Deutscher Städtetag nimmt E-Tretroller-Anbieter in die Pflicht

24.06.2021
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Schrottreife E-Tretroller diverser Mietflotten-Anbieter gehören heute leider schon zum Stadtbild. Wenn diese dann auch noch aus Gewässern gefischt werden müssen wie letztens in Köln, sind sogar Umweltschäden vorprogrammiert. Darum will der Deutsche Städtetag diese Anbieter nun in die Pflicht nehmen.

»Wer mit Rollern Geld verdient, ist auch für die Folgen verantwortlich«, wettert der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages Helmut Dedy gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA), »wenn Nutzerinnen und Nutzer E-Roller in Flüsse werfen oder in den Büschen verstecken, müssen die Unternehmen für die Bergung und Entsorgung geradestehen.« Dies sei aufwendig und teuer, die Kosten dafür dürften nicht an den Städten hängen bleiben.
»Schon wahllos abgestellte oder umgefallene E-Roller irgendwo auf Bürgersteigen oder öffentlichen Plätzen sorgen für Ärger«, so Dedy weiter. Und verweist darauf, dass die meisten Anbieter mit dem Deutschen Städtetag bereits 2019 Eckpunkte für einen störungsfreien Betrieb vereinbart hätten. Die Städte hätten mit den Verleihern auch klipp und klar geregelt, in welchen Bereichen E-Tretroller fahren und geparkt werden können und wo nicht.
Seit zwei Jahren dürfen in Deutschland als echte Mobilitätsalternative gedachte E-Tretroller unterwegs sein. Dafür legt eine seit 15. Juni 2019 geltende Verordnung technische Voraussetzungen und Verhaltensregeln fest. Die Gefährte dürfen zwischen 6 und 20 Kilometer pro Stunde schnell sein. Gefahren werden muss auf Radwegen (gibt es keine, auf der Fahrbahn).
Schlechte Erfahrungen hatten viele deutsche Städte leider auch schon mit einem chinesischen Mietrad-Anbieter mit Firmensitz in Singapur gemacht. Obike stellte anfangs ohne Absprache einfach zig Modelle in ausgesuchte Großstädte, suchte dann aber aufgrund der öffentlichen Empörung und mit Hilfe eines »Trouble-Shooters« das Gespräch mit den Städten. 2018 war die Bürgerwut über die abgestellte Obike-Flut aber schon so groß, dass leider Vandalismus einsetzte. Als Obike dann Konkurs anmeldete, blieben die (Schrott-)Räder einfach zurück (siehe 2. Bild unten) – und verschandeln hier und dort noch bis heute vereinzelte Städte. Dass der Schrott irgendwo liegen bleibt oder auf Stadtkosten aus Parks oder aus Flüssen herausfischt werden muss – das soll auch ohne Konkurs nicht mehr passieren. Egal ob E-Tretroller, E-Motorroller oder E-Fahrrad.

Text: Jo Beckendorff/Deutscher Städtetag/DPA, Fotos: Jo Beckendorff

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