Bereits Ende September hatte Jobrad alle Mitarbeitenden darüber informiert, dass aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtlage und der anhaltenden Konsolidierung im Fahrradmarkt eine Anpassung der Personalstruktur erforderlich ist, erläutert Jobrad in einer offiziellen Stellungnahme. Seitdem führe die Geschäftsführung intensive Gespräche mit dem Betriebsrat.
In einer Informationsphase legte Jobrad dem Betriebsrat ein Konzept für die Zukunft des Unternehmens dar, und informierte schließlich am Dienstag (4. November) bei einer internen Veranstaltung die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Größenordnung des geplanten Stellenabbaus informiert. Sowohl über die Größenordnung von 20 Prozent als auch über die konkrete Umsetzung werde nun noch mit dem Betriebsrat verhandelt, betont Jobrad.
Die Geschäftsführung betont, dass größtmögliche Transparenz und Dialog auf Augenhöhe mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zentrale Anliegen seien. Deshalb habe sie die Beschäftigten frühzeitig in die anstehenden Veränderungen einbezogen.
An seinem grundsätzlichen Geschäftsmodell zweifelt der Dienstradleasinganbieter nicht: Es sei »robust und zukunftsfähig«. Ziel sei es, das Unternehmen so aufzustellen, dass Jobrad langfristig wirtschaftlich erfolgreich bleibe und die Chancen für Wachstum und Innovation auch künftig aktiv nutze.
Jobrad gilt als Pionier des Dienstradleasings: Ulrich und Sandra Prediger und Holger Tumat, die das Unternehmen mit dem damaligen Namen Leaserad 2008 gründeten, hatten sich dafür eingesetzt, dass Angestellte ähnlich wie beim Dienstwagen steuerlich und sozialversicherungsmäßig begünstigt per Gehaltsumwandlung Diensträder leasen können. Möglich wurde das mit dem Dienstraderlass 2012.
In der Folge legte der Leasingmarkt starke Zuwächse hin und Jobrad sicherte sich zahlreiche Großkonzerne als Leasing-Kunden. Doch in Zeiten, wo diese Großkonzerne selbst Stellen abbauen, schwindet die Personalbasis für neue Leasingverträge. Hinzu kommt, dass auch die Lager der Fahrradhersteller und -Händler in den letzten Saisons noch relativ voll waren, und viele Marktteilnehmer darauf mit Preisrabatten reagierten, was in manchem Fall den Barkauf im Vergleich zum Leasing attraktiver gemacht haben dürfte.
In den vergangenen Jahren hat die Jobrad-Gruppe sich breiter aufgestellt, indem eine eigene Leasinggesellschaft gegründet wurde und Firmen rund um das Leasing- und Firmenbenefit-Thema akquiriert wurden, beispielsweise Lofino, der Refurbisher Jobrad Loop (ehemals Brevo) und der Reparaturdienstleister Wunderfix.


