Mit Blick auf den bereits kommunizierten konsolidierten Quartals-Nettoumsatz von 12,52 Milliarden TWD (336 Millionen Euro), der einen Verkaufsrutsch von 25,71 Prozent bedeutet, führt Giant Group den »in erster Linie auf die hohe Vergleichsbasis des Vorjahres und die strukturelle Normalisierung des OEM-Geschäftsmixes« zurück.
Anders ausgedrückt: »Während der Umsatz im ersten Quartal durch die Normalisierung des OEM-Geschäftsmixes nach einer hohen Vergleichsbasis im Vorjahr und einer schwächeren Nachfrage beeinträchtigt wurde, verbesserte die Gruppe ihre Rentabilität weiter durch eine Strategie zur Optimierung des Produktmixes sowie einen stärkeren Beitrag von Premium-Innovationen und höherwertigen Produkten im Eigenmarken-Geschäft.«
Apropos Eigenmarken (Cadex, Giant, Liv, Momentum): die erfolgreiche Markteinführung margenstarker neuer Produkte unter deren Namen sorgten laut Anbieter auch dafür, dass sich der Aufwärtstrend seiner Bruttomarge fortsetzte: sie kletterte im Vergleich zu 01-03/2025 um 1,8 Prozentpunkte auf nunmehr 19,6 Prozent.
Konstruktives Treffen mit US-Zollbehörde CBP
Ein Wermutstropfen ist allerdings die auf 21,2 Prozent gestiegene Betriebskosten-Quote. Hier verweist Giant Group vor allem auf die einmalige Verbuchung von etwa 80 Millionen TWD (2,16 Millionen Euro) an WRO-bezogenen Kosten. RadMarkt-Hinweis: die US-Zollbehörde CBP hatte im September letzten Jahres einen Importstopp gegen Giant Group via sogenannter »Withhold Release Order (WRO)« wegen angeblicher Arbeitsrechts-Vorwürfen erlassen. Seitdem sind die Taiwaner bemüht, ihren ausländischen Mitarbeitern bessere Arbeitsbedingungen zu verschaffen. Dieser Fall sei nun in enger Abstimmung mit CBP in seine Endphase getreten – und wird somit laut Giant Group »voraussichtlich keine weiteren Auswirkungen auf das künftige Ergebnis haben«.
Soll auch heißen, dass das Gruppengeschäft trotz eines ersten Quartal-Nettoverlusts nach Steuern von 200 Millionen TWD (5,42 Millionen Euro) auf soliden Beinen sehr. O-Ton aus Taichung: »Einmalige Auswirkungen ändern nichts am langfristigen Wachstum.« In diesem Zusammenhang lenken die Taiwaner sowohl auf ihr anhaltendes Wachstum der Produktionsaktivitäten in Vietnam als auch auf die robuste Nachfrage in Schlüsselsegmenten wie das E-Bike-OEM-Geschäft.
Vorstand genehmigt Aktienrückkauf-Programm und Windkanal-Investition
Last but not least hat der Giant Group-Vorstand am 8. Mai »zum Schutz der Aktionärsinteressen und zur Motivation der Mitarbeiter ein Aktienrückkauf-Programm genehmigt, bei dem die zurückgekauften Aktien an die Mitarbeiter übertragen werden sollen. »Dies spiegelt die proaktive Reaktion des Managements auf die aktuelle Marktbewertung wider«, heißt es dazu aus der Giant Group-Zentrale. Darüber hinaus genehmigte der Vorstand eine Kapitalinvestition in ein neues Windkanal-Labor mit erstklassigen aerodynamischen Testmöglichkeiten.
Ausblick
Mit dem Start in die Hochsaison geht Giant Group von einer allmählichen Verbesserung der Marktbedingungen aus. Dazu beitragen würden sicherlich auch neue Produkteinführungen und eine steigende Nachfrage im Einzelhandel.
Text: Jo Beckendorff


