschall. So können selbst feine Geräuschphänomene detektiert und ihre Ursachen – etwa Resonanzen, dynamische Anregungen oder konstruktive Schwachstellen – präzise zugeordnet werden. Für Hersteller bedeutet das: weniger späte Überraschungen kurz vor Serienstart und eine deutlich zielgerichtetere Optimierung im Entwicklungsprozess. Denn die störenden Geräusche entstehen nicht zufällig, sondern sind oftmals konstruktiv bedingt.
Das Fraunhofer IWU bringt seine Akustik-Kompetenz entlang der gesamten Wirkkette ein – von der Anregung über die Übertragung bis zur Schallabstrahlung. Zum Einsatz kommen unter anderem sogenannte Transfer-Path-Analysen sowie binaurale Messungen mit einem Kunstkopf, die das Geräuscherlebnis so abbilden, wie es menschliche Fahrer tatsächlich wahrnehmen. Die so gewonnenen Daten eignen sich nicht nur für die Entwicklungsbegleitung, sondern auch für Benchmarks und Vorserienuntersuchungen.
Mit dem gemeinsamen Angebot adressieren Fraunhofer IWU und Partner einen Faktor, der laut Institut erheblichen Einfluss auf die Kaufentscheidung hat: Ein leiser, souveräner Lauf gilt zunehmend als Qualitätsmerkmal, besonders bei hochwertigen E-Bikes.

