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GoPro nach weiterem Ergebnis-Rückgang in 01-03/2026 auf der Suche nach sich selbst
Mit Veröffentlichung seines ersten Quartalsberichts des laufenden Geschäftsjahres 2026 gab Actionsport-Pionier GoPro Inc. in einer separaten Pressemitteilung bekannt, dass »der Vorstand das Unternehmen ermächtigt hat, einen Prozess zur Prüfung strategischer Alternativen einzuleiten und einen Finanzberater zu beauftragen, der diesen Prozess unterstützt«. Hintergrund: die Kalifornier liegen weiterhin unter ihren Umsatz-, Rentabilitäts- und Gewinnprognosen
Foto: GoPro

Was genau aber heißt für den finanziell angeschlagenen Anbieter »strategische Alternativen«? Im April gab GoPro bekannt, offiziell Möglichkeiten im Verteidigungs- und Luftfahrt-Sektor zu prüfen. In diesem Zusammenhang haben die Kalifornier das weltweit führende Beratungsunternehmen im Verteidigungssektor Oliver Wyman, LLC beauftragt, »adressierbare Marktsegmente, Produktsynergien und Markteinführungs-Strategien zu bewerten« – und das alles vor dem Hintergrund, dass GoPro-Kameras seit langem in anspruchsvollen Anwendungen in den Bereichen Verteidigung, Behörden und Luft- und Raumfahrt (wo Robustheit, branchenführende Videostabilisierung und Bildqualität missionskritisch sind) zum Einsatz kommen. Seitdem sind bei GoPro auch mehrere M&A (Merger und Acquisition)-Anfragen eingegangen. Anders ausgedrückt: GoPro denkt über einen möglichen Verkauf oder eine mögliche Fusion nach.
Das erste Geschäftsquartal 2026
Warum, wird einem mit Blick auf die vorläufigen Ergebnisse des ersten Jahresquartals klar: da sank der Nettoumsatz im Vergleich zu 01-03/2025 um 26,2 Prozent auf 99,07 Millionen USD (84,38 Millionen Euro). Auch, wenn das Unternehmen damit laut GoPro-CFO Brian Tratt im Rahmen der Prognose lag und man durch radikalen Kostensenkungsmaßnahmen Fortschritte erzielt habe, scheint man immer noch nicht sicher Land in Sicht zu sehen.
GoPro teilt seinen Quartal-Umsatz wie folgt auf:

Hardware: 72,15 Millionen USD (61,46 Millionen Euro, minus 32,8 Prozent)
Subscription und Services: 26,92 Millionen USD (22,93 Millionen Euro, plus 0,1 Prozent)

Während der Absatz bei rund 313.000 Kamerageräten lag, belief sich die Zahl der GoPro-Abonnenten auf 2,26 Millionen (minus 8 Prozent). 61 Prozent (= 61 Millionen USD) des ersten Quartals-Umsatzes liefen über den Einzelhandel (minus 35 Prozent) und 39 Prozent (= 38 Millionen USD) über den eigenen Webshop GoPro.com (minus 6 Prozent). Im Webshop-Umsatz sind auch oben genannte Abo- und Service-Umsätze enthalten.
Zudem verschlechtert sich die Bruttomage von 32,1 Prozent im Vorjahres-Quartal auf nur noch 4,3 Prozent. Dabei verweist GoPro auf »eine einmalige Belastung in Höhe von 24,5 Millionen USD (20,9 Millionen Euro)« im Zusammenhang mit bestimmten Kaufverpflichtungen für Komponenten sowie einen Verkauf von schwer verkäuflichen Lagerbeständen im Wert von 4,5 Millionen USD (3,8 Millionen Euro).
Das bereinigte EBITDA belief sich auf minus 50 Millionen US-Dollar (42,6 Millionen Euro). Zum Vergleich: im ersten Quartal des Vorjahres waren es minus 16 Millionen USD (13,6 Millionen Euro). Der letztendliche Nettoverlust lag bei 80,82 Millionen USD (68,86 Millionen Euro – 01-03/2025: 46,71 Millionen USD = 39,79 Millionen Euro).
Ausblick
Die Veröffentlichung des schwierigen ersten Jahresquartals 2026 mit Umsatz- und Gewinneinbruch sorgte auch an der Börse für einen Kursrutsch. Der veranlasste den Actionsport-Kamerapionier sogleich dazu, seine bisherige Prognose für das Gesamtjahr 2026 zurückzuziehen.

Text: Jo Beckendorff

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