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MIPS-Umsatz wächst – Gewinn durch US-Rechtsstreit eingebremst
Laut vorliegendem vorläufigen dritten Geschäftsquartals-Bericht 2025 hat BPS (»Brain Protection System«)-Macher MIPS AB einen Nettoumsatz von 135 Millionen SEK (12,39 Millionen Euro) erzielt. Verglichen mit 07-09/2024 ist das ein gutes Wachstum von 10 Prozent. Das organische Quartalswachstum lag sogar bei 19 Prozent.
Foto: MIPS

Allerdings sank der Betriebsergebnis (EBIT) im Vergleich um 7 Prozent auf 44 Millionen SEK (4,04 Millionen Euro). Damit sank auch die operative Marge auf 32,6 Prozent (06-09/2025: 38.5 Prozent) und der letztendliche Gewinn auf 34 Millionen SEK (3,12 Millionen Euro, minus 5 Prozent). Dieser rutschte allerdings ausschließlich wegen Rechtskosten und negativer Wechselkurs-Differenzen nach unten. Alleine die im Zusammenhang mit einer Klage bestehenden Rechtskosten, an der einer der US-Kunden von Mips beteiligt ist, beliefen sich auf 13 Millionen SEK (1,19 Millionen Euro).
US-Klage führt zu hohem MIPS Rechtskosten-Engagement
Auch wenn die Schweden nicht Partei in diesem Rechtsstreit sind – weil die Klage Bereiche betrifft, in denen Mips geistige Eigentumsrechte hat (die laut Strandwitz »ein wichtiger Eckpfeiler unserer Markenstärke sind«), habe man beschlossen, sich zu engagieren. Wichtig zu wissen: Die eigenen geistigen Eigentumsrechte von Mips sind nicht Teil dieser Klage.
Umsatzwachstum trotz Zollhürden
Mit Blick auf das erzielte Umsatzwachstum erklärt MIPS-Präsident und -CEO Max Strandwitz, dass dieses bei allen vom Unternehmen ausgewiesenen Kategorien erfolgte. Selbst die Tatsache, »dass die Zölle auf dem für uns wichtigen US-Markt weiterhin Unsicherheit für unsere Kunden, die Helm-Marken und die Einzelhandelskette schaffen«, konnte das Umsatzwachstum nicht ausbremsen. Obwohl auf das innovative MIPS-Helmsystem setzenden Helmmarken wegen der höheren Zollkosten höhere Preise aufriefen, war die Kundennachfrage hoch. Jetzt hoffen die Schweden, dass sich dieser Trend fortsetzt.
Der oben genannte dritte Quartalsumsatz teilt sich auf die von MIPS ausgewiesenen Produktkategorien wie folgt auf:

Sports: 120 Millionen SEK (11,01 Millionen Euro, plus 8,1 Prozent)
Motorcycle: 9 Millionen SEK (0,83 Millionen Euro, plus 28,6 Prozent)
Safety: 6 Millionen SEK (0,55 Millionen Euro, plus 20,0 Prozent)

Mit Blick auf die Kategorie Sports, die neben Fahrrad- auch Wintersport- und Reit-Helme bietet, sprechen die Schweden von einem weiterhin schwierigen Marktumfeld. Durchaus erfreulich: trotz des äußerst schwierigen Fahrradmarktes konnte MIPS in diesem Sektor »im achten Quartal in Folge ein Volumenwachstum« aufsetzen. Nach wir vor der Wachstumsmotor: der europäische Markt.
Die erste drei Verkaufsquartale
Mit diesen vorläufigen dritten Verkaufsquartals-Zahlen 2025 im Rücken erzielte MIPS im Zeitraum 01-09 einen Netto-Gesamtumsatz in Höhe von 386 Millionen SEK (35,41 Millionen Euro). Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem guten zweistelligen Wachstum von 14 Prozent. Das EBIT lag mit seinen 109 Millionen SEK (10,0 Millionen Euro) 4 Prozent unter dem der ersten drei Verkaufsquartale 2024. Der letztendliche Gewinn liegt mit 44 Millionen SEK (4,04 Millionen Euro) ebenfalls 4 Prozent unter dem des vergleichbaren Vorjahres-Zeitraumes.
Ausblick
Stichwort Zölle – trotz der Herausforderungen, denen Konsumgüter-Unternehmen mit bedeutender Präsenz in den USA im Laufe des Jahres gegenüberstanden, konnte MIPS laut Strandwitz »erneut die Stärke unseres Geschäftsmodells und unseres Angebots unter Beweis stellen. Wir wachsen in allen drei unserer Kategorien und verzeichnen sowohl in den USA als auch in Europa gute Fortschritte«.
Sicherlich habe die Zoll-Unsicherheit alle Branchenteilnehmer vor Herausforderungen gestellt: »Aber unsere Kunden haben sich im Allgemeinen gut in diesem Umfeld zurechtgefunden und unter anderem Preiserhöhungen vorgenommen, um die durch die Zölle verursachten Kostensteigerungen auszugleichen, die von Einzelhändlern und Verbrauchern besser aufgenommen wurden als viele erwartet hatten.«
Wanted: Alternative Produktions-Standorte
Überhaupt habe die Einführung von Zöllen bei vielen MIPS-Kunden dazu geführt, sich mit ihrer Helmherstellung mit Ländern außerhalb Chinas zu befassen. Diese Tatsache habe einen Großteil ihrer internen Entwicklungsressourcen in Anspruch genommen – was wiederum dazu führte, dass ihr Fokus auf die Produktentwicklung neuer und besserer Produkte eingeschränkt wurde. So sei auch der Zufluss neuer Kundenprojekte zu MIPS verringert eingetroffen.
Letztendlich schaut Max Strandwitz optimistisch nach vorne: »Positiv zu vermerken ist, dass wir im dritten Quartal nun wieder die gleiche Anzahl an Kundenprojekten wie im Vorjahr verzeichnen können…Wir gewinnen weiterhin Marktanteile hinzu, verfügen über eine stärkere und breitere Produktpalette als je zuvor, eine einzigartige Markenposition und investieren weiterhin in Marketing und Produktentwicklung, die unsere obersten Prioritäten sind. Angesichts all dessen freuen wir uns eher auf den Umzug als auf die Produktentwicklung.«

Text: Jo Beckendorff

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