Dank Corona: Piaggio Group weiter auf starkem Erholungskurs

18.08.2021
Der Piaggio Group-Vorstandsvorsitzende und -CEO R. Colanino.

Nicht nur der Fahrrad-Sektor (mit und ohne »e«) erlebt in diesen Zeiten ein Hoch, sondern auch der Verkauf von motorisierten Zweirädern (Benziner und »e«). So hat zum Beispiel die italienische Zweirad-Größe Piaggio & C. S.p.A. (alias Piaggio Group - Marken Ape Aprilia, Derbi, Gilera, Moto Guzzi, Piaggio, Scarabeo, Vespa) in den ersten sechs Monaten ihres laufenden Geschäftsjahres das bestes Halbjahresergebnis seit 2007 eingefahren.

Der konsolidierte Netto-Gesamtumsatz in Höhe von 901,67 Millionen Euro lag 50,3 Prozent über dem des vergleichbaren Vorjahres-Zeitraums. Somit konnte auch mit dem Nettogewinn in Höhe von 43,50 Millionen Euro das beste Ergebnis seit 2008 erzielt werden. Zum Vergleich: in den ersten sechs Monaten des Vorjahres lag der Nettogewinn bei gerade einmal 9,07 Millionen Euro.
»Die Piaggio Group hat das erste Halbjahr 2021 mit sehr positiven Ergebnissen auf globaler Ebene abgeschlossen und damit die starke Erholung bestätigt, die in der zweiten Hälfte des letzten Jahres begann. Die Verkäufe von Zweirädern sind im Vergleich zum 30. Juni 2020 um 49 Prozent und im Vergleich zum 30. Juni 2019 um 12,5 Prozent gestiegen - und das trotz der großen Schwierigkeiten im ersten Halbjahr in Indien, die auf eine lange Zeit der totalen Abriegelung im ganzen Land zurückzuführen sind. Alle Schlüsselindikatoren der Gewinn- und Verlustrechnung verbesserten sich. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 wurde die Verschuldung um mehr als 125 Millionen Euro gesenkt. Gleichzeitig stiegen die Investitionsausgaben. Die positive Resonanz des Marktes auf unsere neuen Produkte, die sowohl technologisch als auch in Bezug auf Stil und Design ‚Made in Italy‘ führend sind, beweist den Erfolg des eingeschlagenen Weges. Obwohl das Risiko einer Covid-Pandemie weltweit hoch bleibt, ist die Gruppe in der Lage, diesen positiven Trend im Laufe der Zeit zu konsolidieren,« erklärte der Piaggio Group-Vorsitzende und -CEO Roberto Colanino bei Vorlage der Halbjahres-Zahlen 2021.
Zweirad-Mengenverkäufe plus 49 Prozent
Weltweit wurden im ersten Halbjahr 2021 287.100 Fahrzeuge (plus 36,5 Prozent) – aufgeteilt in 242.800 Zweiräder (plus 49 Prozent) und 44.200 Nutzfahrzeuge (minus 6,5 Prozent) – verkauft. RadMarkt-Anmerkung: die in dieser Berechnung fehlenden 100 Einheiten entfallen wahrscheinlich auf Piaggio Fast Forward (PFF), ein in den USA ansässiges Forschungsunternehmen, das fernab von Piaggio Group’s Kerngeschäft Mobilitätskonzepte entwickelt – unter anderen auch den futuristischen Follow-Me-Roboter »Gita«.
Während der italienische Zweirad-Riese mit der oben genannten Zweirad-Menge einen Umsatz von 761 Millionen Euro erzielte (plus 62,7 Prozent), waren es mit der oben genannten Nutzfahrzeug-Menge 140,6 Millionen Euro (plus 6,2 Prozent). Diese Summe enthält allerdings auch den (Ersatz-)Teile- und Accessoires-Verkauf.
Motorroller fahren vorne mit
Die in der Zweirad-Zahl enthaltenen Motorroller-Verkäufe der Italiener stiegen sogar weltweit - »angeführt von der Marke Vespa« - um mehr als 50 Prozent. Somit konnte Piaggio-Group nicht nur ihre Führungsposition im europäischen Rollersegment mit einem Anteil von 23 Prozent bestätigen, sondern baute ihre Position auf dem nordamerikanischen Rollermarkt auf einen Anteil von 35,1 Prozent (01-06/2020: 23,9 Prozent) weiter aus.
Ausblick
Da die weitere Entwicklung der Corona-Krise ungewiss ist »und eine Reihe von Schwierigkeiten wie der allgemeine Anstieg der Rohstoffpreise und Probleme in der Transportlogistik, insbesondere im Fernen Osten, hinzukommen«, hält sich Piaggo Group mit klaren Aussagen eher zurück.
Nur soviel: in einem Jahr, in dem der Anbieter sowohl das 100-jährige Bestehen von Moto Guzzi als auch das 75-jährige Bestehen von Vespa feiert, würde man weiter daran arbeiten, »seine Verpflichtungen und Ziele zu erfüllen«.
Immerhin hat die Gruppe in diesem Jahr die Markteinführung von insgesamt elf neuen Zweirädern geplant sowie »Maßnahmen im Zusammenhang mit der zu Beginn des Jahres angekündigten Erhöhung der Ausgaben für die neue Abteilung für Elektro-Mobilität, das neue Werk in Indonesien und die vollständige Umstrukturierung der Produktionsstätte und der Museumsbereiche von Moto Guzzi«, ergriffen.

Text: Jo Beckendorff/Piaggio Group, Foto: Piaggio Group
 

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