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Mitgesellschafter übernimmt wesentliche insolvente BMZ-Geschäftsteile
Nachdem der deutscher Lithium-Ion-Batteriehersteller BMZ Deutschland GmbH wegen eines Großkunden-Verlusts am 24. Oktober letzten Jahres in eine Insolvenz in Eigenverwaltung schlitterte, scheint die Rettung dieses angeschlagenen Geschäftsbereichs der internationalen BMZ-Gruppe dank eines Minderheits-Gesellschafters gesichert.
Die BMZ-Zentrale in Karlstein a.M..Foto: BMZ Group

Während die übrigen Gesellschaften der BMZ-Gruppe laut Unternehmensangaben operativ gesund und nicht von der Insolvenz in Eigenverwaltung betroffen sind, ist davon allerdings auch die BMZ Holding GmbH »durch eine Patronatserklärung« ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Sie musste eine Folgeinsolvenz anmelden.
Am 19. Dezember hat die SKion GmbH eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme wesentlicher Geschäftsteile aus dem Eigenverwaltungsverfahren der BMZ Germany GmbH sowie der BMZ Holding GmbH abgeschlossen. Die Übernahme steht allerdings noch unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden.
BMZ-Gläubigerausschuss setzt auf SKion-Angebot
SKion ist eine von der deutsche Unternehmerin Dr. h.c. Susanne Klatten (geborene Quandt – Stichwort BMW etc.pp) gegründete Beteiligungsgesellschaft, die schon als Minderheits-Gesellschafter der BMZ-Gruppe an Bord ist. Um die Fortführung des operativen Geschäftsbetriebs während des Insolvenzverfahrens sicherzustellen, hatte SKion das Unternehmen bisher gestützt und ihm eine Brückenfinanzierung zur Verfügung gestellt.
Im Rahmen eines strukturierten Bieterprozesses wurde nach potenziellen Investoren für eine Übernahme gesucht. Am 19. Dezember entschied sich der BMZ-Gläubigerausschuss für das SKion-Angebot.
Neues Führungsteam und Personalabbau in der Pipeline
Oberstes Ziel ist es jetzt, das Geschäft fortzuführen sowie national und international auszubauen. »BMZ spielt in der Wertschöpfungskette für Energiespeicher-Systeme eine wichtige Rolle. SKion beabsichtigt, die bei BMZ vorhandenen Technologien sowie das Know-how der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich zu erhalten und das Unternehmen gemeinsam mit einem neu aufgestellten Führungsteam weiterzuentwickeln. Möglichst vielen Mitarbeitenden soll eine Weiterbeschäftigung im Unternehmen ermöglicht werden«, heißt es in einer veröffentlichten SKion-Pressemitteilung.
Neuaufstellung
Nur: was bedeutet der Hinweis auf die etwas schwammig formulierte »Übernahme wesentlicher Teile aus dem Eigenverwaltungs-Verfahren der BMZ-Gruppe« genau?
Fakt ist, dass das vom BMZ-Management gemeinsam mit Beratern erarbeitete Sanierungskonzept eine Ausgliederung des operativen Geschäftsbetriebs der BMZ Holding GmbH und der BMZ Germany GmbH in eine neue Struktur vorsieht. Somit steht in den kommenden Monaten die Stabilisierung und der Ausbau der Kunden- und Lieferantenbeziehungen sowie die Weiterentwicklung der Organisation und die Eingliederung der Mitarbeitenden im Fokus. Zudem würde die zeitnahe Errichtung der neuen Struktur die finanzielle Stabilität der BMZ-Gruppe sichern und eine nachhaltige Neukapitalisierung ermöglichen.
»Die Neuausrichtung baut auf die technologischen Kernkompetenzen und die Fähigkeiten der Mitarbeitenden, auf Kosteneinsparungen und Wachstumsinitiativen – insbesondere bei Batteriesystemen für industrielle Anwendungen und maßgeschneiderte Energiespeicher-Lösungen. Die Nachfrage nach den Kernprodukten ist wachsend, der Markttrend zu leistungsstarken Batteriesystemen ungebrochen. Die Gruppe verzeichnet international einen guten Auftragsbestand«, heißt es in vorliegender Pressemittelung.
Was zum Zeitpunkt dieses Schreibens auffällt: Auf den Sektor E-Bike-Batterien wird nicht explizit eingegangen. Und nach wie vor ist nicht klar, was »die Übernahme wesentlicher Geschäftsteile aus dem Eigenverwaltungs-Verfahren« der beiden oben genannten Karlsteiner BMZ-Gesellschaften genau bedeutet. Hier werden detailliertere Informationen folgen müssen.

Text: Jo Beckendorff

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