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Investoren schauen auf erste PMAG Geschäftsjahr-Kennzahlen 2024
Letzte Woche ging es in der Pierer Mobility AG (PMAG-)Welt richtig hoch her: einen Tag vor der am letzten Freitag (24. Januar) einberufenen Allgemeinen Prüfungstagsatzung für die sich im Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung befindende motorisierte PMAG-Zweirad-Tochter KTM AG hatte das börsennotierte Unternehmen noch schnell zwei Mitteilungen verfasst. In der einen ging es um die zu prüfenden Investoren-Angebote mit dem Hinweis, dass PMAG- und KTM AG-CEO Stefan Pierer den Chefsessel geräumt und damit den Weg frei macht - in der anderen um die vorläufigen und vom neuen CEO Gottfried Neumeister vorlegten vorläufige Kennzahlen für das PMAG-Geschäftsjahr 2024. Für die interessieren sich vor allem bereitstehende Investorengruppen.
Neben den Motorrad-Marken Agusta, Husqvarna, KTM, Husqvarna und GasGas lenkt die sich derzeit im Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung herumschlagende motorisierte PMAG Zweirad-Tochter KTM AG auch noch den Vertrieb von CF Moto und Zeeho in den europäischen Ländermärkte Deutschland, Österreich, Schweiz, Spanien und in das Vereinigte Königreich.Foto: PMAG

Die vorläufigen Kennzahlen wurden mit Blick auf oben genannte Allgemeinen Prüfungstagsatzung vorgelegt, die die angemeldeten Forderungen der bis zu 5.400 Gläubiger prüft. Aus heutiger Sicht geht PMAG von einem 2024er-Konzern-Gesamtumsatz in Höhe von rund 1,9 Milliarden Euro. Verglichen mit dem Vorjahr wäre das ein Rückgang von rund 29 Prozent.
Heilmittel Restrukturierung?
Tatsache ist, dass das zurückliegende PMAG-Geschäftsjahr von tiefgreifenden Restrukturierungsmaßnahmen geprägt war. Dem fielen bereits konzernweit mehr als 1.800 Jobs zum Opfer. Um den Bestand an Motorrädern sowohl bei den Handelspartnern als auch den Importeuren zu reduzieren, wurde außerdem die Produktionsleistung bewusst gesenkt. Durch die Reduzierung des Produktionsvolumens auf rund 230.000 Motorräder (verglichen mit 2023: minus 26 Prozent) konnten die weltweiten Lagerbestände um rund 40.000 Einheiten (minus 18 Prozent) entlastet werden. »Damit ist ein erster wichtiger Schritt des Restrukturierungsplans gelungen«, heißt es aus der Unternehmenszentrale.
Insgesamt verkaufte PMAG im letzten Jahr 292.497 Motorräder (davon rund 60.000 Einheiten über den indischen Partner Bajaj). Verglichen mit 2023 ist das ein Rückgang von rund 21 Prozent.
Die unter dem Namen Pierer New Mobility (PNM) rollende Fahrrad- und E-Bike-Sparte verkaufte im letzten Jahr 106.311 Einheiten (circa minus 32 Prozent). Laut PMAG resultiert dieser Absatzrückgang aus dem Ende 2023 verkündeten Verkauf der Fahrrad- und E-Bike Marke R Raymon an deren Gründerfamilie Puello.
Wertberichtigungen im Zuge der KTM AG-Sanierung
Mit Blick auf vorgenommene notwendige Wertberichtigungen (im Rahmen des KTM AG-Sanierungsverfahrens) und den operativen Verlusten rechnen die Österreicher mit einem negativen EBITDA von rund 300 Millionen Euro. »Zu erwartende Impairments auf immaterielle Vermögensgegenstände und Firmenwerte werden das EBIT zusätzlich belasten. Der Free Cashflow wird sich auf einen hohen negativen dreistelligen Millionenbetrag belaufen. Folglich ist auch mit einem weiteren Anstieg der Nettoverschuldung im zweiten Halbjahr 2024 zu rechnen«, heißt es in vorliegender Adhoc-Meldung.
Terminverschiebungen
Aufgrund des laufenden Sanierungsverfahrens der wesentlichen Konzerngesellschaft KTM AG wird PMAG ihren Jahresfinanzbericht 2024 voraussichtlich in der zweiten Aprilhälfte 2025 veröffentlichen. Die 28. ordentliche Hauptversammlung und alle damit zusammenhängende Termine werden dementsprechend verschoben.

Text: Jo Beckendorff

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