Eilmeldung: Ispo Beijing 2020 und andere China-Großveranstaltungen kurzfristig abgesagt

29.01.2020
Kurzfristig abgesagt: Ispo Beijing 2020.

Bereits am ersten Messetag (Sonntag, 26. Januar) kursierten auf der Ispo Munich diverse Gerüchte, dass die vom 12. bis 15. Februar geplante Ispo Beijing – laut eigenen Angaben »die führende Multisegment-Messe für die Sportindustrie in Asien« - kurzfristig abgesagt wird. Nachgehakt bei Ispo-Macher Messe München am zweiten Messetag, erhielt der RadMarkt gestern (dritter Messetag) folgendes Statement zugesandt: »Um die Gesundheit und Sicherheit von Ausstellern und Besuchern sowie der Öffentlichkeit zu schützen, ist die Messe ISPO Beijing 2020 (12. bis 15. Februar 2020 im NCIEC Beijing) abgesagt worden.«

Um die Vorbeugung und Bekämpfung der durch das neuartige Corona-Virus (2019-nCoV) verursachten Lungenentzündung weiter voranzutreiben, hätten Leben und Gesundheit der Menschen höchste Priorität. Seit dem 24. Januar 2020 reagiert die Stadtregierung in Peking auf große Notfälle im Bereich der öffentlichen Gesundheit und sagt Großveranstaltungen ab. Heißt auch: Nicht nur Ispo Beijing wird abgesagt. Entsprechende Anweisungen der Stadtregierung von Peking über das Beijing Public Security Bureau führten zur Absage der Ispo Beijing, die in diesem Jahr erstmals vom 12. bis 15. Februar 2020 im New China International Exhibition Center (NCIEC) in Peking ihre Tore öffnen wollte.
Welche etwaigen Auswirkungen der Corona-Virus auf die vom 4. bis 7. März im Nachbarland Taiwan stattfindende Taipei International Cycle Show 2020 (4. – 7. März) haben wird, bleibt abzuwarten. Noch sind es einige Wochen, in denen sich vieles ändern kann.
Fakt ist, dass zumindest die Messe Munich-Halle C4 – unter anderem Heimat der von vielen vieler China-Ausstellern belegten Manufacturing & Suppliers- sowie Sourcing-Sektors – in diesem Jahr bereits starke Fachbesucher-Rückgänge schlucken musste. Anders ausgedrückt: den Besuch der Halle C4 haben viele Besucher aufgrund des Corona-Virus gemieden.
Was wiederum stark an die Taipei Cycle Show 2003 erinnert. Damals hatte der Sars-Virus für kurzfristiges Nicht-Erscheinen von Ausstellern sowie Fernbleiben von Fachbesuchern geführt.
Letztendlich aber noch der Hinweis, dass ie damalige Sars- nicht mit der aktuellen Corona-Epidemie zu vergleichen ist. Erstens hat die chinesische Regierung diesmal reagiert und gleich die Weltgesundheitsorganisation WHO eingeschaltet. Zweitens hat man aus den Zeiten des Sars-Erregers Konsequenzen gezogen. Weltweit ist zu hören, dass man diesmal besser vorbereitet sei. Das Robert Koch-Institut als selbstständige Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten stuft das derzeitige Risiko zumindest in Deutschland als »sehr gering« ein. Da warnen die Berliner eher vor der derzeit grassierenden heimischen Grippewelle: seit Oktober 2019 wären 13.350 Grippe-Infektionen gemeldet worden. Bisher gibt es in Deutschland 32 Todesfälle, die nachweislich mit dieser Grippeerkrankung (und nicht mit dem Corona-Virus) in Verbindung gebracht werden.

Text: Jo Beckendorff, Abb.: Ispo Beijing

 

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