Mit der Zustimmung zum Sanierungsplan bekommt die KTM AG auch aus dem erweiterten Aktionärskreis finanzielle Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro zugeführt. Mit diesen soll die phasenweise Wideraufnahme der Produktion im Monat März 2025 gedeckt werden können. Die geplante Vollauslastung der vier Produktionslinien im Einschichtbetrieb soll innerhalb von drei Monaten erreicht werden.
»Ich bin heute dankbar und glücklich. KTM ist back on track«, erklärte Pierer Mobility AG-CEO Gottfried Neumeister, »unsere Mitarbeiter haben in den letzten drei Monaten alles dafür gegeben, damit das Rennen weitergehen kann. Wir haben heute ein wichtiges Kapitel abgeschlossen. Aber ein einziges Kapitel erzählt nie die ganze Geschichte. Nun können wir die großartige Geschichte von KTM fortschreiben. Wir tun es für die Millionen KTM-Fans weltweit, denen wir jeden Tag dankbar sind. Für unsere Rennfahrer, auf die wir verdammt stolz sind. Und für unseren Standort Österreich, dem wir im Herzen tief verbunden sind. KTM bleibt einer der Top-Arbeitgeber in der oberösterreichischen Industrie.«
Der abgesegnete Sanierungsplan sieht aber auch vor, dass die Gläubiger eine Barquote in Höhe von 30 Prozent ihrer Forderungen durch eine Einmalzahlung erhalten (Kassaquote). »Für die Erfüllung der Quote in Höhe von 30 Prozent muss die KTM AG einen Betrag in Höhe von 548 Millionen Euro bis längstens 23. Mai 2025 beim Sanierungsverwalter erlegen«, heißt es dazu in einer Meldung aus der Welser Firmenzentrale der KTM AG-Mutter Pierer Mobility AG.
Das ist dann aber noch nicht alles, was an frischen Kapital fehlt: zur Finanzierung der Kassaquote und der weiteren Produktion benötigt KTM AG eine Finanzspritze von alles in allem rund 800 Millionen Euro: »Um diesen Prozess strukturiert, transparent und im Sinne aller Stakeholder effizient durchzuführen, wurde die Citigroup Global Markets Europe AG mit der Begleitung dieses Investmentprozesses beauftragt.«
Das Gericht wird dann den Sanierungsplan nach Plan Anfang Juni 2025 bestätigen. Nach Eintritt der Rechtskraft sei das Sanierungsverfahren der KTM AG dann beendet.
Letztendlich auch hier zum wiederholten Mal der Hinweis, dass die Fahrrad- und E-Bike-Marke KTM nicht zur Pierer Mobility AG und deren Tochter KTM AG gehört, sondern zur eigenständigen und von Pierer unabhängigen KTM Fahrrad GmbH.
Text: Jo Beckendorff


