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Mips 2025: gut erholte Umsätze – Währungseffekte und Koroyd-Übernahme belasten Rentabilität
Für BPS (»Brain Protection System«)-Macher MIPS AB war 2025 das Jahr, in dem der Helmsicherheits-Technologieanbieter sich eigenen Angaben zufolge endgültig auf dem europäischen Markt etabliert hat. Darin sehen die Schweden einen wichtigen Baustein ihrer langfristigen Wachstumsstrategie. Wie dem vorliegenden Geschäftsbericht 2025 zu entnehmen ist, konnte das vierte Verkaufsquartal noch einmal mit einem Umsatzwachstum von 2 Prozent auf 147 Millionen SEK (13,9 Millionen Euro) punkten.
Foto: Mips

Heißt auch, dass Mips im Laufe des letzten Jahres in Europa organisch um mehr als 50 Prozent wuchs und der europäische Anteil am gesamte Gruppenumsatz 2025 gute 43 Prozent betrug.
Aber noch einmal zurück zum vierten Verkaufsquartal: das hiesige organische Wachstum belief sich auf 18 Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) lag mit seinen 47 Millionen SEK (4,5 Millionen Euro) allerdings unter den 62 Millionen SEK (5,9 Millionen Euro) des vergleichbaren Vorjahreszeitraumes. Somit sank auch die operative Marge von vormals 42,9 Prozent auf 31,8 Prozent. Der Gewinn lag bei 35 Millionen SEK (3,3 Millionen Euro, minus 17 Prozent). Der Rückgang ist laut den Schweden »ausschließlich auf Rechtskosten, negative Währungseffekte und Akquisitionskosten für die Übernahme von Koroyd« zurückzuführen.
Der Netto-Quartalsumsatz in Höhe der schon oben genannten 147 Millionen SEK teilt sich auf die drei von den Schweden bespielten Verkaufskategorien wie folgt auf:

Sports (inkl. Unterkategorie Fahrrad & Snow): 134 Millionen SEK (12,7 Millionen Euro, plus 1,0 Prozent)
Motorcycle: 6 Millionen SEK (0,6 Millionen Euro, plus 14 Prozent)
Safety: 7 Millionen SEK (0,7 Millionen Euro, plus 22 Prozent)

Was sie Schweden besonders erfreut und auch für das Gesamtjahr 2025 gilt: die jeweiligen Zuwächse der im Vergleich jungen Produktkategorien Motorcycle und Safety.
Das Gesamtjahr 2025
Während der eingefahrene 2025er-Nettoumsatz um 10 Prozent auf 533 Millionen SEK (50,5 Millionen Euro) wuchs, lag das organische Wachstum sogar bei 21 Prozent. Der eingefahrene Nettoumsatz teilt sich wie folgt auf:

Sports (inkl. Unterkategorie Fahrrad & Snow): 478 Millionen SEK (45,3 Millionen Euro, plus 10,0 Prozent)
Motorcycle: 31 Millionen SEK (2,9 Millionen Euro, plus 11 Prozent)
Safety: 23 Millionen SEK (2,2 Millionen Euro, plus 29 Prozent)

Allerdings lag das Betriebsergebnis (EBIT) mit seinen 156 Millionen SEK (14,8 Millionen Euro) 10,3 Prozent unter dem des Vorjahres. Die operative Marge sank von vorherigen 36,1 Prozent auf 29,2 Prozent. Der Gewinn musste aufgrund der oben genannten Hürden (negative Währungseffekte, Akquisitionskosten etc.) mit seinen 120 Millionen SEK (11,4 Millionen Euro) im Vergleich ebenfalls einen zweistelligen Rückgang schlucken.
Alles gut in einem herausfordernden Jahr
Rückblickend spricht Mips-President und -CEO Max Strandwitz von einem guten Abschluss eines herausfordernden Jahres: »Wir haben ein starkes viertes Quartal mit einem organischen Wachstum von 18 Prozent und anhaltend soliden Fortschritten in allen unseren Kategorien erzielt. Darüber hinaus haben wir die Übernahme der Unternehmen hinter der starken Marke Koroyd abgeschlossen, was uns neue strategische langfristige Möglichkeiten eröffnet. Die Dynamik in Europa ist weiterhin stark. Wir gewinnen weiterhin Marktanteile auf dem europäischen Markt, da europäische Helmhersteller immer mehr Helmmodelle mit dem Mips-Sicherheitssystem ausstatten.«
Geringe Einzelhandels- und Marken-Einkäufe sorgen für Lagerbestands-Abbau
Besonders erfreulich in Europa sei auch das starke Wachstum der Sports-Unterkategorien Fahrrad und Schnee. Die US-Verkäufe wurden unter anderem auch durch die US-Zollproblematik eingebremst.
Da die Kundschaft nicht sicher war, ob die angekündigten Zölle dauerhaft oder nur vorübergehend sein würden, hätte sie sich laut Strandwitz mit ihren Bestellungen zurückgehalten: »Dieses Verhalten war in vielen Branchen zu beobachten, insbesondere im Sport- und Outdoor-Sektor. Die geringeren Einkäufe sowohl im Einzelhandel als auch bei den Marken haben dazu geführt, dass die Lagerbestände beispielsweise bei Fahrrädern jetzt – von den Pandemiejahren 2020 und 2021 einmal abgesehen – auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren sind. Eine ähnliche Situation mit geringeren Einkäufen und niedrigeren Lagerbeständen bei Helmen beobachten wir ebenfalls.«
Ausblick
In der letztjährigen Übernahme der Marke Koroyd sieht Mips einen wichtigen Schritt seiner langfristigen Strategie, verschiedene Bereiche der Helm-Sicherheit besser abdecken zu können. Die Übernahme der Marke von den monegassischen Aufprallschutz-Technologie-Anbietern Koroyd SARL und SCP George TFE (zusammen Koroyd) würde dem aktuellen Mips-Geschäft einen Zugang zu interessanten benachbarten Produktbereichen verschaffen.
O-Ton Max Strandwitz: »Wir wachsen weiterhin in allen unseren Kategorien, gewinnen Marktanteile hinzu und stärken unsere Marktposition. Unsere Innovationspipeline ist größer als je zuvor. Mit der Übernahme von Koroyd haben wir die Möglichkeit, für unsere Kunden noch relevanter zu werden und für Mips völlig neue Bereiche zu erschließen.«
Somit halte man auch an den bereits kommunizierten langfristigen Finanzzielen fest. Die lauten: ein Nettoumsatz von mehr als 2 Milliarden SEK (180 Millionen Euro) bis spätestens 2029, eine EBIT-Marge von mehr als 50 Prozent und eine Dividende des Jahresüberschusses von ebenfalls mehr als 50 Prozent.

Text: Jo Beckendorff

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