Im Zuge der Lugano-Ermittlungen hat die Codi-Schmucktochter am 16. November den Insolvenzschutz Chapter 11 gemäß dem US-Insolvenzgesetz beantragt. Infolgedessen wird Lugano ab dem vierten Quartal 2025 nicht mehr in den Finanzergebnissen von Codi konsolidiert.
Wichtig zu wissen: die Gläubigerschutz-Anmeldung gilt alleine für Lugano. Die acht weiteren Codi-Töchter – unter anderem auch die in der Fahrradbranche tätigen Anbieter Boa Technology und Primaloft – sind nicht in die Lugano-Ereignisse verwickelt und erzielen laut Codi »insgesamt weiterhin gute Ergebnisse«. Heißt auch, dass sich an den bis dato im RadMarkt veröffentlichten Boa- und Primaloft-Zahlen der letzten drei Jahre nicht geändert hat.
Was die nun auch dem RadMarkt vorliegenden korrigierten Jahresergebnisse 2022 bis 2024 betrifft, erklärt Codi-CEO Elias Sabo: »Wir freuen uns, diesen umfangreichen Prozess der Neufassung abgeschlossen zu haben. Der Finanz- und Bilanzbetrug, den der ehemalige CEO von Lugano Holding, Inc. begangen hat, war weitreichend, komplex und auf Lugano beschränkt. Unsere Neufassung ist ein wichtiger Schritt, um dieses Kapitel hinter uns zu lassen. Wir konzentrieren uns darauf, unsere Verschuldung zu reduzieren und die Strategie weiter umzusetzen, die Codi seit seiner Gründung erfolgreich gemacht hat: die Verwaltung und das Wachstum hochwertiger mittelständischer Unternehmen, um dauerhaften, langfristigen Wert für unsere Aktionäre zu schaffen.«
In den kommenden Wochen will Codi auch schon die Finanzergebnisse der ersten drei Verkaufsquartale 2025 vorlegen. Auch wenn Lugano (wie oben bereits erwähnt) ab dem derzeit laufenden vierten Quartal 2025 nicht mehr in den Codi-Finanzergebnissen konsolidiert sind, passt Codi seine Prognose für das bereinigte EBITDA der Tochtergesellschaften für das Gesamtjahr 2025 auf 330 bis 360 Millionen USD (283 bis 309 Millionen Euro) an – »was unserer vorherigen Prognose entspricht, wenn man Lugano ausklammert«.
Text: Jo Beckendorff


