Wie das von GoPro-Gründer und -CEO Nicholas »Nick« Woodman gegründete Unternehmen gestern (1. September) bekannt gab, wurde es via reiner Bartransaktion in Höhe von 285 Millionen USD (246 Millionen Euro) von Landsmann Starman Optical Inc. übernommen. Mit Abschluss der Transaktion sollen die ausstehenden GoPro-Verbindlichkeiten in Höhe von rund 92 Millionen USD (79 Millionen Euro) vollständig zurückgezahlt werden. Somit wird das fusionierte Unternehmen bald eine weitgehend saubere (sprich schuldenfreie) Bilanz verfügen. GoPro-Aktionäre erhalten je Aktie eine Barzahlung von rund 1,14 USD (0,98 Euro). Gleichzeitig behalten sie etwa 10 Prozent der im Umlauf befindlichen GoPro-Aktien in ihren Händen.
Käufer Starman Optical entwickelt und baut Geräte, die Computerdaten in Lichtsignale umwandeln und Informationen mit hoher Geschwindigkeit über Glasfaser-Kabel übertragen. Die Nachfrage nach solchen Geräten ist im Zuge des milliardenschweren Ausbaus der KI-Infrastruktur deutlich gestiegen.
Mit der GoPro-Fusion will Starman Optical das Geschäft mit optischen Transceivern in den USA erweitern und GoPro für die Expansion in die Märkte für KI-Rechenzentren, Behörden, Verteidigung und Luft- und Raumfahrt positionieren.
»Die Fusion zielt darauf ab, den Wert des geistigen Eigentums von GoPro und das Wachstumspotenzial in den Verbraucher-, Geschäfts- und Verteidigungs-Märkten zu maximieren, indem das Unternehmen rekapitalisiert, seine Bilanz stärkt, in Wachstum investiert und die Fertigung von Produkten für strategische Märkte in die USA zurückverlagert wird«, heißt es in vorliegender GoPro-Pressemeldung.
Außerdem wird der Actionsport-Kamerapionier weiterhin ein börsennotiertes Unternehmen bleiben. Während bestehende Verbraucherprodukte sowie die Abo- und Cloud-Plattform weiterhin vollumfänglich unterstützt werden, wird gleichzeitig in Wachstum und eine breitere, diversifizierte Produkt-Roadmap investiert. Zudem sollen die in den USA hergestellten optischen Starman Optical-Transceiver voraussichtlich in das GoPro-Portfolio aufgenommen werden. Damit will das Unternehmen eigenen Angaben zufolge »seine Reichweite auf den großen und schnell wachsenden Markt für KI-Infrastruktur im Bereich optischer Transceiver« ausdehnen.
»Fortschrittliche Optik und Bildverarbeitung sind für KI, die nationale Sicherheit und die Wirtschaft im Allgemeinen unverzichtbar, doch ein Großteil der kritischen Hardware, die diese Technologien unterstützt, wird weiterhin im Ausland hergestellt«, erklärt Starman Holdings-CEO Charles Tebele, »die Kombination aus GoPros erstklassigem optischem Know-how und geistigem Eigentum mit Starman Holdings fortschrittlichen Transceiver-Kompetenzen und der US-amerikanischen Fertigungsplattform schafft eine einzigartige Chance. Gemeinsam beabsichtigen wir, die Produktion dieser kritischen Komponenten zurück in die Vereinigten Staaten zu verlagern.«
Nach Bekanntgabe des Deals setzte die GoPro-Aktie zu einem Kurssprung von über 75 Prozent an. Aufgrund der hohen Nachfrage musste derHandel zeitweise ausgesetzt werden.
Text: Jo Beckendorff


