Destatis-Unfallstatistik: Zahl der getöteten Radfahrer 2018 gestiegen

13.03.2019

3.265 Menschen starben 2018 im Straßenverkehr. Das sind 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr, ermittelte das Statistische Bundesamt (Destatis). In der Gruppe der Radfahrer waren 50 Getötete mehr zu beklagen als im Jahr zuvor (plus 13,6 Prozent).

Ums Leben kamen auch 57 Kraftradfahrer (+9,0 Prozent) mehr als 2018. Einen Rückgang der tödlich Verunglückten gab es bei den Fußgängern. Laut den bisher vorliegenden Ergebnissen für den Zeitraum Januar bis November 2018 waren es 25 Getötete weniger (minus 6,1 Prozent). Ebenso rückläufig auch die Zahl der Insassen von Personenkraftwagen, hier waren es 27 Menschen weniger (-2,1 Prozent), die ihr Leben verloren.
»Insgesamt starben 418 Radfahrende im Verkehr, mehr als ein Mensch pro Tag«, konstatiert der Verein Changing Cities e.V. und fordert sofortige Maßnahmen auf Bundesebene, um dem Sterben auf der Straße ein Ende zu setzen. Er verweist zudem auf das Bekenntnis des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur vor acht Jahren zum nationalen Verkehrssicherheitsprogramm (VSP), dass das Ziel formulierte, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. »Mehr als 1.000 Menschen könnten noch leben, wenn das Ministerium seine selbst gesteckte Aufgabe – die Verkehrssicherheit – ernst nehmen würden. Stattdessen wurden 2018 insgesamt 3.265 Menschen auf Deutschlands Straßen getötet«, prangert der Verein an.
»Ab sofort fordern wir spürbare Maßnahmen in Bezug auf die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer*innen – Erfolg versprechend wäre es zum Beispiel, Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in der Stadt und ein Innenstadtverbot für Lkw ohne Abbiegeassistenten sofort einzuführen«, sagt Ragnhild Sørensen, Pressesprecherin von Changing Cities.
Auch die Deutsche Verkehrswacht (DVW) ist beunruhigt über die aktuelle Entwicklung und fordert dazu auf, die Bemühungen für mehr Sicherheit von ungeschützten Verkehrsteilnehmern wie Radfahrer und Fußgänger zu erhöhen: »Die vielen getöteten Radfahrer zeigen, dass hier dringend mehr passieren muss. Wir brauchen gute Angebote für Pedelec-Nutzer, ältere Radfahrer und bei Infrastruktur sowie Abbiege- und Notbremsassistenten. Vor allem müssen sich Verkehrsteilnehmer der Verantwortung für sich selbst und für andere bewusst sein und danach handeln.«
Weitere Zahlen finden Sie in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts zur Zahl der 2018 im Straßenverkehr Getöteten vom 27. Februar 2019: www.destatis.de
www.deutsche-verkehrswacht.de
https://changing-cities.org

Abb.: Destatis

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