Corona-Krise: BUND fordert Änderungen beim Straßenverkehr

24.03.2020
Antje von Broock, BUND-Geschäftsführerin Politik und Kommunikation.

Solidarität und Rücksichtnahme sind das Gebot der Stunde in Zeiten von  Corona – auch im Verkehr. Hier gelte es ebenfalls vor allem die Schwächsten in der Gesellschaft zu schützen, erklärt Antje von Broock, Geschäftsführerin Politik und Kommunikation beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Sie fordert mehr Platz für Schwächere und Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Menschen würden sich trotz der Einschränkungen weiterhin im Verkehr begegnen und auch die, die aus verständlichen Gründen den öffentlichen Verkehr aktuell meiden und kein Auto besäßen, müssten gut und sicher an ihr Ziel kommen.
»Wir brauchen eine Mobilität, die das Miteinander in den Vordergrund stellt«, sagt Antje von Broock. »Im städtischen Verkehr besteht jetzt die Möglichkeit für mehr Sicherheit: mehr Raum für schwächere Verkehrsteilnehmer und Geschwindigkeitsbegrenzungen.« Die Forderung des BUND: sofortige Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften auf 30 Kilometer pro Stunde. Gleichzeitig müssten die Städte prüfen, ob sie in der jetzigen Situation auf mehrspurigen Straßen eine Spur für Zweiräder reservieren. So könne man mit mehr und sicherem Radverkehr in Zeiten von Corona gut mobil sein und die Empfehlungen zum Social Distancing zu befolgen. Zugleich würde etwas gegen den Ausstoß von Treibhausgasen, Feinstaub und Stickoxiden getan.
Auch auf Autobahnen und Bundesstraßen sollte die Geschwindigkeit reduziert werden, schwere Verkehrsunfälle könnten vermieden werden und so Krankenhäuser und deren Intensivstationen entlastet werden, die möglicherweise dringend gebraucht würden. »Wir erleben seit Tagen eine Entschleunigung des Lebens. Das kann helfen, Verhaltensweisen zu hinterfragen, sie zu ändern und zu einem Wandel zu kommen«, so die Hoffnung der BUND-Geschäftsführerin.

Foto: BUND/Simone Neumann

 

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