Accell Jahresergebnis 2018: Wachstum nimmt in den Kernmärkten Fahrt auf

08.03.2019

Die Accell Group (Marken unter anderen Haibike, Koga und Batavus) hat heute ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2018 vorgelegt. Der gesamte Jahresüberschuss ist demnach 2018 von 10,5 Millionen Euro auf 20,3 Millionen angestiegen. Die Niederländer melden, dass  in den Kernmärkten (ohne Nordamerika) das Wachstum anziehe: Der Nettoumsatz sei dort im zweiten Halbjahr 2018 um 10,4 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 gestiegen, im Gesamtjahr hat er immer noch um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt. In den vergangenen  fünf Jahren ist das Accell-Kerngeschäft durchschnittlich 7,5 Prozent pro Jahr gewachsen.


Der EBIT lag für die Kernmärkte bei 54 Millionen Euro, ohne Einmaleffekte (u. a. durch Pensionszahlungen in Großbritannien) bei 58,9 Millionen Euro. Allerdings hat das Geschäft in Nordamerika geschwächelt, das bei Accell nicht zum Kernmarkt zählt. Hier lag der EBIT bei -21,0 Millionen Euro, was den Gesamt-EBIT der Gruppe auf 33 Millionen Euro drückt. Das Nordamerikageschäft steht wie Ende 2018 angekündigt bereits auf dem Prüfstand, Ergebnisse sollen im dritten Quartal 2019 vorliegen. Für das laufende Jahr erwartet Accell, dass die Verkäufe auf den Kernmärkten weiter zulegen können, das die Nachfrage nach E- und Cargo-Bikes groß sei und Accell dieser mit entsprechenden Innovationen wie dem Sparta M8B nachkomme, das gerade in den Niederlanden zum E-Bike des Jahres 2019 gekürt wurde.
Für die gesamte Gruppe beschleunigte sich das Nettoumsatzwachstum von 0,3 Prozent im ersten Halbjahr auf 5,5 Prozent im zweiten Halbjahr 2018. Im Anstieg des Jahresüberschusses von 10,5 auf 20,3 Millionen Euro steckt ein deutlicher Gewinn in Höhe von 9,5 Millionen Euro durch die Neubewertung von Accells Anteilen an Cargo-Bike-Spezialist Velosophy (Marke Babboe).
Als Voraussetzung für weiteres Wachstum habe man die Positionierungen der einzelnen Marken geschärft und regional angepasste Markenportfolios erstellt, erklärt Accell. Vor allem aber sehen die Niederländer die Verbesserung der Verfügbarkeit als Schlüsselfaktor für weiteres Wachstum. In Accells Omnichannel-Strategie werden 2019 die ersten Erlebniszentren und die ersten Single-Brand-Plattformen an den Start gehen. Mit weiteren Innovationen wie Haibike Flyon, Sparta M8B und Lapierre E-Zesty will Accell den Fokus auf E-Bikes legen und zudem durch die Velosophy-Marke Babboe den Bereich urbane Mobilität voranbringen.
Accell-CEO Ton Anbeek bezeichnet 2018 als »ein wichtiges Übergangsjahr«: Die Organisationsstrukturen wurden durch die Bildung regionaler und zentraler Teams verändert und in E-Commerce, Marketing, Innovation und IT investiert. »Die Komplexität in unserem Sortiment wurde in den meisten Regionen um zirka 30 Prozent reduziert. Die Entscheidung, sich auf unser wachsendes Kerngeschäft zu konzentrieren, zeigt, dass die strategischen und finanziellen Ziele für 2022 realistisch und in Reichweite sind. Wir werden unsere strategische Studie für Nordamerika so schnell wie möglich abschließen, um eine Verwässerung des Gewinns im Nicht-Kerngeschäft zu vermeiden.«
In den Niederlanden hat Accell 2018 den Vertrag mit einem großen Internetanbieter beendet. Dies wirkte sich insbesondere auf den Umsatz dort im ersten Halbjahr aus, wobei das Umsatzniveau im zweiten Halbjahr nicht weiter sank. Die Performance in den Märkten Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) sei sehr stark gewesen, vor allem dank des Wachstums der beiden Sportmarken Haibike und Ghost. Velosophy habe sich gut entwickelt und in den vergangenen fünf Monaten einen Nettoumsatz von zehn Millionen Euro erzielt. Das Geschäft mit Teilen und Zubehör wurde unter der Marke XLC zentralisiert und erreichte nach Stagnation im ersten Halbjahr 10,3 Prozent Umsatzwachstum im zweiten Halbjahr, so dass das Geschäftsjahr mit einem Umsatzwachstum von 4,9 Prozent abschloss.
Das Ergebnis je Aktie stieg um 93 Prozent auf 0,77 Euro (bzw. ohne die einmaligen Aufwendungen und bereinigt um den Neubewertungsgewinn im Zusammenhang mit Velosophy 0,60 Euro. Für das Geschäftsjahr 2018 wird Accell den Aktionären die Ausschüttung einer Dividende von 0,50 Euro je Aktie (2017: 0,50 Euro je Aktie) vorgeschlagen, das sind  65 Prozent des  Gewinns pro Aktie (bzw. 83 Prozent).

vz

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