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Materialkunde: Pidigi sichert Zukunft der insolventen Sympatex Technologies
Am 22. Januar hatte der Münchener Funktionstextil-Anbieter Sympatex Technologies GmbH einen Insolvenzantrag in der Hoffnung gestellt, sich über ein Insolvenzverfahren zu sanieren. Die Rechnung ist aufgegangen: wie der bestellte Insolvenzverwalter Axel W. Bierbach von der Münchener Kanzlei MHBK Rechtsanwälte Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen letzten Freitag (8. Mai) bekannt gab, wird der italienische Material - und Komponenten-Anbieter Pidigi SpA zusammen mit seiner deutschen Tochtergesellschaft den Anbieter im Zuge eines Asset-Deals erwerben.
ScreenshotFoto: Pidigi

Laut Insolvenzverwalter beabsichtigt Pidigi, die wesentlichen Vermögenswerte von Sympatex zu übernehmen und den operativen Geschäftsbetrieb unter der Marke Sympatex fortzuführen. Heißt, dass am Standort Unterföhring 21 Arbeits- und vier Ausbildungs-Plätze erhalten bleiben. Außerdem sollen die die internationalen Standorte in Frankreich, China und Hong Kong sowie die koreanische Vertriebs-Repräsentanz fortgeführt werden.
Die neue Sympatex-Mutter Pidigi wurde 1953 gegründet und hat ihren Sitz in Verona. Der inhabergeführte Anbieter gilt als führender Lieferant von Materialien und Komponenten für die Schuh-, Lederwaren- und technische Sportbekleidungs-Industrie. Von der Übernahme erhoffen sich die Italiener erhebliche operative und wirtschaftliche Synergien.
Das operative Geschäft soll im Zuge einer übertragenden Sanierung mit Wirkung zum 1. Juni 2026 von Pidigi übernommen werden. Dabei wird auch die zukünftige operative Verantwortung neu geregelt. Die zuletzt als alleinige Sympatex-Geschäftsführerin tätige Kim Scholze wird das Unternehmen nach Abschluss der Transaktion verlassen.
Insolvenzverwalter Axel W. Bierbach dankte sowohl Kim Scholze als auch der gesamten Belegschaft und dem Betriebsrat ausdrücklich für ihren Einsatz in den vergangenen Monaten: »Die Mitarbeitenden und die Geschäftsführerin von Sympatex haben unter schwierigen Rahmenbedingungen mit hoher Professionalität, großem Engagement und bemerkenswerter Loyalität dazu beigetragen, den Geschäftsbetrieb stabil fortzuführen und die Grundlage für diese Investorenlösung zu schaffen.« So war der Geschäftsbetrieb während der dreieinhalb Monate seit der Insolvenzantrags-Stellung in vollem Umfang fortgeführt worden.
Bierbach sieht in dem Pidigi-Einstieg eine tragfähige Perspektive für Sympatex: Angesichts des herausfordernden, unter erheblichem Wettbewerbs- und Kostendruck stehenden Marktumfelds und der besonderen Unternehmenshistorie von Sympatex war es eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, einen geeigneten Käufer für Sympatex zu finden. Umso mehr freut es mich, dass wir mit Pidigi einen idealen Investor gewinnen konnten, der den hochspezialisierten Markt gut kennt und selbst seitvielen Jahrzehnten erfolgreich in der Schuh- und Bekleidungsindustrie verwurzelt ist. Pidigi hat ein klares Konzept und bringt ausgezeichnete operative Voraussetzungen sowie große Branchenkompetenz mit, um die internationale Marktpräsenz, das technologische Know-how und die gewachsenen Kundenbeziehungen von Sympatex zu sichern und nachhaltig weiterzuentwickeln.«
Pidigi-Eigentümer und Geschäftsführer Dr. Giorgio De Gara sieht in der Sympatex-Übernahme einen Meilenstein in der Weiterentwicklung seines Familienunternehmens: »Die Übernahme von Sympatex ist für uns ein wichtiger strategischer Schritt, der auf einer langjährigen und vertrauensvollen Zusammenarbeit aufbaut. Wir kennen das Unternehmen, seine Technologien und die Menschen dahinter seit vielen Jahren und freuen uns sehr, Sympatex nun als Teil der Pidigi-Familie willkommen zu heißen. Gemeinsam wollen wir das internationale Geschäft von Sympatex gezielt weiterentwickeln – von Performance-Laminaten und Tapes für Footwear-Anwendungen bis hin zu technischen Lösungen für Behörden-, Workwear- und Apparel-Märkte. Durch die Verbindung der technologischen Kompetenz von Sympatex mit der globalen Marktpräsenz und operativen Stärke von Pidigi schaffen wir eine starke Basis für weiteres Wachstum und neue Marktchancen. Dabei ist es uns ein wichtiges Anliegen, das wertvolle technologische Know-how von Sympatex und den Standort Unterföhring zu erhalten und den Mitarbeitenden eine langfristige Perspektive zu bieten.«

Text: Jo Beckendorff

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