Bosch übernimmt E-Auto-Motorenhersteller EM-Motive komplett

01.02.2019
Jetzt komplett in Händen von Bosch: EM-Motive.

Die vor Jahren mit dem Startup Bosch eBike Systems mit E-Antrieben für E-Bikes in den Markt surrende Robert Bosch GmbH baut ihre E-Mobilitäts-Motorenrange konsequent aus. Soeben wurde die 2011 als paritätisches Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und Daimler gegründete EM-Motive vollständig von Bosch übernommen. Die produziert Motoren für Hybrid- und E-Autos.

Das Joint-Venture war einst gemeinsam von Bosch und Daimler gegründet worden, um »den Einstieg in die Elektromotoren-Fertigung für beide Partner wirtschaftlich zu gestalten«. Anders ausgedrückt: Bei anfänglich kleinen Stückzahlen teilten die Konzerne die hohen Investitionen für Entwicklung und Fertigung von Elektromotoren auf.
Mittlerweile produziert EM-Motive 450.000 E-Motoren für Hybrid- und E-Autos. Die kommen bereits bei Auto-Anbietern wie Daimler, Porsche, Fiat, Volvo, Peugeot und StreetScooter zum Einsatz.
»Im elektrischen Antrieb ist der Motor eine Schlüsselkomponente: Je effizienter er arbeitet, desto weniger Energie verbraucht er – das steigert die Reichweite und reduziert die Kosten deutlich. Denn schon jetzt wächst das Geschäft mit der Elektromobilität stark, spätestens Anfang des kommenden Jahrzehnts wird es sich zu einem Massenmarkt entwickeln«, heißt es dazu bei Bosch. Mit der Komplettübernahme wollen die Stuttgarter auch neue Kunden akquirieren (was mit Daimler an Bord wohl nur eingeschränkt möglich gewesen wäre).
Für Bosch ist der vollständige Erwerb von EM-Motive »der nächste konsequente Schritt auf dem Weg zur Marktführerschaft bei der Elektromobilität«. Die vollständige Übernahme war bereits im Joint-Venture-Vertrag als Möglichkeit angelegt. Für die derzeit insgesamt etwa 340 Mitarbeiter von EM-Motive in Stuttgart und Hildesheim hat die Änderung der Gesellschafterverhältnisse ihres Unternehmens laut Bosch-Angaben »keine unmittelbaren Auswirkungen«.
Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Erwerb der Anteile unterliegt allerdings noch vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden.

Text: Jo Beckendorff, Foto: Robert Bosch GmbH

 

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