BFI-Übernahme offiziell vollzogen

23.11.2020
Bleibt als CEO an Bord: BFI-Gründer und -CEO Mark de Kwant.

Am 4. November berichtete RadMarkt, dass Tschechiens größter Bikeproduzent Bike Fun International s.r.o. (BFI) kurz vor der Übernahme steht. Letzte Woche Freitag (20. November) wurde offiziell Vollzug gemeldet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Bis dato befand sich BFI in Händen einer niederländischen (nicht näher benannten) Investorengruppe. Sie hat den Produzenten, der neben seiner OEM-Produktion mit den drei eigenen Marken Superior, Rock Machine und Frappé vorzugsweise im europäischen Markt mitmischt, jetzt nach mehr als einjähriger Verhandlung komplett an BFI-Landsmann ConsilTech a.s. – einem Mitglied der Familienholding Consillium des schillernden Milliardärs Tomáš Němec – verkauft. Der ehemalige Skirennläufer hält unter anderem eine Mehrheit an der österreichischen Skimarke Kästle sowie an der sich auf Sport konzentrierenden Vertriebsgesellschaft LevelSportKoncept Ltd. Diese hat auch den Fahrrad-Markt ansprechende Marken wie 100%, Oakley, POC, Maloja und Spank im Portfolio. 
»Der Verkauf von BFI war unser langfristiges Ziel. In den letzten Jahren ist das Unternehmen in eine so schnelle Wachstumsphase eingetreten, dass ich und andere Eigentümer nicht in der Lage waren, es langfristig zu finanzieren. Genau zum richtigen Zeitpunkt wurden wir von der Investmentgruppe Consillium kontaktiert, die über die notwendigen Mittel verfügt, um das Wachstum des Unternehmens zu finanzieren. Ich bin froh, dass BFI in tschechischen Händen sein wird«, erklärte BFI-Gründer und CEO Mark de Kwant. Er und sein eingespieltes Top-Management-Team wird weiterhin die Verantwortung für das Unternehmen tragen.
Käufer Consillium setzt auf weitere Expansion
Consillium hat eigenen Angaben zufolge nicht nur vor, das Portfolio der BFI-Marken zu verändern, sondern auch deren Entwicklung stärken und die Expansion in globale Märkte unterstützen. »Wir werden nicht nur die Auslandsexpansion unserer Fahrradmarken unterstützen, die kostspielig sein wird, sondern auch das Wachstum des Angebots für OEM-Kunden. Wir wollen, dass die BFI weiter wächst, weil wir wissen, dass dieses Unternehmen und die Menschen in ihm das Zeug zum Erfolg haben," betont Consillium-Geschäftsführer Tomáš Klápště.
BFI verkauft derzeit Fahrräder und Zubehör in 29 (meist europäischen) Ländern. Die Weichen für ein weiteres Wachstum wurden bereits gestellt. »Im Januar 2021 werden wir die neunte Produktionslinie in Betrieb nehmen. Der Start der zehnten wird von der Lieferung von Materialien abhängen. Um zu wachsen, müssen wir in den kommenden Monaten noch viele neue Mitarbeiter finden«, erklärt BFI-CEO Mark de Kwant. Die Strategie des Unternehmens bleibe die gleiche wie vor dem Eigentümerwechsel: »Die Produktion zu steigern, die Qualität kontinuierlich zu verbessern, einen Top-Kundenservice zu bieten und neue Märkte zu unterstützen.«
Die BFI-Fabrik in Kopřivnice (16 Kilometer südlich vom Flughafen Ostrava) produziert derzeit fast 200.000 Fahrräder und E-Bikes pro Jahr. Neben der eigenen Entwicklung, Lackiererei und Fahrradproduktion beschäftigt sich das Unternehmen auch mit der Entwicklung des Elektroantriebs »Sport Drive« und der Produktion von Fahrradzubehör unter der Marke »One Bikeparts«. Der BFI-Gesamtumsatz 2019 belief sich auf 105 Millionen Euro – Tendenz steigend.
Mehr Info zum tschechischen Produzenten unter www.bikefunint.com.

Text: Jo Beckendorff/BFI, Fotos: BFI

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