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GBL-Geschäftsbericht 2025 mit dünnen Auskünften über Canyon Bicycles
Die seit Ende 2020 mit einem Mehrheitsanteil von 51,3 Prozent am Fahrrad-Direktanbieter Canyon Bicycles GmbH beteiligte börsennotierte Investment-Holding Group Bruxelles Lambert (GBL) informiert in ihrem vorgelegten Jahresbericht 2025 auch einige wenige Zahlen des Geschäftsverlaufs der Koblenzer.
Hält seit 2021 das größte Stück vom Canyon Bicycles mit Sitz in Koblenz in seinen Händen: der börsennotierte belgische Investment-Riese GBL.Foto: Canyon Bicycles

Das hatte sich GBL 2021 sicherlich ganz anders vorgestellt: seit dem Einstieg hat Canyon Bicycles unter der Investment-Holding einen Wertverlust von 41 Prozent geschluckt. Besserung schein zumindest kurzfristig nicht in Sicht.
Laut GBL bewegte sich »der weltgrößte D2C-Hersteller von Premium-Fahrräder« im letzten Jahr weiterhin in einem herausfordernden und von Überangebot und Preisnachlässen geprägt Marktumfeld. Während vor allem elektrische und nicht-elektrische Mountainbikes und Citybikes zu kämpfen hatten, blieben zumindest Rennrad- und Gravel-Verkäufe robust.
Was den Verkauf nach Regionen betrifft, ist Europa nach wie vor und mit Abstand der größte (und auch derzeit auch widerstandsfähigste) Markt. Dem stehen flaue Verkäufe in Asien und Amerika gegenüber – wobei das US-Geschäft vor allem unter die handgemachte Zoll-Unsicherheit zu leiden hat.
Darüber hinaus schlug die vorübergehende Aussetzung ausgewählter E-MTB-Modelle negativ zu Buche. Kurzer Rückblick: Im November 2024 kam es wegen Akku-Problemen zu einem Rückruf, der das Unternehmen das ganze letzte Jahr über auf Trab hielt. Erst Ende 2025 konnten letzte Kunden-Akkus ausgetauscht und der Rückruf ad acta gelegt werden.
Umsatz 2025 einstellig runter – im 4. Quartal allerdings einstellig rauf
Somit erzielte Canyon Bicycles im letzten Jahr einem Netto-Gesamtumsatz von 738 Millionen Euro. Verglichen mit dem Vorjahr ist das laut GBL-Geschäftsbericht ein organischer Rückgang von 6 Prozent. Ohne genaue Zahlen zu nennen: das bereinigte Betriebsergebnis (EBITDA) weist einen Verlust von 34 Prozent aus.
Ein echter Lichtblick: der erzielte vierte Quartalsumsatz 2025 lag mit seinen 145 Millionen Euro bei einem guten organischen Wachstum von 9 Prozent über dem des vergleichbaren Vorjahres-Zeitraums.
Laut GBL beläuft sich der 2025er-Beitrag von Canyon Bicycles zum Gesamtgeschäft der Belgier auf Minus 5 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2024 waren es noch minus 19 Millionen Euro. Das Nettoergebnis von Minus 10 Millionen Euro lag ebenfalls über den minus 38 Millionen des Vorjahres.
Ausblick
Was nun? Zur Leistungssteigerung verfolgt Canyon laut GBL mehrere Initiativen. Um langfristige Innovation und Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen, wurden schon Pläne zur strategischen Organisations- und Kostenstruktur-Anpassung kommuniziert (RadMarkt-Anmerkung: dem u.a. auch schon wie berichtet 220 der alles in allem 1.600 Canyon-Mitarbeiterjobs vor allem in der Koblenzer Unternehmenszentrale sowie am Standort Amsterdam zum Opfer fielen).
»Die Neuausrichtung zielt darauf ab, die DNA von Canyon zu schärfen und seine Innovationskraft, sportliche Leistung sowie die enge Verbundenheit mit der Radsport-Community nachhaltig zu stärken«, heißt es dazu im vorliegenden GBL-Geschäftsbericht. Zudem würden sich die Koblenzer weiterhin auf strategische Wachstumsbereiche konzentrieren und Ressourcen dort einsetzen, wo sie nachhaltigen Mehrwert schaffen können.
Als Beispiel nennt GBL den neuen E-Bike-Store, der 2026 am Hauptsitz in Koblenz eröffnet. Außerdem berichtet der RadMarkt bereits über gezielte Geschäftswachstums-Weichenstellungen in der APAC-Region. Unter anderem dabei: ein marktnahes Canyon-APAC Warenlager in Hongkong sowie eine Finanzkraft in Singapur.
Wie lange GBL allerdings noch Geduld mit Canyon Bicycle hat, ist fraglich. Laut vorliegendem Geschäftsbericht sind die Belgier gerade dabei, ihre zukünftige Investment-Strategie zu überdenken. Dabei ist auch von einer Portfolio-Bereinigung die Rede.

Text: Jo Beckendorff

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