EOG: Outdoor Sell-In Value 2021 erstmals über 6 Milliarden Euro

17.06.2022
Trugen die Entwicklungen des europäischen Outdoor-Sektors inklusive künftiger Herausforderungen auf der OutDoor by Ispo vor (v.l.n.r.): EOG Single Use Plastics Project Manager Scott Nelson, EOG-Präsident Mark Held und EOG-Generalsekretär Arne Strate.

Auf der Pressekonferenz von OutDoor by Ispo-Macher Messe München und European Outdoor Group (EOG) am ersten Messetag (12. Juni) stellte EOG erste 2021er-Zahlen ihres Marktforschungsprogramm »State of Trade« vor. Demnach hat sich der Outdoor-Sektor im letzten Jahr nach dem Höhepunkt der Covid-Pandemie stark erholt: Die 2021er-Verkaufszahlen haben den Großhandelswert der wichtigsten Produktkategorien der Branche zum erstmals die 6 Milliarden-Euro-Hürde nehmen lassen.

EOGs »State of Trade« umfasst Produkte, die von mehr als 100 Outdoor-Unternehmen in Europa in den Bereichen Bekleidung, Schuhe und Hardware verkauft werden. Zahlen zum Verkauf von Outdoor-Produkten von Multisport-/Lifestyle-Marken sind ebenfalls enthalten. Insgesamt enthält der Bericht Daten von sieben Hauptkategorien und 48 separaten Unterkategorien.
Im Jahr 2021 übersprang der Gesamtwert des Großhandels («sell-in value«) für alle vom State of Trade erfassten Produktkategorien mit 6,2 Milliarden Euro erstmals die magische Grenze von 6 Milliarden Euro. Jede der sieben Produktkategorien (siehe unten abgebildete Graphik 1) verzeichnete im Laufe des Jahres ein Wachstum. Die genauen Wachstumsraten in Wert und Menge entnehmen Sie bitte unten abgebildeter Graphik 2.
Regionale Wert- und Mengen-Unterschiede
Regional gesehen erholten sich alle Länder im Jahr 2021. Allerdings übertrafen das Vereinigte Königreich, Österreich sowie die südlichen und östlichen Regionen das durchschnittliche Marktwachstum (siehe unten abgebildete Graphik Graphik 3). Mit Blick auf die drei größten Märkte (Deutschland, Frankreich, Vereinigtes Königreich), die 50 Prozent des Gesamtwerts des europäischen Outdoor-Sektors ausmachen, zeigt sich aber auch, dass die Erholung in den einzelnen Ländern unterschiedlich verlief. Während das Vereinigte Königreich und Frankreich den Branchendurchschnitt mit einem Wert-Wachstum von jeweils über 23 Prozent übertrafen, blieb Deutschland mit einem (Wert-)Wachstum von 13,9 Prozent leicht zurück und unter dem Länder-Durchschnitt von 18,7 Prozent. Siehe dazu unten abgebildete Graphik 4. Die 2021er-Wachstumraten der einzelnen EU-Länder finden Sie in unten abgeblideter Graphik 5.
Wert- und Mengen-Wachstum auch gegenüber Vor-Corona-Jahr 2019
Wenn wir schon vom durchschnittlichen Wert-Wachstum sprechen der Hinweis, dass viele Outdoor-Unternehmen laut EOG auch beim Mengenwachstum zweistellig zulegen konnten – und zwar um 18,2 Prozent auf kalkulierte 240 Millionen Produkteinheiten. Bevor Sie jetzt sagen, dass dieses tolle Wachstum auf das schlappe Corona-Jahr 2020 zurückzuführen ist: im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 liegt das 2021-er Wertewachstum bei 7,5 und das Mengen-Wachstum bei 5,3 Prozent.
2022 gut angelaufen – aber…
Zusätzlich zu ihrem jährlichen »State of Trade«-Bericht kann EOG aber auch die aktuellen Trends der Einzelhandelsentwicklung aus ihrem »Outdoor Retail Benchmark Report« eingehen. Der Bericht ist eine flächenbereinigte Analyse der aggregierten Umsatzentwicklung der EOG-Einzelhandelsmitglieder. Aktuell spiegelt er den deutschen Markt wider. Dort stieg der Einzelhandelsumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im Outdoor-Segment bis April 2022 um 17,4 Prozent.
Dazu die Leiterin der EOG-Marktforschung Pauline Shepherd: »Es ist klar, dass der Outdoor-Sektor eine ausgezeichnete grundlegende Widerstandsfähigkeit hat. So konnten die Marken im Jahr 2021 durch die Abriegelungen in ganz Europa ausgelöste gestiegene Bedürfnis der Öffentlichkeit davon profitieren, endlich wieder in die Natur zu gehen.Unsere Branche hat sich sehr gut an die sich rasch verändernden Umstände angepasst und insgesamt von den nachlassenden Beschränkungen profitiert. Es wird schwierig sein, diesen Boom aufrechtzuerhalten. Zusammen mit den anhaltenden Problemen in der Lieferkette und den steigenden Lebenshaltungskosten wissen wir, dass die Unternehmen in diesem Jahr und darüber hinaus vor einigen großen Herausforderungen stehen. Der Outdoor-Sektor ist jedoch grundsätzlich in einer robusten Verfassung und kann diese Herausforderungen aus einer Position der relativen Stärke heraus angehen.«

Text: Jo Beckendorff/EOG, Foto: Jo Beckendorff, Graphiken: EOG
 

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