Italien: Desner Auto setzt nach Ökobonus-Aus weiter auf Verkaufsrabatt
Der Mailänder Leichtfahrzeug-Anbieter Desner Auto ITB Auto SRL wird in diesem Jahr wieder auf der vom 6. bis 9. November laufenden heimischen Zweirad-Messe EICMA ausstellen. Auf seinem zweiten EICMA-Messeauftritt hat er eine Kampagne namens »DesnerGo!« im Gepäck. Die soll den auslaufenden staatlichen Öko-Kaufanreiz ausgleichen. Das ist aber nicht alles: im Zuge des FIPA-Projekts zur Sanierung des sanierungsbedürftigen Werks von US-Autozulieferer Lear Corporation im italienischen Grugliasco (Turin) spielt der Anbieter auch eine Rolle. Welche genau, erfahren Sie hier.
Heimspiel auf der EICMA 2025: E-Minicar-Anbieter Desner Auto.Foto: Desner Auto

Staatliche Anreize hin, staatlicher Anreiz her: Desner Auto will den Rabatt auf die Desner-Produktpalette aufrechterhalten. »Der Vorstoß in Richtung Elektromobilität geht weiter. Nach dem Auslaufen der verfügbaren staatlichen Öko-Anreize unterstützt Desner die Verbreitung der Mikromobilität mit der Kampagne DesnerGo! und behält dabei die gleichen Vorteile für die gesamte Produktpalette bei«, heißt es in einer Pressemitteilung des Mikromobilitäts-Anbieters.
Diese Entscheidung ziele darauf ab, gerade jetzt – »wo die Nachfrage die verfügbaren Ressourcen übersteigt« – dem Markt Kontinuität zu verleihen und das Vertrauen der Kunden zu stärken.
Somit lautet die einfache Botschaft an den Markt: »Trotz des sich wandelnden Umfelds bleibt unser Angebot wettbewerbsfähig.«
Was Desner allerdings nicht kommuniziert: nachdem die für den Bonus zur Verfügung gestellten Mittel in Italien aufgebraucht waren, wurde dieser staatliche E-Fahrzeug Öko-Kaufanreiz 2025 nicht mehr gewährt. Allerdings gibt es seit September 2025 wieder direkte Zuschüsse aus EU-Mitteln.
Desner Auto und FIPA

Das E-Minicar-Modell »A05« für die Fahrzeug-Klasse L6e ist dank der angelaufenen DesnerGo!-Kampagne weiterhin mit einem Discount von 1.000 Euro für einen VK-Preis von 9.900 Euro zu haben – und das inklusive Air-Condition.Foto: Desner Auto

Was für Desner Auto aber auch zählt: das Projekt FIPA (Fabbrica Italiana Produzione Autoveicoli = italienische Automobil-Fabrik) sieht die Umwandlung des laut Desner sanierungsbedürftigen Werks von US-Autozulieferer Lear Corporation im italienischen Grugliasco in ein Zentrum für die Montage vierrädriger E-Fahrzeugen der Fahrzeug-Klassen L6 (für leichtere Modelle mit bis zu 45 km/h) und L7 (für Modelle bis zu 90 km/h) vor. Dafür wird eine geschätzte Investition zwischen 80 und 100 Millionen Euro in die Hand genommen. Ziel ist eine jährliche Produktionskapazität von rund 20.000 Fahrzeugen.
Laut den Mailändern ist die Verfügbarkeit einer bereits industrialisierten und produktionsbereiten Desner-Produktpalette ein strategisches Element, um den Industrieplan zu verwirklichen und die Inbetriebnahme der Produktionslinien zu beschleunigen.
»Unser Sortiment kommt für FIPA zum richtigen Zeitpunkt: Mit industriell ausgereiften produktionsreifen Modellen erhält das Projekt einen konkreten Ausgangspunkt. Die Kombination mit einer Produktpalette, die Desner kontinuierlich untersucht und weiterentwickelt, stärkt die industrielle und kommerzielle Machbarkeit und bietet eine Mischung aus Know-how und Produkten, die bereits auf dem europäischen Markt positioniert sind. Auf diese Weise wird der Plan zur Umgestaltung der Anlage solider, konkreter und direkt mit dem Angebot verbunden, das die Kunden täglich sehen und auswählen«, erklärt Angelo Sun.

Knuffig: der viersitzige Desner-Minicar »W300« (Family Version) wird derzeit weiterhin mit 3.000 Euro Rabatt für einen VK-Preis von 16.990 Euro angeboten.Foto: Desner Auto

Der Desner Auto-Gründer und -CEO ist zunehmend davon überzeugt, »dass Mikromobilität die Grundlage des Ökosystems der E-Automobil-Industrie ist. Der Markt und die Kunden stimmen uns zu. Unsere von kompakten L6-Modellen bis hin zu schweren L7-Vierrad-Fahrzeugen bestehende Produktpalette ist darauf ausgelegt, alle Segmente der urbanen und stadtnahen Mikromobilität abzudecken.«
In Italien auf der Überholspur: BEV-Fahrzeuge
Die Konzepte, die der Anbieter auf der EICMA präsentiert, würden als Brücke der weiteren Desner-Entwicklung stehen: »Neue Fahrzeuge, die auch für gewerbliche und berufliche Zwecke genutzt werden können, dabei aber die für die Mikromobilität typische Flexibilität beibehalten. Kurz gesagt: Wir haben die Produktpalette nicht nur für heute konzipiert, sondern auch für die Skalierung von morgen – wobei wir davon profitieren, dass in Italien vierrädrige BEV-Fahrzeuge einen Anstieg von 48,85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet haben.« Anmerkung des RadMarkts: »BEV« steht für »Battery Electric Vehicle«.
Mehr Info zu Desner Auto über www.desnerauto.com.

Text: Jo Beckendorff

Weitere Themen
Wir woanders
Trekking & Radkultur
Das Magazin für E-Bikes
Taktik & Training
Das Branchenmagazin
Club für leidenschaftliche Fahrradfahrer
Community aus sportlichen Radfahrern