Von der Accell-Übernahme seitens eines Konsortiums unter der Führung der US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR) im Jahr 2022 hatten sich die neuen Anteilseigener sicherlich mehr versprochen. Der anhaltende Abschwung, mit dem die gesamte Branche nach Covid zu kämpfen hatte und den Fahrradverkauf nach den Boomjahren regelrecht einbremste, untergrub laut Unternehmensangaben die von Accell Group Anfang 2025 durchgeführte Wirkung der Rekapitalisierung.
Stakeholder-Beteiligung wächst
Um die laufende Umstrukturierung voranzutreiben, wurde jetzt mit den wichtigsten Stakeholdern des Unternehmens eine Vereinbarung getroffen, die der Gruppe zusätzliche Finanzmittel für einen »erheblichen Schuldenabbau« zur Verfügung stellen. In Verbindung mit der in den letzten Jahren laufenden Unternehmens-Umgestaltung würden somit die finanzielle Situation und die Zukunftsaussichten der gesamten Gruppe erheblich verbessert.
Über die Höhe der zur Verfügung gestellten Finanzmittel werden allerdings keine Angaben veröffentlicht. Nur so viel: »Eine Mehrheit der Kreditgeber hat einer Transaktion zugestimmt, die die Gesamtverschuldung von Accell erheblich reduzieren und seine Finanzlage deutlich stärken wird.« Dabei werde die Beteiligung an dem laut Eigenangaben »europäischen Marktführer im Bereich E-Bikes und zweitgrößtem Anbieter von Fahrradteilen und -zubehör« zugunsten der bestehenden vorrangigen Kreditgeber übertragen.
Dazu Accell Group-CEO Jonas Nilsson: »Mit dieser neuen Finanzierung und dem Schuldenabbau machen wir einen wichtigen nächsten Schritt auf unserem Weg der Transformation und können uns nun auf die Gestaltung unserer langfristigen Zukunft konzentrieren. Accell ist ein außergewöhnliches Unternehmen mit einer einzigartigen Position auf dem europäischen Fahrradmarkt. Nach zwei Jahren harter Arbeit sind wir mit unseren Plänen zur grundlegenden Umgestaltung des Unternehmens weit fortgeschritten. Wir möchten KKR für seine bedeutende Unterstützung und sein Engagement als verantwortungsbewusster Aktionär während seiner gesamten Beteiligung danken. Das Unternehmen befindet sich dank der Unterstützung der Aktionäre in einer viel stärkeren Position. Die neue Vereinbarung ist ein wichtiger Meilenstein, um das spannende Potenzial unseres Portfolios an ikonischen Marken auszuschöpfen.«
Kontrollübertragung
Die getroffene Vereinbarung beinhaltet auch die Übertragung der Kontrolle über die Accell Group von den bestehenden Mehrheitsaktionären auf eine neue Unternehmensstruktur, heißt es dazu noch etwas nebulös. Diesbezügliche Klarheit wird wohl in den kommenden Wochen folgen: »Mit der neuen Finanzierung und der reduzierten Verschuldung wird Accell auf einer stabileren Grundlage stehen, sodass das Management den langfristigen Strategieplan der Gruppe umsetzen kann. Die Übertragung der Kontrolle wird in den kommenden Wochen wirksam werden.«
Text: Jo Beckendorff



