Accell-Übernahmeangebot: Annahmeschwelle nicht ganz erreicht

07.06.2022
Accell Group-Übernahmeangebot: Annahmeschwelle nicht ganz erreicht.

Nach der am letzten Freitag (3. Juni) um 17:40 Uhr (MESZ) abgelaufenen Annahmefrist lagen dem Bieter Sprint Bidco B.V. im Rahmen seines geplanten Übernahme-Angebots der Accell Group N.V. 19.745.964 Aktien vor – »was circa 73,53 Prozent aller Aktien auf voll verwässerter Basis und einem Gesamtwert von circa EUR 1,145 Milliarden Euro zu einem Angebotspreis von 58,00 Euro (cum dividend) in bar je Aktie entspricht«. Wie vom RadMarkt berichtet, lag die Voraussetzung für die Unbedingtheit des Angebots allerdings bei Erreichen der Annahmeschwelle von mindestens 80 Prozent der Aktien auf voll verwässerter Basis. Was nun?

»Da diese Annahmeschwelle nicht erreicht wurde, wird der Bieter seine Optionen prüfen und den Markt zu gegebener Zeit gemäß § 16 Abs. 1 der Verordnung und Ziffer 3.7 der Angebotsunterlage informieren, spätestens jedoch am 9. Juni 2022«, heißt es aus den Niederlanden. Anders ausgedrückt: da die anvisierte Annahmeschwelle von 80 Prozent der Aktien nicht erreicht wurde, kann das hinter dem Bieter Sprint Bidco stehende Konsortium unter Führung der US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. LP (KKR) jetzt sein Angebot entweder beenden oder die Annahmefrist verlängern.
Nimmt er von seinem Bieterangebot Abstand, wird die Accell Group weiterhin als eigenständiges an der Börse notiertes Unternehmen tätig sein. Dann werden die oben genannten 73,53 Prozent angedienten Aktien an die betreffenden Aktionäre zurückgegeben.
Setzt Sprint Bidco hingegen auf eine Verlängerung der Annahmefrist, ist das in einem Zeitraum von zwei bis zehn Wochen möglich. In diesem Fall wird der Aktienankauf innerhalb der verlängerten Annahmefrist fortgesetzt.

Text: Jo Beckendorff
 

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