Mit 16,67 Milliarden TWD (448 Millionen Euro) lag der konsolidierte zweite Quartalsumsatz 5,8 Prozent über dem des vergleichbaren Vorjahres-Zeitraums. Der Nettogewinn nach Steuern belief sich auf 630 Millionen TWD (16,92 Millionen Euro). Dieser Wert entspricht im Vergleich einem fulminanten Plus von 234 Prozent.
Der kumulierte konsolidierte Umsatz für das erste Halbjahr 2026 lag mit 29,19 Milliarden TWD (784 Millionen Euro) allerdings weiterhin 10,5 Prozent unter dem des vergleichbaren Vorjahres-Zeitraums. Der Nettogewinn nach Steuern war mit 435 Millionen TWD (11,68 Millionen Euro) im Vergleich ebenfalls zweistellige 22,3 Prozent unter dem von 01-06/2025. Das Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von 809 Millionen TWD (21,73 Millionen Euro) verdeutlicht laut Giant »eine hervorragende Kostenkontrolle und Markenrentabilität«. Eine dementsprechende Vergleichszahl 01-06/2025 lag uns zum Zeitpunkt dieses Schreibens allerdings nicht vor.
Auf jeden Fall stieg »mit Hilfe des optimierten Produktmixes« auch die Gesamt-Bruttomarge im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres und entgegen dem Trend um 3,2 Prozentpunkte auf 22,3 Prozent.
Guter Mix aus Eigenmarken- und OEM-Geschäft
Apropos Marke: das Eigenmarken-Geschäft von Giant (Marken Cadex, Giant, Liv, Momentum) erlebte im ersten Halbjahr eine starke Widerstandsfähigkeit. Während die Märkte USA und Europa mit der Einführung von Fahrrädern des neuen Modelljahres wieder hochschalteten, kehrte der chinesische Markt im zweiten Quartal wieder auf einen Wachstumskurs zurück.
Und das OEM-Geschäft des Produzenten? Obwohl es im ersten Halbjahr durch strukturelle Faktoren wie die hohe Vergleichsbasis des Vorjahres und Anpassungen im Lieferplan für die USA beeinträchtigt wurde, »erholte sich die operative Dynamik der Gruppe im zweiten Quartal deutlich«.
Ausblick
Hinsichtlich der allgemeinen operativen Erholung im zweiten Verkaufsquartal, das auch dem Halbjahres-Ergebnis guttat, schaut Giant Group jetzt auch »vorsichtig optimistisch« auf das laufende zweite Halbjahr 2026: »Die Bestandsanpassungen auf dem europäischen Markt stehen kurz vor dem Abschluss. Mit dem Beginn der traditionellen Verkaufs-Spitzenzeit sowie der weltweiten Einführung der Fahrräder des neuen Modelljahres hat sich die Nachfrage deutlich erholt.«
Der chinesische Markt profitiere weiterhin von einer stetigen Nachfrage, die durch den Fahrrad-Trend angetrieben wird, und verzeichnet eine stabile Marktleistung. Auf dem US-Markt würde das Verbraucherverhalten jedoch aufgrund geopolitischer Faktoren und externer Unsicherheiten weiterhin zurückhaltend bleiben. Um flexibel darauf reagieren zu können, wird die Gruppe Marktveränderungen genau beobachten.
RadMarkt-Anmerkung: das US-Geschäft von Giant Group wird nun schon seit September 2025 von einem wegen angeblicher Menschenrechts-Verletzungen verhängten Einfuhrstopp (Stichwort »Stichwort Withhold Release Order« – kurz WRO) auf Fahrrad-Ware aus dem Taiwan-Werk ausgebremst. Nach wie vor arbeitet der Produzent in enger Zusammenarbeit mit der US-Zollbehörde (Customs and Border Protection – kurz CBP) an einer Lösung, diesen Importstopp mit Hilfe erbrachter Nachweise via Korrekturmaßnahme-Plan (»Corrective Action Plan« – kurz CAP) aufzuheben. Wann das aber genau sein wird, ist derzeit nicht abzusehen.
Außerdem wird das Unternehmen angesichts der Herausforderungen im globalen makroökonomischen Umfeld weiterhin den Anteil margenstarker Produkte durch die Einführung neuer Produkte steigern. Um ein stetiges Geschäftstempo und eine hohe Ertragsqualität aufrechtzuerhalten, wird es eigenen Angaben zufolge »seinen starken Markeneinfluss sowie die Widerstandsfähigkeit ihrer globalen Vertriebskanäle gezielt nutzen«.
Text: Jo Beckendorff


