Chance für Auto-Alternativen: Platz auf der Straße umverteilen

07.03.2019
Schon jetzt haben für Radler zu wenig Platz.

Elektro-Tretroller und Co. fahren zurzeit noch nicht legal im öffentlichen Straßenverkehr. Mit der Umsetzung der Elektrokleinstfahrzeuge Verordnung (eKFV), mit der in Kürze zu rechnen ist, wird sich das ändern. Der Fahrradclub ADFC sieht hier durchaus eine Chance zur Verringerung von Stau und schlechter Luft in den Städten, mahnt allerdings auch eine drastische Umverteilung des Platzes im Straßenraum an, die bisher durch das Auto dominiert wird.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: »Neue Impulse für die Vermeidung von kurzen Autofahrten sind dringend nötig. Denn 40 Millionen Autofahrten am Tag sind unter zwei Kilometer lang. Oder anders gesagt: Ein Viertel aller Autofahrten sind Fahrten um die Ecke. Das ist absurd – und alles, was diese Entwicklung zurückdreht, finden wir gut. Ja, Mikromobilität kann Autoverkehr verringern, vor allem auf der ersten und letzten Meile zwischen Bahn und Büro. Diese Verlagerung wird aber nur funktionieren, wenn die neue Zweiradmobilität auch ausreichend Platz und gute Infrastruktur bekommt. Wir fordern die Hälfte der Fahrbahn für saubere Zweiradmobilität, dann vertragen sich auch E-Scooter, Pedelecs und Fahrräder auf gemeinsamen Wegen.«
Schon jetzt werde die Qualität und Breite der Radwege von Radfahrerinnen und Radfahrern in Deutschland fast unisono als unbefriedigend beurteilt, heißt es vom ADFC, der dies in seinem Fahrradklima-Test feststellte. In der Aufteilung des Verkehrsraumes nehme das Auto etwa 60 Prozent des Platzes in Anspruch. Radwege würden von Nutzern als zu schmal, holprig, nicht ausreichend vom schnellen Autoverkehr getrennt – oder überhaupt nicht vorhanden wahrgenommen.
Stork: »Schon für die sichere Abwicklung des Radverkehrs reicht die Infrastruktur nicht aus. Weitere Fahrzeuge - zusätzlich zu den etwa 70 Millionen Fahrrädern und Pedelecs - auf den schon jetzt unterdimensionierten Radwegen erhöhen die Gefahr. Städte müssen jetzt anfangen, den Platz mutig neu aufzuteilen, um den Auto-Alternativen eine Chance zu geben und mehr Lebensqualität für alle zu schaffen.«

Foto: ADFC

 

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