Deutscher Fahrradmarkt 2018: Ein starkes Jahr für die Branche

21.03.2019
ZIV-Geschäftsführer Siegfried Neuberger.
ZIV-Geschäftsführer Siegfried Neuberger.

Auf seiner jährlichen Pressekonferenz gaben der Zweirad Industrie Verband (ZIV) und der Verband des deutschen Zweiradhandels (VDZ) heute in Berlin die Zahlen zum deutschen Fahrradmarkt 2018 bekannt. Das Fazit: Absatz und Umsatz der Branche stiegen kräftig. ZIV-Geschäftsführer Siegfried Neuberger spricht von einem fantastischen Jahr für die deutsche Fahrradindustrie.

Gründe dafür sieht der Branchenverband zum einen in der zunehmend wichtigen Rolle des Radverkehrs für die Mobilität und den hervorragenden Witterungsverhältnissen im Jahr 2018. »Die Innovationen der Branche sind dafür verantwortlich, dass sowohl Fahrrad als auch E-Bike beim Kunden hohe Begehrlichkeit wecken«, ergänzt Neuberger.
3,16 Milliarden Euro betrug der Umsatz mit Fahrrädern und E-Bikes, das entspricht einer Steigerung von 16,3 Prozent. Nimmt man den Komponenten- und Zubehörbereich dazu, erzielte die deutsche Fahrrad-, E-Bike, Komponenten- und Zubehörindustrie einen Gesamtumsatz von zirka 6 Milliarden Euro.
Der Absatz an Fahrrädern und E-Bikes lag 2018 bei 4,18 Millionen Einheiten, das sind 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Gestiegen ist hier nicht nur der die Zahl der E-Bikes, auch die nicht motorisierten Fahrräder verkauften sich um 2 Prozent mehr. Darüber zeigt sich der ZIV höchst erfreut angesichts der zuletzt stagnierenden beziehungsweise rückläufigen Verkaufszahlen. Nicht zu vergessen sei, dass das Fahrrad immer noch für mehr als dreiviertel aller Verkäufe stehe.
Für den deutlich höheren Umsatz sind nicht nur die höheren Stückzahlen verantwortlich, sondern ebenso der erneut gestiegene durchschnittliche Verkaufspreis pro Fahrrad (inklusive E-Bikes). Wie der ZIV ermittelte, lag dieser 2018 bei 756 Euro über alle Vertriebskanäle, 7,1 Prozent höher als noch in 2017.

E-Bike-Boom hält an

Umsatzmotor der Branche ist seit Jahren das E-Bike. Auch 2018 wurden die Erwartungen übertroffen. Der ZIV konnte seine Schätzungen zur Entwicklung des E-Bike-Marktes 2018 noch einmal deutlich nach oben korrigieren, denn es wurden 980.000 Fahrzeugen verkauft, mengenmäßig ein Zuwachs von 36 Prozent.
Der E-Bike-Anteil am Gesamtfahrradmarkt kletterte auf 23,5 Prozent. Der Zweirad-Industrie-Verband korrigiert somit seine Prognose: Mittelfristig könnte ein Anteil von 30 Prozent am Gesamtfahrradmarkt erwartet werden, langfristig sei ein Marktanteil von 35 Prozent durchaus realistisch.
Als Gründe für den anhaltenden Boom bei E-Bikes führt der ZIV die hohe Modellvielfalt in allen Produktkategorien, herausragendes Design, innovative Weiterentwicklung in der Antriebs- und Batterietechnologie (Stichwort: Integration) sowie interessante Geschäftsmodelle rund um das E-Bike (zum Beispiel Leasing, Cargo oder Bikesharing) an. »Aber in erster Linie ist das E-Bike ein optimaler Mobilitätspartner. Auch die Möglichkeiten im digitalen Bereich (Stichwort: Vernetzung) machen es hochattraktiv für den Konsumenten«, stellt der Verband fest.

Export erneut gesteigert

Produkte der deutschen Fahrradindustrie sind auch im Ausland stark nachgefragt: Der Export von Fahrrädern und E-Bikes kombiniert legte 2018 um 8,8 Prozent auf 1,27 Millionen Stück zu. Um gar 51 Prozent über Vorjahr erhöhten sich die E-Bike-Exporte, 440.000 Stück gingen über die Grenzen.
Der Fahrradbestand (inklusive E-Bikes) ist in 2018 auf 75,5 Millionen Stück angewachsen, schätzt der ZIV. Der darin enthaltene Anteil an E-Bikes wird auf rund 4,5 Millionen Fahrzeuge geschätzt.

E-Bike verdrängt andere Modellgruppen

Auch bei der Betrachtung des Gesamtmarktes (nach Stück) hinsichtlich der Modellgruppenaufteilung, erkennt der ZIV einen wachsenden Anteil der Modellgruppe E-Bike auf Kosten der Kategorien City-/Urban, Trekking, ATB, MTB, Rennmaschinen/Flat-Handlebar/Cross, Holland- und Tourenrad sowie Kinderräder. Dort sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Keine Veränderung gab es bei der Kategorie Sonstige (Liegeräder, Tandems, Lastenräder, et cetera).
Innerhalb der Kategorie E-Bike (nach Stück) haben die Modellgruppen folgenden Anteil: E-Trekking 36,5 Prozent, E-City-/Urban 33 Prozent, E-MTB 25 Prozent, E-Lastenräder 4 Prozent, schnelle E-Bikes 0,5 Prozent sowie Sonstige mit 1 Prozent. Stark wachsen konnte erneut die Modellgruppe E-MTB. Leicht höhere Anteile verzeichnet die Kategorie Sonstige.

Foto: Bollschweiler

 

 

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