Bosch-Tochter Coup Mobility wirft das Handtuch

27.11.2019
Nur noch bis Mitte Dezember: Coup E-Mietroller.

Mitte Dezember wird das Berliner Bosch-Tochterunternehmen Coup Mobility GmbH seinen Betrieb einstellen. Grund: Eine Fortführung auf dem hart umkämpften Sharing-Markt bei gleichzeitig hohen Kosten sei langfristig wirtschaftlich nicht möglich.

In der RadMarkt-Ausgabe 11/2018 hatten wir über die 2016 gegründete und nach einer bis Ende 2017 laufenden Startphase auch international loslegende E-Motorroller-Sharingplattform berichtet. Nun gibt das Unternehmen bekannt, seinen Betrieb in Berlin und Tübingen bis Mitte Dezember einzustellen. Heißt, dass die markanten türkis-schwarzen E-Motorroller jetzt nicht nur zur Winterpause eingesammelt, sondern diesmal für immer vom Markt genommen werden. Und zwar nicht nur in den beiden oben genannten deutschen Städten, in denen der Anbieter an die 2.000 Miet-Motorroller stehen haben soll, sondern auch an seinen internationalen Standorten Madrid und Paris. Insgesamt lenkt Coup derzeit an die 5.000 E-Scooter im Verleihgeschäft.
Diese sind alle von der E-Scooter Größe Gogoro aus Taiwan. Da es in Europa keine (Gogoro-)Lade-Infrastruktur wie in Taiwan gibt, wird Coup diese Roller nach Aufgabe seines Geschäfts auch nicht an Endverbraucher verkaufen, kommuniziert Coup bereits über soziale Netzwerke. Bisher lief das Aufladen der Batterien über die eigenen Ladestationen des Serviceteams. Die Berliner wollen eigenen Angabe zufolge die E-Roller einlagern und dann ein Konzept ausarbeiten, was mit der Flotte passieren soll.
Schon bei unserem Besuch in der Berliner Firmenzentrale Mitte August 2018 hatte der RadMarkt berichtet, dass das Geschäft in Deutschland auch durch die Winterpause ausgebremst wurde. Anders als in Madrid und Paris wurde die Coup-Roller in Berlin und Tübingen jeweils von Mitte Dezember bis Ende Februar in die Winterpause geschickt. Darum erklärte uns damals Coup PR- und Kommunikationsmanager Julia Grothe, dass man bei einer weiteren Expansion eher Richtung Südeuropa schaue, wo das B2C-Sharinggeschäft das ganze Jahr über aufrechterhalten werden kann. Zu einer weiteren Expansion über die vier oben genannten Standorte hinaus ist es dann allerdings nicht gekommen.
Insgesamt beschäftigt Coup Mobility derzeit in seiner Berliner Zentrale (App-Entwicklung, Strategieplanung, Custom-Support) sowie den zwei internationalen Free-Floating-Sharing-Standorten Madrid und Paris an die 120 Mitarbeiter.

Text/Fotos: Jo Beckendorff

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