• Home
  • Nachrichten
  • Ispo Munich 2025: trauriger Abpfiff in der Bayernmetropole

Ispo Munich 2025: trauriger Abpfiff in der Bayernmetropole
Vorgestern (2. Dezember) schloss die sportliche Welt-Leitmesse Ispo Munich nach drei Tagen ihre Tore - für immer. Damit verliert nicht nur München, sondern ganz Deutschland nach 55 Jahren einen international anerkannten Sporttreff. Kann die in Frankfurt stattfindende internationale Fahrrad-Leitmesse Eurobike in ihrer aktuellen Situation irgendwelche Lehren aus dem Münchener Ispo-Aus ziehen?
Zumindest am zweiten Messetag kam auf letzten Ispo in München ein Hauch von Betriebsamkeit auf.Foto: Jo Beckendorff

Nachdem der Ispo Munich (wie übrigens viele andere Leitmessen auch) im Laufe der letzten Jahre Schritt für Schritt die Luft entwich, war es einfach Zeit für Veränderungen. Ob der jetzige Move – die Gründung eines Joint-Ventures, an dem nicht mehr Ispo-Gründer und -Organisator Messe München, sondern die britische Raccoon Media Group die Mehrheit in ihren Händen hält (die Rede ist von 60 oder 70 Prozent) – richtig ist, wird sich zeigen. Mehr dazu in der kommenden RadMarkt-Ausgabe 1/2026.
Man darf auf jeden Fall gespannt sein, mit welchem Konzept der neue sportliche Ispo Joint-Venture dieser traditionellen Messe wieder neues Leben einhauchen will.
Dass sie tatsächlich einen Neustart braucht, wurde dem RadMarkt-Redakteur schon bei der Anreise am ersten Messe-Morgen klar: da, wo man sich in den Vorjahren in die U-Bahn quetschen musste (oder ganz früher auch einmal einfach ein oder zwei volle Züge passieren lassen musste), bekam man einen Sitzplatz. So glich der Sonntag (erster Messetag) auch einem Totentanz.
Von dem konnte sich der Ispo-Blues zumindest am zweiten Messetag erholen. Da kam in den (allerdings großzügig ausgelegten) neun Messehallen so etwas wie Betriebsamkeit auf.
Nachdem die Mehrheit der großen westlichen Markenanbieter allerdings nicht mehr als Aussteller vor Ort war, sind es nun die Asiaten, die diese Messe mit Leben füllten. Alleine vier der neun Hallen waren von Übersee-Aussteller unter dem Ispo-Bereichsdach »Sourcing & Manufacturing« belegt. Nicht nur dort gab China den Ton an – wobei die Messe München die Taiwaner mittlerweile dazu zu zählen scheint: wurden diese doch im Ausstellerverzeichnis zumindest chinesisch politisch korrekt mit dem Zusatz in Klammern »(Chinesisch-Taipeh)« geführt. Da scheint jemand Druck ausgeübt zu haben…
Auf jeden Fall stellte China in diesem Jahr um die 840 der alles in allem circa 1.750 Ispo Munich-Aussteller aus 54 Ländern. Anders ausgedrückt: nahezu die Hälfte der diesjährigen Aussteller kam aus dem Lande der Mitte. Taiwan selbst war mit etwas über 100 Ausstellern vor Ort.
In diesem Zusammenhang auch wieder ein Blick auf die darbende Eurobike: wenn westliche Anbieter auf eine dortige Ausstellung verzichten, werden diese Standflächen irgendwann an direkt mit ihnen im Wettbewerb stehenden China-Anbieter vergeben. Dort gibt es inzwischen gerade im Fahrrad- und E-Bike-Sektor genügend große internationale Markenanbieter, die nicht mehr als Auftragsproduzent des Westens in der hintersten Ecke irgendeiner Messehalle stehen wollen, sondern da, wo bisher die großen westlichen Premiummarken den Ton angeben.
Mehr dazu auch in der RadMarkt-Ausgabe 01/2026.

Text: Jo Beckendorff

»The future of sports gets a new home« – leider nicht mehr in Deutschland.
Schlagworte
Weitere Themen
Wir woanders
Trekking & Radkultur
Das Magazin für E-Bikes
Taktik & Training
Das Branchenmagazin
Club für leidenschaftliche Fahrradfahrer
Community aus sportlichen Radfahrern